Loburg (okr/sza). Randalierende Zuschauer haben am Mittwochabend für den Abbruch des Fußball-Kreispokalspiels zwischen dem SV Loburg und dem VfL Gehrden gesorgt. Die Gruppe warf Knallkörper und Rauchbomben auf das Feld, so dass Schiedsrichter Christopher Bethke die Viertelfinal-Partie in der 85. Minute abbrach.

"Ich bin betroffen, was sich am Mittwoch in Loburg zugetragen hat. Wir werden den Vorkommnissen umgehend nachgehen und auch den Fußball Verband Sachsen-Anhalt informieren", sagte KFV-Präsident Erhard Hölzel gestern.

Laut Aussage von Loburgs Abteilungsleiter Steven Burchard habe sich bereits vor Beginn des Spiels eine schwarz gekleidete Gruppe vor dem Sportplatz versammelt. "Als wir diese Personen nicht reinlassen wollten, mussten wir beobachten, dass sie hinter dem Stromhäuschen über den Zaun kletterten", äußerte Burchard, der selbst als Ordner fungierte. Er habe im Vorfeld davon erfahren, "dass Hooligans nach Loburg kommen wollen" und die Polizei in Burg verständigt. Tatsächlich seien zwölf Beamte mit vier Streifenwagen vor Ort gewesen. Nach Spielbeginn soll die Gruppe ein Fahne mit der Aufschrift der mittlerweile verbotenen "Blue White Street Elite", eine Vereinigung gewaltbereiter "Fußballfans", enthüllt haben. Mitte der ersten Halbzeit zündeten sie einen Knallkörper und warfen ihn Richtung Schiedsrichter-Assistenten. Daraufhin wurde die Partie zehn Minuten unterbrochen, später fortgesetzt. In der 85. Minute warfen die Störer erneut einen Feuerwerkskörper auf den Rasen. Deshalb brach Schiedsrichter Bethke das Spiel beim Stand von 1:0 für Loburg ab.

"Ich werde mich am Freitag mit der Polizei in Verbindung setzen, um Näheres zu erfahren", sagte der Pokalverantwortliche des KFV, Horst Wichmann. Erst dann wird sich das Sportgericht mit den Vorfällen befassen. Sowohl der SV Loburg als auch der VfL Gehrden distanzierten sich von der ihnen unbekannten Gruppe, "so dass eine Neuansetzung der Partie auf neutralem Platz wahrscheinlich ist", sagte Wichmann. Ein Sprecher des Polizeireviers Jerichower Land bestätigte gestern den Einsatz der Beamten, wollte allerdings keine näheren Angaben machen.