Für den SV 90 Parey ist der Traum vom Fußball-Kreispokalfinale geplatzt. Der Kreis- oberligist unterlag am Sonn- abend dem Burger BC knapp mit 0:1 (1:1). Der Favorit aus der Kreisstadt war über weite Strecken das dominierende Team, ließ jedoch in Sachen Chancenverwertung und Zusammenspiel erneut viele Wünsche offen.

Parey. Wie begossene Pudel saßen die Pareyer Spieler nach Abpfiff auf dem Rasen. Einige haderten noch immer mit einer Entscheidung des Schiedsrichters, der den einzigen (Burger) Treffer des Tages aus abseitsverdächtiger Position anerkannt hatte. Andere, wie Übergangs-Trainer Tobias Hartlieb, versuchten aus dem Pokalaus positive Schlüsse zu ziehen: "Kompliment an mein Team, kämpferisch war das oberstes Niveau. Schade, dass es nicht gereicht hat. Am Ende fehlte wohl auch etwas die Kondition", sagte Hartlieb, der zudem den "tollen Nachmittag für die Zuschauer" hervorhob.

Sommerliches Wetter, 192 Zuschauer und ein Vorspiel der Bambinis beider Vereine schufen den passenden Rahmen für das Pokalspiel. Allerdings wollte der Funke nicht so recht auf die Hauptakteure überspringen. Zwar lieferten sie sich über 90 Minuten viele packende Zweikämpfe, von hoher Spielkunst blieben aber beide Teams weit entfernt.

Vor allem die erste Halbzeit war arm an Höhepunkten. Die Burger beherrschten Ball und Gegner, konnten aber wie zuletzt in den Punktspielen kein Kapital daraus schlagen. "Wir haben uns der Spielweise des Gegners angepasst, meist hoch und lang gespielt", sagte BBC-Trainer Hartmut Müller. Auch die Pareyer taten sich im Offensivspiel schwer. Wenn überhaupt, dann ging nur etwas nach Standards: Ein Freistoß von Christian Einecke (4.) und ein Kopfball von Andreas Vogel nach einer Ecke (27.) blieben ihre einzigen gefährlichen Aktionen.

Burg hatte seine beste Szene in der 13. Minute, als nach einem schnellen Angriff über die linke Seite der Ball zu Sebastian Schmidt kam. Sein Schuss aus Nahdistanz wurde aber von der gut organsierten Pareyer Abwehr abgeblockt. Und auch die Maßnahme von Müller, Abwehrspieler Jörn Eschholz ins Sturmzentrum zu beordern, blieb wirkungslos.

In der zweiten Halbzeit setzte sich die einseitige Partie fort. Burg besaß mehr Ballbesitz, agierte aber oft zu umständlich. Der finale Pass landete im Nirgendwo oder die Pareyer Abseitsfalle schnappte zu. Ein Freistoß von Zimmer (53.), ein Kopfball von Matthias Lindenblatt (65.) und ein Freistoß von Sandro Becker (71.) waren nicht von Erfolg gekrönt. In der 73. Minute war es dann aber soweit: Keeper Rene Bonitz konnte eine Flanke von links nur nach vorne abwehren, im Nachschuss vollendete Lindenblatt (Müller: "Er hat sein bestes Spiel seit seinem Comeback gemacht.") trocken zum 1:0. Da Steven Peseke beim Schuss hinter Bonitz auf der Torlinie stand, reklamierten die Pareyer auf Abseits. Schiedsrichter Stefan Dehmel gab den Treffer.

In der Schlussphase verpasste es der BBC, den Sack zuzubinden. Becker schoss am langen Pfosten vorbei, auch Maik Damczyk köpfte drüber. Diese Nachlässigkeiten wären fast bestraft worden. In der 90. Minute sprintete Vogel beherzt auf das Tor, sein Linksschuss ging aber knapp daneben.

"Angesichts der Spielanteile war der Sieg absolut verdient. Leider haben wir es wieder nicht verstanden, mit Ruhe und Übersicht nach vorne zu spielen", sagte Müller, wohl in dem Wissen, dass sein Team derzeit weit von seiner Bestform entfernt ist.

Burger BC: Krüger – Gädke, Lindner, Damczyk, K. Buchheim, Schäfer, Schmidt (46. Peseke), Becker, Zimmer, M. Lindenblatt (86. W. Buchheim), Eschholz

SV 90 Parey: Bonitz – Gellert, Frömme, Einecke, Schmidt, Wedau (62. Truse), Arndt, Müller (51. D. Tschimmel), Dernedde (82. Gorges), Hainsch, Vogel

Schiedsrichter: Stefan Dehmel (Gommern), Friedrichs, Osinsky; Zuschauer: 192