Den guten vierten Platz als Aufsteiger im vergangenen Jahr wollte Fußball-Landesklasse-Vertreter Burger BC 08 in der Spielzeit 2010/2011 untermauern. Vor der Saison gab der Verein das Ziel "Platz zwei bis vier" aus. Zur Winterpause führt der BBC die Tabelle an und landauf, landab heißt es: "Aufstiegskandidat Nummer eins sind die Ihlestädter". Diese allerdings weisen die Träumereien über eine mögliche "Landesliga-Saison 2011/2012" von sich. Stattdessen wollen die Burger mit attraktivem Offensivfußball Begeisterung unter den Fans wecken.

Burg. Mit Beginn der neuen Spielzeit ließ sich beim BBC auch ohne Übertreibung vom "Anbruch einer neuen Ära" sprechen. Nicht nur, dass mit Detlef Zimmer ein neuer Sportvorstand die Zügel in die Hand nahm und auch gleich insgesamt neun neue Spieler an den Flickschupark lotste, mit Hartmut Müller präsentierten die Burger zudem einen neuen Cheftrainer. Müller war zuletzt beim Kreisligisten SV Wahlitz an der Seitenlinie zu finden, dürfte aber vielen noch aus seiner Zeit als Landestrainer ein vertrautes Gesicht sein.

Der 60-jährige Fußballlehrer brachte gleich ein neues Konzept mit nach Burg. "Attraktiver, offensiver, moderner" sollte beim BBC gespielt werden. Ein Ansatz, dem man praktisch zur Halbzeit der Saison uneingeschränktes Gelingen aussprechen muss. Zusammen mit dem Zweitplatzierten aus Möringen stellen die Burger die beste Offensive (40 Treffer). Im Schnitt erzielen die Ihlestädter pro Spiel mehr als drei Treffer. Den größten Anteil daran hat sicher das Stürmer-Duo Steven Peseke (18 Tore) und Danny Schalla (10), über die Müller natürlich nur lobende Worte findet: "Zwei für die Landesklasse überdurchschnittliche Spieler. Auch in schwierigen Partien sind die beiden immer für ein Tor gut. Aber ich will den Erfolg nicht unbedingt an einzelnen Spielern festmachen. Unser Hauptziel ist es, erfolgreich zu sein. Daher gehen wir mit offensiver Grundeinstellung an die Begegnungen heran – im Endeffekt ist es egal, wer die Tore erzielt."

Dabei verbirgt sich das eigentliche Prunkstück des BBC auf der gegenüberliegenden Seite, nämlich in der Abwehr. Das Toreschießen war bereits in der vergangenen Spielzeit eine Burger Spezialdisziplin (93 Treffer). Dem gegenüber standen allerdings 52 Gegentore. "Wenn man eine Spitzenmannschaft sein möchte, waren das eindeutig zu viel", so Müller. Daher baute der Coach kurzerhand um, bläute seinen Schützlingen ein schnelles Umschalten bei Ballverlust ein und siehe da: Mit seiner "Fast-Fünferkette" und dem sicheren Schlussmann Sascha Krüger fing sich der BBC in den bisherigen 13 Begegnungen nur sieben Treffer ein – das ist ebenfalls Ligaspitze.

Was also spricht gegen eine Kurskorrektur und die klare Formulierung der Zielstellung Aufstieg? Etwa die beiden bisher einzigen Saisonniederlagen in Letzlingen (0:1) und Tangerhütte (1:2)? "Diese Pleiten waren eine Frage der Einstellung. Wir haben uns dort den Schneid abkaufen lassen. Das war ärgerlich, aber davon geht die Welt nicht unter", relativiert Müller.

Stattdessen verweist er auf das langfristige Konzept beim Burger BC. Nur keine zu hohen Erwartungen, es geht um die Bestätigung der guten Leistungen aus der vergangenen Spielzeit. "Wenn man oben steht, will man selbstverständlich oben bleiben", sagte Müller und wird dann doch ein wenig konkreter: "Wenn es in diesem Jahr mit dem Aufstieg nicht klappt, reißt uns niemand den Kopf ab. Wir sind für die kleine Euphoriewelle dankbar, auf der wir derzeit reiten. Die gut besuchten Heimspiele, das Verhältnis zu den Fans – das ist uns wichtig. Wir versuchen, mit unserer Art Fußball zu spielen, etwas zurückzuzahlen."

 

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