Die Chancen waren da, allein sie wurden nicht genutzt. Die Handballer des Güsener HC mussten am Sonnabend in ihrem Auswärtsspiel beim SV Langenweddingen eine 25:29 (14:15)-Niederlage einstecken, die vermeidbar war. Schmerzhafter als die Niederlage an sich dürfte wohl der Ausfall von Rückraumspieler Kevin Haßbargen sein, der gegen den SVL mit acht Toren bester GHC-Werfer war, aber eben auch die Rote Karte sah und wohl nicht um eine Sperre herumkommen wird.

Güsen/Langenweddingen. Nach der Pleite im ersten von drei Auswärtsspielen in Folge dürfte der Druck, beim Landsberger HV und dem HSV Haldensleben Zählbares zu entführen, wohl nicht geringer geworden sein, will sich der GHC weiter im Mittelfeld der Tabelle etablieren. GHC-Trainer Eric Steinbrecher nahm nach dem Spiel aber trotzdem seine Mannschaft in Schutz und machte ihr von der kämpferischen Seite betrachtet keine Vorwürfe. "Trotz der Niederlage ein Lob ans Team. Wir haben gegen Langenweddingen gut dagegengehalten. Die Vorgaben wurden umgesetzt, wir haben die Außen des SVL weitgehend aus dem Spiel genommen. Nur über die Chancenverwertung müssen wir reden", sagte Steinbrecher.

Nachdem seine Sieben mit 1:0 in Führung ging, übernahmen die Hausherren zunächst das Kommando und warfen sich beim 6:3 erstmals ein Drei-Tore-Polster heraus. Die Gäste ließen aber keineswegs abreißen und waren beim 8:8 wieder auf Augenhöhe. Mit 9:8, 11:9 und 13:10 eroberte Güsen sogar die Führung zurück, ließ sich aber bis zur Pause etwas hängen. So nahmen die Langenweddinger wieder Tuchfühlung auf und legten bis zum Halbzeitpfiff ein 15:14 vor.

Auch mit Wiederbeginn gab der SVL die Schlagzahl vor und zog zwischenzeitlich auf 19:15 davon. Güsens Torhüter Christopher Bretschneider, der stark hielt, war es zu verdanken, dass der GHC wieder näherkam und mit einem 4:0-Lauf auf 18:19 verkürzte.

Danach lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Das Spiel wogte hin und her, die Führungen wechselten im Minutentakt. Fünf Minuten vor dem Ende sollte sich das Blatt allerdings wenden – zu Ungunsten des GHC. Beim Stand von 24:25 aus Güsener Sicht (56.) sah Chris Hoffmann nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Zunächst ließen sich die Gäste allerdings nicht davon beeindrucken und drängten mit hohem Einsatz auf die Entscheidung.

Als Jörg Salomon beim Stand von 25:27 im Angriff unsanft gebremst wurde, entschied das Schiedsrichtergespann auf Offensivfoul. Rückraumshooter Haßbargen brachte diese Entscheidung derart auf die Palme, dass er sich zu einer unbedachten Äußerung in Richtung der Unparteiischen hinreißen ließ. Diese zögerten nicht lange und verwiesen Güsens Nummer zwei vom Feld. "Da die Rote Karte in jedem Falle eine Sperre nach sich ziehen wird, ist das natürlich ärgerlich, da er uns in den kommenden Partien extrem fehlen wird. Dennoch war ich mir auch mit Langenweddingens Trainer einig, dass die Schiedsrichterleistung an diesem Tag kein Sachsen-Anhalt-Liga-Niveau hatte", meinte GHC-Trainer Steinbrecher im Hinblick auf so manch umstrittene Entscheidung der Referees.

Da seine Mannen gegen Ende der Partie nun das Pech magisch anziehen zu schienen und sich neben SVL-Schlussmann Matthias Krüger Latte und Pfosten als größter Rückhalt der Gastgeber erwiesen, hatte Langenweddingen keine große Mühe mehr, den 29:25-Endstand herzustellen.

Güsener HC: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (8/3), Buchheister, Hennig, Teßmann (2), Hoffmann (3), C. Beyer (6), R. Klewe (4), Salomon (2), Steindorf