Biederitz (ihe). Eintracht Gommern hat am Sonnabend das emotionsgeladene Derby beim SV Eiche 05 Biederitz völlig verdient mit 29:22 (15:9) gewonnen. Der wieder genesene Philipp Eckhardt steuerte 13 Treffer bei, während auf Biederitzer Seite Sören Große immerhin neunmal traf.

Den besseren Start jedoch besaßen vor 130 Zuschauern die Hausherren, die durch André Freistedt und Eric Peters ein 2:0 vorlegten. Nach dem Ausgleich der Eintracht zum 3:3 – Robert Kaese erzielte alle drei Treffer – zogen die Gastgeber, die auf die Rückraumspieler Sven Hebestreit und Matthias Delius verzichten mussten, erneut auf zwei Tore davon (5:3). In dieser Anfangsphase konnte der Biederitzer Neuzugang Michael Gottschalk (50) einen Strafwurf parieren. Nach dem 6:4 des SVE glich die Eintracht durch Kaese und Neuzugang Falco Herbst zum 6:6 (20. ) aus. Inzwischen hatten die Biederitzer Rechtsaußen Michael Thielicke bereits nach einer umstrittenen Roten Karte bereits verloren.

Diese fragwürdige Szene brachte dann die Gastgeber augenscheinlich völlig aus dem Gleichgewicht. Die Gommeraner nutzten dies und zogen auf 11:7 davon. Das 8:11 durch Sascha Nowatschek beantworteten die Gäste durch Treffer von Herbst und Eckhardt zum 13:8. Nach dem 9:13 von Uwe Werkmeister waren es die Gommeraner Shooter Kaese und Eckhardt, die den 15:9- Halbzeitstand herstellten.

Auch nach dem Wechsel bewiesen die Gäste das bessere Mannschaftsgefüge und den weitaus größeren Siegeswillen. Bis zum 18:12 nach 40 Minuten behaupteten die Eintracht-Handballer den Sechs-Tore-Vorsprung und konnten dabei deutlich Vorteile auf den Torhüterposition verzeichnen. Marcus Sindermann lieferte eine ganz starke Partie ab.

Den Biederitzern war der Wille eigentlich nie abzusprechen, doch allein aus dem Rückraum kam mit Ausnahme von Große, der per Doppelschlag auf 15:19 verkürzte, ganz einfach zu wenig. Chancen, um auch von anderen Positionen zu Torerfolgen zu kommen, waren eigentlich gegeben, nur an der Umsetzung haperte es an diesem Tag gewaltig, dazu gesellten sich spielerische Defizite.

Ganz anders sah dies bei den Gästen aus, bei denen vor allem die Achse Kaese/Eckhardt immer wieder brandgefährliche Akzente setzen konnte. Den Gästen war die Spielfreude deutlich mehr anzusehen, wenn auch nicht alles immer reibungslos klappte.

Als nach 53 Minuten Nowatschek und Peters den Rückstand auf 21:23 minimierten, keimte unter den Biederitzer Zuschauern noch einmal Hoffnung auf. Diese machten jedoch Eckhardt und Herbst mit ihren Toren zum 26:21 (56.) zunichte. Das 22:26 durch Sören Große war dann der letzte Biederitzer Treffer, ehe wiederum Eckhardt (2) und Kaese vom Siebenmeterpunkt für den sicherlich etwas zu hohen 29:22- Endstand sorgten.

"Die Nummer eins im Kreis sind wir", skandierte unmittelbar nach dem Schlusspfiff die Gommeraner Spielertraube unter dem Jubel der zahlreich mitgereisten Anhänger, die phasenweise für eine Heimspielatmosphäre sorgten. Auch wenn mit dem Sachsen-Anhalt-Ligisten aus Güsen noch ein ranghöherer Vertreter vor der Eintracht steht, schien sich am Sonnabend zumindest in der Verbandsliga eine Wachablösung zu vollziehen.

"Wir haben durch eine geschlossene Mannschaftsleistung verdient beide Punkte mitgenommen. Dennoch möchte ich Marcus Sindermann und Philipp Eckhardt herausheben. Auch Falco Herbst wurde hervorragend integriert", fand Gommern-Trainer Torsten Bock nach dem Schlusspfiff durchweg lobende Worte.

"Zuerst einmal Glückwunsch Richtung Gommern, das hier völlig verdient gewonnen hat. Der Start stimmte zuversichtlich, doch dann haben wir uns mehr und mehr die Zähne am gegnerischen Keeper ausgebissen", zog der Biederitzer Coach Stefan Quensell ein erstes kritisches Resümee.

Eiche Biederitz: Swoboda, Gottschalk – Enke (1), Wolff (1), Thielicke (1), Peters (2), Schnetter (2), Große (9/3), Freistedt (1), Nowatschek (3), Werkmeister (1), Pflug (1)

Eintracht Gommern: Sindermann, Hartung – Krieseler, Bomke, Eckhardt (13/3), Kaese (9/3), Dietze, D. Einwiller (1), Ehrke, T. Einwiller, Schröter, Herbst (5), Zater (1)