Güsen (okr). Die vierte Mannschaft des Güsener HC hat in dieser Saison eigentlich alles erreicht. Sie wurde Kreismeister, zog ins Halbfinale des Nord-Cups ein und erreichte das Finalturnier um den Kreispokal. "Dafür, dass wir nur einmal in der Woche trainieren und hauptsächlich aus Spaß Handball spielen, haben wir eine tolle Saison gespielt", sagte GHC-Routinier Jörg Richter. Insofern nahmen er und seine Mitspieler am Sonnabend die 23:36 (10:15)-Niederlage gegen den SV Eintracht Gommern und damit das Aus im Nord-Cup gelassen.

Der neue Meister der 1. Nordliga und Aufsteiger zur Verbandsliga spielte über weite Strecken der Partie seine Überlegenheit aus. "Gommern war uns vor allem konditionell überlegen", sagte Richter, weshalb der GHC IV vor allem in der zweiten Halbzeit chancenlos blieb.

Eine Chance auf eine Überraschung hatten die Gastgeber, wenn überhaupt, im ersten Drittel der Partie. Steffen Mertens, der Güsener Neuzugang aus Belzig, und Michael Ehrke brachten den GHC mit 2:0 in Führung. Bis dahin spielte der Außenseiter, der auf drei Akteure verzichten musste – sie hatten bereits im HVSA-Pokal gespielt – mutig auf und kam, angeführt von Jörg Richter, zu einfachen Treffern (3:1, 4:2). Gommern war bis dahin überhaupt noch nicht im Spiel und ließ sich von den unbeschwert aufspielenden Güsener, inklusive Torhüter Andre Teske, beeindrucken. Erst nach einer Auszeit von Trainer René Schaarschmidt bekam Gommern den Gegner in den Griff. Nach dem Ausgleich durch Robert Kaese (11.) zogen die Gäste auf 6:4 und 7:5 davon.

Doch auch diese Führung brachte keine Sicherheit in den Reihen des Favoriten. Vor allem in der Abwehr fehlte der letzte Biss, so dass selbst die Außen des GHC wie Christian Kampe zu einfachen Treffern kamen (9:7, 18.). Dies war die einzige Phase im Spiel, in der die Eintracht "wackelte".

Dass der Pokalverteidiger in dieser Saison auch an mentaler Stärke gewonnen hat, war in Folge erkennbar. Innerhalb von zehn Minuten drehte das Team das Spiel, glich aus, und führte zur Pause sicher mit 15:10. Grund waren dabei aber auch viele Abspiel- und Fangfehler, die den GHC-Spielern unterliefen – mit den Kräften ging auch ihre Konzentration verloren.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgte Gommern schnell für eine Vorentscheidung (17:10). Vor allem Dennis Einwiller lief nun zu großer Form auf. In der offensiven 5-1-Abwehr eroberte er die Bälle und erzielte bei Tempogegenstößen zahlreiche Treffer. Beim 20:14 war Güsen letztmalig auf sechs Tore heran gekommen. Spätestens als der Lenker im GHC-Spiel, Jörg Richter, in der 40. Minute nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah, waren alle Messen gesungen.

Die Eintracht erhöhte den Vorsprung schnell auf elf Tore 29:18 (50.), der GHC war stehend K.o. Höhepunkt der Eintracht-Show, die auch ohne ihren Toptorjäger Philipp Eckhardt über die Bühne ging, war ein sehenswerter Rückhand-Wurf von Thomas Simon zum 35:20. Der Rest war nur noch "Schaulaufen".

"Der Sieg ging auch in dieser Höhe in Ordnung. Wir gratulieren Gommern zum Einzug ins Finale und zum Aufstieg in die Verbandsliga", so der sportlich faire Kommentar vom Güsener Jörg Richter.

Güsener HC IV: Teske, Schildhauer – Richter (3), Kampe (4), Ehrke (2), Rosenberg (5/2), Heinsberg (1), Mertens (1), M. Heitzmann, Spiegel (2/1), Schirrmeister (1), Prause (2), Tusch (1), Dommert (1)

SV Eintracht Gommern: Sindermann, Hartung, Bußmann – Zater (7), Einwiller (7), Th. Simon (5), Eckhardt (n.e.), Willmann (2), Kaese (7/3), Einwiller (1), Krieseler (2), Bomke (5), A. Simon

Siebenmeter: Güsen (4/4), Gommern (4/3)

Zeitstrafen: Güsen (6), Gommern (8), Rot: Jörg Richter (Güsen, 40.)