Vor dem Finale um den Handball-Nordcup wurde zunächst der Mann geehrt, der mit 154 Treffern einen wichtigen Beitrag zum Aufstieg des SV Eintracht Gommern in die Verbandsliga geleistet hat. Philipp Eckhardt nahm die Blumen lächelnd an – und bestätigte seine Werferqualitäten in den folgenden 60 Minuten. Trotz seiner 13 Tore am Sonnabend in Niederdodeleben reichte es Gommern nicht zum Gewinn des Doubles. Das Team verlor nach einer nervenaufreibenden Begegnung mit 30 : 31 ( 15 : 15 ) das Finale um den Nordcup.

Niederndodeleben ( jha / dhü ). Bei der insgesamt vierten Saisonniederlage geriet Trainer Torsten Bock schon frühzeitig ins Haareraufen. Magdeburg schlug von Beginn an ein hohes Tempo an, Felix Magalowski, mit sieben Toren erfolgreichster TuS-Werfer, nutzte die Lücken zu Treffern, brachte sein Team mit 4 : 2 in Führung. Das spielerische Element rückte schnell in den Hintergrund, derart geprägt wurde die Partie vom Kampf beider Mannschaften. Nachdem Eckhardt durch zwei verwandelte Strafwürfe zum 4 : 4 ausgleichen konnte, wendete sich das Blatt sogar zugunsten der Eintracht. Zwei weitere Tore durch Mathias Zater ließ das Team bis zur neunten Minute auf 7 : 4 davonziehen. Diesen Vorsprung gaben die Bock-Schützlinge bis ins letzte Drittel des ersten Durchgangs hinein nicht aus der Hand, auch weil der ab der 20. Minute eingewechselte Keeper Marcus Sindermann unter anderem zwei Siebenmeter parierte.

Doch dann sollte ein Schlendrian bei Gommern einziehen. Viele vor allem über die Außen, vergebene klare Chancen, welchen man am Ende noch nachtrauern sollte, ließ TuS wieder in Schlagdistanz kommen. Parierte Sindermann, gewannen die Magdeburger fast immer den Abpraller, den sie dann viel zu leicht zum Erfolg und damit zum 11 : 11-Ausgleich nutzen konnten. Bock reagierte in der 24. Minute mit einer Auszeit, bis zur Pause herrschten aber weiter die ausgeglichenen Verhältnisse ( 15 : 15 ).

Auch in der zweiten Halbzeit gelang es keinem der beiden Teams, sich abzusetzen. Dennoch konnte sich vor allem Dennis Einwiller für die Eintracht durch zahlreiche Treffer über Rechtsaußen auszeichnen. Doch Gommern ließ vor allem in der Schlussviertelstunde eine klare Linie vermissen. Ein verworrenes Deckungsverhalten blieb nicht ohne Konsequenzen. Aber auch im Angriff zeigten die Schützen Nerven. Vier verworfene Siebenmeter untermauern diesen Fakt.

So kam es zu einem echten Herzschlagfinale. Nach Toren von Tino Einwiller und Eckhardt konnte Gommern zwei Minuten vor dem Ende jeweils in Führung gehen. Doch immer kassierte das Team im direkten Gegenzug den Ausgleich. Beim Stand von 30 : 30, 40 Sekunden vor dem Ende, entschieden die Unparteiischen auf Strafwurf für Magdeburg. Felix Magalowski trat gegen Marcus Sindermann an. Der Gommeraner Schlussmann konnte den Siebenmeter parieren, doch Magalowski bekam erneut die Hände an den Abpraller und verwandelte den Nachwurf. Den Gegenzug ließ die Eintracht ungenutzt, weshalb sie ihr vorerst letztes Nordcupfi nale verloren.

Indes hatten die Magdeburger ihre Kontrahenten als letztjährigen Pokalsieger beerbt, TuS tritt zudem in der neuen Saison im HVSA-Landespokal an, für den die Eintracht als Verbandsligist gesetzt ist.

SV Eintracht Gommern : Bußmann, Hartung ( n. e. ), Sindermann – Krieseler ( 2 ), D. Einwiller ( 6 ), Eckhardt ( 13 ), Dietze ( 3 ), T. Einwiller ( 2 ), Zater ( 3 ), Bomke, T. Simon, A. Simon ( 1 ), Kaese