Jede Serie geht einmal zu Ende. Sehr zur Freude der abstiegsbedrohten Landesliga-Fußballer aus Gerwisch war es eine Negativreihe, die am Sonnabend beim 2:0 (1:0)-Erfolg über die TSG Calbe riss. Mit zwei klaren Niederlagen und auf dem letzten Tabellenplatz ins neue Jahr gestartet, feierten die Blau-Weißen ihren ersten Sieg im Jahr 2011.

Gerwisch (bjr/hpl). Auch für SG-Coach Thomas Sauer war der Heimerfolg gegen die Elf aus dem Salzlandkreis eine große Genugtuung. Sauer, der das Traineramt im Dezember übernommen hatte, wartete bis zum Wochenende noch auf seinen ersten "Dreier" an der Seitenlinie. Umso größer war natürlich auch seine Freude nach dem Abpfiff. "Wir haben in der Abwehr sicher gestanden, wenig zugelassen. Vor allem in Sachen Siegeswille und Zweikampfverhalten waren wir überlegen und haben uns heute endlich selbst belohnt".

Von Beginn an zeigte seine Elf die Entschlossenheit, sich im Absteigskampf freizuschießen. Ein Schuss von Philipp Baumgartl (12.) und das Duell zwischen Marcus-Antonio Bach und TSG-Torwart Christian Harant (16.) waren erste Achtungszeichen, die die SG setzte. In der Folge waren zwar auch die Gäste bemüht, das Führungstor zu erzielen, doch nicht zuletzt der von Sauer angesprochene Biss in den Zweikämpfen und Keeper Stefan Huhn zogen Calbe den Zahn. Schadlos überstand die SG eine erste Drangphase der Gäste, die etwa bis zur 30. Minute anhielt.

Danach meldete sich Gerwisch mit einem Paukenschlag zurück. Nach schönem Pass von Thomas Tietz tauchte Baumgartl frei vor dem Gästetor auf, verlud Harant und schob zur umjubelten 1:0-Führung ein (34.). Vor der Pause hatten Bach und Maik Hoppe per Doppelchance sogar die Gelegenheit, die Führung weiter auszubauen.

Auch mit Wiederbeginn blieb die SG am Drücker. Bach verzog nach guten Zuspiel (52.) äußerst knapp, ein straffer Schuss von David Schäfer verfehlte sein Ziel nur um Haaresbreite (65.). Zwar blieben die Gäste vor allem nach Standardsituationen gefährlich, dennoch hatten viele der in dieser Saison leidgeprüften Gerwischer Fans ein gutes Gefühl, dass es endlich wieder einmal mit der vollen Punktausbeute klappen könnte.

Dennoch wollte das beruhigende zweite Tor zunächst nicht fallen. Ein Pfostentreffer von Bach (70.) und ein Schuss vom eingewechselten Mathias Herms (77.) nährten aber die Hoffnung auf ein positives Ende aus Gerwischer Sicht. Wenig später dann aber die Erlösung: TSG-Kapitän Sven Noack hielt den Fuß an eine Flanke der Blau-Weißen und sorgte per Eigentor unfreiwillig für in dieser Spielzeit selten gekannte Glücksmomente in Gerwisch – das 2:0 (85.).

Durch den Sieg klettern die Blau-Weißen um einen Platz in der Tabelle auf Rang 15. Sollte auch am nächsten Wochenende ein Erfolg im Heimspiel gegen Aschersleben gelingen, könnte der alte Spruch "Totgesagte leben länger" auch bei den Gerwischer "Sorgenkindern" seine Bestätigung finden.

SG Blau-Weiß Gerwisch: Huhn – Schönfeld, Tangermann, Hoppe, Schäfer, Kühn (67. Herms), J. Schacker, Tietz, Träbert, Bach (88. A. Schacker), Baumgartl