Die Hinrunde in der Verbandsliga Nord haben die Handballer des SV Eiche 05 Biederitz auf einem eher enttäuschenden vierten Rang mit 15:11-Zählern abgeschlossen. Der Sieg beim Tabellenführer Post SV Magdeburg zum Abschluss und die Ausgeglichenheit der Liga ist es zu verdanken, dass die SVE- Ballwerfer hinter ihrem Ziel Aufstieg nicht schon zur Halbzeit einen Haken machen können.

Biederitz (ihe). Die Biederitzer Verbandsliga-Vertretung hatte vor der Saison einen personellen Umbruch erfahren. So musste das Team um das Trainergespann Stefan Quensell/Marco Schmidt schnell damit leben, dass ein Handball-Urgestein wie Dirk Hesse, der neben Kevin Wilke den Kader verließ, nicht von heute auf morgen zu ersetzen ist. Mit Sören Große, Eric Peters, Carsten Wolff, Marcel Tümler und kurz vor Toreschluss noch Uwe Werkmeister wechselten zwar gestandene Akteure an die Ehle, eine Mannschaft jedoch waren sie zunächst noch nicht.

Dies war sicherlich auch der Hauptgrund, dass bereits in Runde eins des HVSA-Pokals beim Ligarivalen HV Ilsenburg (28:33) Endstation war. Der Ligaauftakt ging dann auch gleich beim hoch motivierten Aufsteiger Eintracht Gommern mit 30:34 verloren. Neben der hausgemachten Harmonieschwäche gefiel dem Trainerteam das Auftreten der Mannschaft nicht. Nötige Konsequenzen blieben nicht aus, so fiel etwa Steve Klack aus dem Kader.

Die Chance auf Wiedergutmachung bot sich im ersten Heimspiel gegen die Ilsenburger in doppelter Hinsicht, aber bereits zur Pause (11:19) hatten die Harzer den erneuten Sieg (am Ende 34:29) in der Tasche.

Leichte Besserung stellte sich beim Gastspiel in Wester- egeln ein. Das 33:33 war ein erstes positives Resultat, welches im Heimspiel gegen den Möckeraner TV untermauert werden sollte. Dies gelang dann auch vor 120 Zuschauern mit 39:35 ziemlich souverän gegen eine starken Wiedersacher. Dass die Truppe langsam zu einer solchen werden würde, unterstrich sie auch beim bisherigen überraschenden Tabellenführer Magdeburger SV 90. Nach einem 14:15-Pausenrückstand wurde schließlich in Lemsdorf noch ein ungefährdeter 36:26-Auswärtserfolg mit jeweils neun Toren von Rene Schnetter und Sören Große eingefahren. "Die Tempoverschärfung war der Schlüssel zum Erfolg", meinte Quensell später.

Anschließend wurde die Pflichtaufgabe gegen das punktlose Schlusslicht HSV Haldensleben II mit nur wenig Glanz 30:23 gemeistert. Einen starken Biederitzer Auftritt sahen dann 150 Zuschauer in der Sporthalle von Mieste, wo die Biederitzer einen klaren und jederzeit verdienten 35:26-Erfolg einfuhren. "Es lief ganz nach unseren Vorstellungen", resümierte der sichere achtfache Siebenmeterschütze Sven Hebestreit.

Ernüchterung sollte nach dem nächsten Heimspiel gegen die Reserve des SV Oebisfelde einkehren. Das 29:30 war in erster Linie auf eine löchrige Abwehr und eine insgesamt schwache erste Hälfte zurückzuführen. Dem anfangs starken Aufsteiger HT 61 Halberstadt brachten die Biederitzer eine Woche später die vierte Pleite in Folge bei. Der 30:25-Sieg im Harz war dennoch einer der schwächeren Auftritte der Ehlehandballer, die bereits mit 0:5 zurücklagen.

Im zweiten Auswärtsspiel in Folge ging es nach Olvenstedt zum BSV 93 Magdeburg II. Bei einer 29:24-Führung zehn Minuten vor Ultimo glaubten viele der mitgereisten Fans an einen weiteren Auswärtssieg. Doch weit gefehlt. Nach dem Abpfiff standen die Delius & Co. nach einem völlig unnötigen 32:33 mit leeren Händen da. "Wir haben die Partie einfach nicht zu Ende gespielt", war Stefan Quensell anschließend nahezu sprachlos.

Im anschließenden Heimspiel gegen den überraschenden Spitzenreiter SpG Thale/Westerhausen reichte es zu einem 31:31-Unentschieden. Dass zumindest im kämpferischen Bereich fast alles stimmte, belegte die Aufholjagd nach einem 12:17-Pausenrückstand. Ob dieses Remis gegen die SpG eher ein verlorener oder gewohnener Punkt sein würde, blieb bisher unbeantwortet. Das folgende Unentschieden in Weferlingen jedoch muss in jedem Fall in die Kategorie verlorener Zähler eingeordnet werden. Beim 35:35 erwies sich vor allem die Abwehrarbeit als eher lästiges Beiwerk. "Vorne hui, hinten pfui", war vielerorts hörbar. Neuzugang Sören Große, der bisher die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen konnte, steuerte allein 15 Treffer bei.

Die Möglichkeit, die Hinrunde zumindest einigermaßen zu retten, bot sich zum Abschluss beim Post SV Magdeburg. Doch nach der ersten Hälfte und einem 10:18-Rückstand sah es beim Tabellenführer eher nach einem weiteren harten Nackenschlag aus. Doch was die Biederitzer in den zweiten 30 Minuten ablieferten, lässt die gesamte Biederitzer Handballgemeinde für die am 15. Januar beginnende Rückrunde (Derby gegen Eintracht Gommern) hoffen.

"Wir haben endlich ein Lebenszeichen von uns gegeben. Jetzt scheint jeder begriffen zu haben, was seine Aufgabe in einer Mannschaft ist", zeigte sich Rechtsaußen Michael Thielicke nach der gedrehten Begegnung am Lorenzweg (32:31) überglücklich.

"Wir müssen ab Januar sehen, was noch geht. Von der Hinrunde bleiben viele negative Erinnerungen haften, so beispielsweise die erste Hälfte daheim gegen Ilsenburg. Danach sind wir mehr und mehr zusammengewachsen und haben dies besonders beim Magdeburger SV 90 und in Mieste bewiesen. Der Sieg zum Abschluss bei Post kann noch richtungsweisend sein", zog der Biederitzer Coach Stefan Quensell ein eher nüchternes, aber realistisches Fazit.

"Wir werfen die Flinte noch nicht ins Korn und rücken enger zusammen. Die Tabellenkonstellation zeigt, dass der Ausgang noch alle Möglichkeiten offen lässt", sagte der Biederitzer Co-Trainer Marco Schmidt, der sich mit der Trainingsbeteiligung in der Hinrunde sehr zufrieden zeigte.

SV Eiche Biederitz: Michael Platte (13 Spiele/0 Tore/0 Siebenmeter), Marcel Tümler (7/0/0), Aaron Swoboda (5/0/0) – Alexander Enke (11/46/0), Stefan Holzgräbe (8/6/0), Carsten Wolff (12/6/0), Matthias Delius (12/48/0), Michael Thielicke (5/3/0), Eric Peters (13/27/0), Rene Schnetter (13/92/19), Sören Große (12/88/14), Steve Klack (1/3/0), Andre Freistedt (11/10/0), Sascha Nowatschek (12/21/0), Christopher Pflug (12/16/0), Sven Hebestreit (10/22/16), Uwe Werkmeister (9/8/0), Patrick Blumberg (8/23/0), Matthias Krüger (1/2/0)