Im Viertelfinale des Handball-Nord-Cups der Männer gewann die SG Fortschritt Burg gegen den Ligakonkurrenten FSV 1895 Magdeburg mit 25:21 (8:10). Bester Burger Werfer war Norman Brückner mit acht Toren. In der gut gefüllten Burger Sporthalle am Schützenplatz traten beide Mannschaften durch das Fehlen von jeweils fünf Spielern stark ersatzgeschwächt an.

Burg (gth). Nach dem 0:1 wendeten Chris Lüngen, der sein erstes Spiel für Fortschritt I bestritt, und Norman Brückner das Blatt zum 2:1. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass dies für lange Zeit die letzte Burger Führung sein sollte. Denn von nun an übernahm der FSV das Kommando.

Angetrieben von einem ganz starken Alexander Beckmann, der für seine Mannschaft allein neunmal erfolgreich war, setzten sich die Gäste meist mit zwei Toren ab. Dazu verzweifelten die Burger am Fermersleber Torhüter Sebastian Böhm, der im ersten Abschnitt vier Siebenmeter und sechs freie Bälle hielt. So setzte sich bei der SG die Torarmut aus dem letzten Spiel gegen Klötze fort. Vor allem aus der zweiten Reihe kommt bei den Burgern im Moment fast gar nichts, wofür nur ein einziges erzieltes Rückraumtor im gesamten Spiel wohl Bände spricht.

Über die Stationen 4:2, 6:6 und 8:6 ging es mit einem 10:8 für die Magdeburger in die Pause. Dass der Vorsprung nicht höher ausfiel, lag wieder an einer guten Burger Deckung und einem bestens aufgelegten Torhüter Christian Bünger.

Nach dem Wechsel verkürzte Fortschritt bis zur 38. Minute auf 12:13. Doch der nächste ausgelassene Strafwurf sowie das Nicht-Verwerten weiterer glasklarer Chancen ließen die Gäste auf 16:12 davonziehen. Die Fans quittierten die Leistung der SG mit einem Kopfschütteln und einem Raunen von der Tribüne aus. Nur zwölf Tore in 44 Minuten sagten zu diesem Zeitpunkt alles über die Harmlosigkeit des Burger Angriffs aus.

Was dann aber in der Schlussviertelstunde geschah, war schier unglaublich. Zuerst gab es eine Manndeckung gegen den gefährlichsten FSV-Akteur Beckmann. Dann tauschten Brückner und Bretschneider ihre Positionen auf der linken Seite, was auch zum Erfolg führen sollte. Und Bünger vernagelte von nun an fast vollständig sein Tor. Die Burger wendeten die Begegnung innerhalb von nur zehn Minuten mit einem 10:2-Lauf zum 22:18 (54.). Dem FSV unterliefen jede Menge Fehler, die die Burger zum Tempogegenstoß nutzten. Auf einmal stimmte auch wieder die Körpersprache, die eine Dreiviertelstunde lang überhaupt nicht vorhanden war.

Diese Führung ließ sich Fortschritt nun nicht mehr nehmen und landete aufgrund der enormen Leistungssteigerung in der Schlussviertelstunde einem am Ende verdienten 25:21-Erfolg.

Fortschritt Burg: Bünger, Gerlach – Lüngen (2), Mache (5/2), Bretschneider (6/1), Ebert (2), Wagner, Brückner (8/2), Wichmann (1), Lange (1), Weigel