Biederitz (dhü). In der Ostliga hat man sich an die neue Sprache und ihren schönen Akzent spätestens nach dem dritten Spieltag gewöhnt: Die Klasse dieser Liga wird nicht zuletzt durch die tschechischen Spielerinnen, die im Sog der Erfolge einer Martina Navratilova oder auch einer Helena Sukova zum Tennis gekommen sind, geprägt. Martina Felux spricht nach vier Jahren, die sie in Biederitz lebt und für den BTC spielt, ein sehr gutes Deutsch. Am vergangenen Freitag feierte sie nun ihren 26. Geburtstag, viel Zeit zum Feiern hatte sie allerdings nicht. Der Tag war eher stressig. Am Nachmittag zum Beispiel trainierte sie noch den Biederitzer Nachwuchs, und am nächsten Morgen ging es ja bereits nach Chemnitz zum TC Küchwald. Dort gelang ihr ein 6:1, 6:4-Erfolg gegen eine Julia Kubb, die in dieser Saison die viel beachtete Maria Reinmüller aus Erfurt, 13 Jahre, bezwang. Über ihren Einzelerfolg "habe ich mich sehr gefreut", sagt Felux. Die ganze Mannschaft freute sich indes über einen klaren 8:1-Sieg in Chemnitz. Einen Tag später verloren die Damen auf heimischem Court gegen den großen Favoriten der Liga, den TC Dresden-Blasewitz, mit 2:7. Die Doppelbelastung war dann nicht nur für Felux neu. Sie spürte, wie die Kondtion nachließ, vor allem gegen eine so undankbare Gegnerin wie Christiane Slansky, die mit ihrem Sicherheitsspiel einfach nur die Bälle zurückbrachte – da kann man müde werden.

Felux hat in ihrer Heimat nicht nur viele Turniere gewonnen, in der internationalen Doppelrangliste hatte sie einst ebenso ihren Platz gefunden. Sie kann auch geduldig spielen wie eine Slansky, ähnlich geartet war nämlich die Partie der Julia Kubb. Aber am Sonntag fasste sie sich oft an den Rücken, der Schmerz kam zu den kleinen Sorgen um die Kondition hinzu. Und trotzdem hatte sie sich geärgert über die leichten Fehler, die ihr im ersten Satz mit Rück- oder Vorhand unterlaufen waren. Im zweiten gestaltete sie das Match ausgeglichen, aber bis zum Ende, ein 3:6, 5:7, blieb es für Felux ein langer Weg über Marathon-Ballwechsel, die am Ende nur noch irgendein geschwächter Muskel entschied.

Neben Felux auf Platz eins herrschte längst Stille, als sie gerade Mitte des zweiten Durchgangs auf die Entscheidung hinarbeitete. Jarmila Sikorova, die Nummer zwei, hatte es mit der aktuellen tschechischen Meisterin zu tun, mit Zuzana Zalabska nämlich. Sikorovas Teamgefährtin Veronika Ovcacikova musste als Zaungast selbst durchpusten, so sehr beeindruckte dieses druckvolle Spiel der Dresdnerin. Angefangen vom Aufschlag über eine tolle Vorhand konnte man vor allem von der Rückhand der Rechtshänderin nicht genug kriegen. Die spielte sie so hart, so flach, so lang und so präzise, weshalb Sikorova den Körper äußerst tief beugen musste, um den Ball noch zu erreichen. Zudem glänzte Zalabska mit einem starken Antritt, einer hervorragenden Reaktion, sie griff jeden zweiten Aufschlag konsequent an, sie lockte mit Stops und sichterte sich oft mit dem Passierschlag den Punkt. Die 25-jährige Sikorova lief und kämpfte, hatte aber kaum die Gelegenheit, selbst einmal Druck aufzubauen. Zu groß war die Überlegenheit Zalabskas, auch im Ergebnis – 1:6, 1:6.

Und egal, wo und wann Dresden einmal gestolpert ist, am Ende wird das Team doch ganz oben stehen. Auch für Martina Felux sind die Sachsen der Favorit dieser Saison. Und wie weit ist der Weg des BTC noch zum Klassenerhalt? "Wir brauchen noch einen Sieg", sagt Felux. Ist der erreicht, kann sie ihren Geburtstag gleich nachfeiern – vielleicht schon am kommenden Sonntag nach dem Spiel beim TC Magdeburg.

Chemnitzer TC – Biederitzer TC 1:8

Dana Vondrova – Veronika Ovcacikova 3:6, 4:6; Sarka Snorova – Jarmila Sikorova 4:6, 3:6; Andrea Rychtecka – Katja Krebs 6:1, 6:4; Julia Kubb – Martian Felux 1:6, 4:6; Sarah Neubert – Susann Lüttich 6:3, 6:7, 0:1 (6:10); Darah Kubb – Arlett Bittrich 0:6, 1:6; Doppel: Vondrova/Snorova – Ovcacukova/Sikorova 3:6, 6:1, 0:1 (10:12); Rychtecka/J. Kubb – Felux/Lüttich 4:6, 6:1, 0:1 (5:10); S. Kubb/Floß – Krebs/Bittrich 2:6, 0:6

Biederitzer TC – Dresden-Blasewitz 2:7

Ovcacikova – Barbora Krtickuva 1:6, 2:6; Sikorova – Zuzana Zalabska 1:6, 2:6; Krebs – Michaela Kucharova 4:6, 3:6; Felux – Christian Slansky 3:6, 5:7; Lüttich – Katja Lehmann 2:6, 0:6; Bittrich – Michaela Pichel 6:4, 6:0; Doppel: Ovcacikova/Sikorova – Zalabska/Kucharova 5:7, 4:6; Krebs/Bittrich – Krtickova/Lehmann 0:6, 0:6; Felux/Lüttich – Slansky/Pichel 7:5, 4:6 1:0 (0:6)