Fußball-Landesligist SG Blau-Weiß Gerwisch hat sich am Mittwochabend für die jüngste Auswärtsschlappe (0:1 beim FSV Nienburg) rehabilitiert. "Das war die richtige Reaktion", sagte Trainer Rolf Döbbelin nach dem klaren 3:0 (1:0)-Heimerfolg seiner Mannschaft im Nachholspiel gegen den SSV Gardelegen.

Gerwisch. Als Philipp Baumgartl in der 78. Minute eingewechselt wurde, atmeten Trainer, Mitspieler und Fans auf – der Stürmer ist nach seiner komplizierten Fersenverletzung wieder zurück. Und als hätte er nie gefehlt, leitete Baumgartl zwei Minuten später den Treffer zum 3:0 ein. "Philipp hat in dieser Woche wieder trainiert. Er kann in den nächsten Spielen sicher wieder von Beginn an auflaufen", sagte Döbbelin.

Auch ohne ihren Torjäger zeigten die Blau-Weißen am Mitwoch eine gute Offensivleistung. Anders als gegen den Abstiegskandidaten Nienburg Tage zuvor, präsentierte sich die Gastgeber lauf- und spielfreudiger, einsatzstärker, einfach wacher. Vor allem die Vierer-Mittelfeldkette setzte immer wieder Impulse nach vorn, wo diesmal neben Danny Schalla Routinier Mario Träbert stürmten. Nach einer ersten Schrecksekunde, als Gardelegens Christopher Schmidt aus fünf Metern Torentfernung der Ball versprang (10.), gab Gerwisch die Schlagzahl vor.

Zunächst scheiterte Mathias Herms nach Pass von Tino Raugust aus Nahdistanz am Keeper (17.). Dann köpfte Danny Schalla knapp am Tor vorbei (26.). Der beste Angriffszug des Spiels führte schließlich in der 28. Minute zum 1:0. Herms, der sich über die linke Seite gut durchgesetzt hatte, passte nach innen, wo Jens Schacker aus drei Metern am SSV-Schlussmann scheiterte. Denis Schönfeld erkämpfte den abprallenden Ball, legte auf Franz Zimmer zurück, der aus gut 20 Metern mit strammen Schuss vollendete.

Die Führung verlieh den Gastgebern jedoch keine Sicherheit. Zwar kontrollierten sie das Geschehen, verpassten es aber, nach Toren nachzulegen. "Das ist nach wie vor unser Problem, dass unser Spiel einer Berg- und Talfahrt gleicht", hatte auch der SG-Coach beobachtet. Entsprechend hätte sein Team vor der Pause fast die Quittung erhalten. Der agile Schmidt traf aus spitzem Winkel den Posten (44.).

Nach Wiederanpfiff schlugen die Platzherren erneut zum richtigen Zeitpunkt zu. Tino Raugust spielte den Ball in die Schnittstelle der Gardeleger Abwehr. Danny Schalla umkurvte den gegnerischen Schlussmann und schoss clever ein – 2:0 (49.). Die Gäste gaben sich jedoch nie auf, drängten auf den Anschlusstreffer, wobei André Stolle, Christopher Schmidt und Christian Reineke gute Möglichkeiten teils kläglich vergaben. Bei einem Schuss von Herms übersah die sonst umsichtige Schiedsrichterin Nicole Remus ein Handspiel eines SSV-Spielers im Strafraum. Dennoch geriet der Gerwischer Sieg in der Schlussphase nicht mehr in Gefahr. Erst recht nicht, als Baumgartl eingewechselt wurde, auf Jens Schacker passte und dieser Schalla bediente, der den Ball problemlos zum 3:0 einschob.

Fazit: "Eine solide Leistung meiner Mannschaft, die mich für die nächsten Spiele optimistisch stimmt", sagte Döbbelin. Zwar sind am Sonn- abend gegen Barleben Zimmer und Michael Gädke Gelb-gesperrt, dafür wird Philipp Baumgartl wieder stürmen.