Heyrothsberge (okr). Die "Remis-Könige" treten auf der Stelle: Der SV Union Heyrothsberge hat das erste Halbjahr der Fußball-Landesklasse 2 auf einem soliden achten Platz abgeschlossen, verspielte aber angesichts von sechs Unentschieden und weiteren knappen Niederlagen eine bessere Position.

"Wir haben oftmals die bessere Spielanlage gezeigt, es aber versäumt, nach einem Führungstreffer nachzulegen", sagte Trainer Torsten Völckel, der sich im dritten Jahr auf Landesebene und nach Rang zehn in der Vorsaison sicher mehr erhofft hatte.

Erst recht, da seine Unioner in der Vorbereitung auf diese Spielzeit gute Leistungen zeigten und auch der Start in die Punktspiele verheißungsvoll verlief. Nach dem 0:0-Auftakt gegen Germania Olven- stedt legte Heyrothsberge gegen den FSV Nienburg (2:1), den BSV 79 Magdeburg (3:0) und TSV Hadmersleben (4:3) drei Siege nach und setzte sich vorläufig im Vorderfeld der Liga fest. Vor allem der Angriff, in dem Torjäger Karsten Völckel mit Neuzugang Stefan Groth bereits gut harmonierte, schien seine Ladehemmung abgelegt zu haben.

Warum danach ein Bruch im Heyrothsberger Spiel erfolgte, kann sich der Trainer auch nicht recht erklären. In jedem Fall bedeutete die 2:3-Niederlage gegen den SV Seehausen ein Knackpunkt in der Hinrunde. "In diesem Spiel haben wir unsere beste erste Halbzeit seit Jahren gezeigt. Leider sind wir im zweiten Spielabschnitt dann eingebrochen", stellte Völckel nüchtern fest.

Und genau dieser Verlauf zog sich fortan wie ein roter Faden durch das Union-Spiel. Egal ob gegen die ZLG Atzendorf (2:2), als sie das Verletzungspech ereilte, beim SV Altenweddingen (1:1), als sie sich von der überharten Gangart des Gegners beeindrucken ließen, oder gegen Klein Wanzleben (1:1), als Empor mit nur einer echten Torchance einen Punkt erzwang (1:1), stets schrammten die Heyrothsberger knapp an einem Sieg vorbei. Die Folge: Union konnte neun Spiele in Folge nicht gewinnen und rutschte schnell ins Mittelmaß ab. Einzig am 14. Spieltag gelang der Truppe gegen Arminia ein knapper 1:0-Sieg, "als wir unser bestes Spiel gemacht haben", so Völckel.

Die Gründe für den plötzlichen Einbruch mitten in der Saison sind für den Trainer schwer zu fassen. Die Trainingsbeteiligung war über weite Strecken gut, auch blieb die Mannschaft weitestgehend vom Verletzungspech verschont. Vielmehr machte der Coach immer wieder Konzentrationsschwächen in allen Mannschaftsteilen aus. "Mal schwächelten die Stürmer und versiebten reihenweise Chancen, mal patzte die Abwehr. Und auch im Zentrum, in der Spieleröffnung gibt es Verbesserungsbedarf", zählte der Trainer die Baustellen auf.

Dass diese in der Rückrunde behoben werden, davon sind die Verantwortlichen und Spieler beim SV Union überzeugt. "Wir haben soviele gute Fußballer in unseren Reihen, sie müssen nur häufiger ihr Potenzial abrufen, konstanter werden", sagte Völckel. Entsprechend rückt er auch von seiner Saisonzielstellung, einem einstelligen Tabellenplatz, nicht ab, wohl in dem Wissen, "dass nach oben kaum noch etwas möglich ist".

Übrigens: In der Winterpause verstärkte sich der Verein mit einem neuen Spieler. Eric Fischer, der flexibel einsetzbar ist, wechselte vom FSV Eintracht Glindow (Brandenburg) nach Heyrothsberge. Außerdem ist ein weiterer Spieler im Gespräch, eine Verpflichtung aber noch fraglich.