Im Achtelfinale des HVSA-Pokals war für die Handballer des Güsener HC (Sachsen-Anhalt-Liga) am Sonnabend bei der SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz End-station. Gegen den Süd-Verbandsligisten musste sich der GHC verdient mit 30:31 (15:13) geschlagen geben. Dabei verpassten es die Güsener nur um Haaresbreite, der Partie mit dem letzten Angriff eine entscheidende Wendung zu verleihen. Bester Werfer der Gäste war Kevin Haßbargen mit acht Treffern.

Güsen. Am Tag nach der Niederlage war bei GHC-Coach Eric Steinbrecher der Ärger über die Pokalpleite zwar größtenteils verflogen, dennoch machte der Trainer keinen Hehl daraus, dass ihn die Niederlage wurmt. "Wir wären gern eine Runde weitergekommen. Am Ende muss man sagen, dass wir den Gegner einfach unterschätzt haben. Wir sind zu lässig aufgetreten", fasste Steinbrecher zusammen. Von der Kritik nahm sich der Übungsleiter aber auch selbst nicht aus. "Im Nachhinein war es sicher ein Fehler, dass ich unbedingt unsere lange Zeit verletzten Spieler aufs Feld schicken wollte."

In der Tat verlangten die Gastgeber den als Favorit angereisten Güsenern von Beginn an alles ab. Vom Anpfiff weg agierte die SG Saaletal mit einer 5:1-Deckung und nahm somit GHC-Rückraumshooter Kevin Haßbargen jeglichen Raum zur Entfaltung.

Die Gastgeber erwischten dann auch den besseren Start und legten mit 2:0 vor. Danach kämpften sich die Güsener heran und übernahmen erstmals mit 10:9 die Führung. Beim Stand von 12:10 (27.) aus Gäste-Sicht verlor der GHC dann aber mit Chris Hoffmann eine wichtige Stütze. Der wuchtige Torgarant hatte zu Beginn des Spiels die Gelbe Karte gesehen und musste bereits zwei Zeitstrafen verbüßen. Beim dritten Mal schickte ihn das souverän leitende Schiedsrichtergespann vorzeitig zum Duschen. "Chris war etwas übermotiviert. Und speziell in der zweiten Hälfte sollte sich sein Fehlen noch enorm bemerkbar machen", urteilte Steinbrecher. Doch zeigte sich der GHC zunächst noch unbeeindruckt. Bis zur Halbzeit verwalteten die Gäste ihre Zwei-Tore-Führung und verließen das Parkett mit einem 15:13 in Richtung Kabine.

Den wirkungsvolleren Pausentee schienen dann aber die SG-Spieler zu sich genommen zu haben. Kurz nach Wiederbeginn glichen die Gastgeber auf 16:16 aus. "Prittitz hat technisch guten und schnellen Handball gezeigt. Das war aber kein Geheimnis und dass die Teams der Verbandsliga Süd stark spielen, auch nicht", grollte es gestern immer noch bei Steinbrecher.

Woran aber lag es dann, dass die SG Saaletal über die Stationen 18:17, 22:20 und 27:22 nicht nur die Führung, sondern das komplette Spielgeschehen an sich riss? Zum einen erhöhte sich die technische Fehlerquote im Spiel des GHC und zum anderen machte sich nun schon wie angedeutet das Fehlen von Hoffmann schmerzlich bemerkbar. Normalerweise ist der 19-Jährige stets gut für ein paar "unmögliche" Tore, die dem Spiel eine Wende verleihen können. Nur war er an diesem Tag in Prittitz zum Zuschauen verdammt.

Mittlerweile musste man aus Sicht der Güsener das Schlimmste befürchten. Beim Stand von 23:29 aus GHC-Sicht schien sich eine haushohe Pokalklatsche anzubahnen. Doch bevor die Gäste vollends ins Debakel schlitterten, stellte Steinbrecher um und ließ auch mit einem offensiven Deckungsverbund spielen. Mit Erfolg: Tor um Tor kämpfte sich der GHC heran und eine Minute vor dem Ende lag die SG nur noch mit 31:30 vorn. Auch der letzte Angriff sollte den Gästen gehören, die nun hofften, sich mit einem erfolgreichen Gegenstoß in die Verlängerung zu retten. Doch pfiffen die Schiedsrichter den Güsener Konter 30 Sekunden vor Spielende zurück, da ein Prittitzer Spieler am GHC-Strafraum verletzt liegenblieb. Somit verpuffte die letzte Angriffsbemühung der Gäste, während auf der SG-Seite großer Jubel angesagt war. "Kein Vorwurf an die Unparteiischen, das war ihr einziger Fehler im gesamten Spiel. Verloren haben wir die Partie auch nicht kurz vor Schluss, sondern in der gesamten zweiten Halbzeit", lautete das abschließende Fazit von Steinbrecher, der seine Mannschaft nun auf das Liga-Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen Calbe einstimmen muss.

Güsener HC: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (8), Buchheister (3), Hennig (3), Teßmann (3), Hoffmann (1), C. Beyer (3), C. Haßbargen (3), Naggies (1), Salomon (2), Steindorf (3)