Magdeburg (rth). In der 1. Handball-Nordliga der Männer unterlag die SG Fortschritt Burg am Sonnabend beim BSV 93 Magdeburg III völlig unnötig mit 27:28 (12:12). Erfolgreichster Burger Werfer war erneut René Teßmann mit zehn Toren.

Als kurz vor der Abreise zum Spiel bekannt wurde, dass TuS Magdeburg in Stendal gewonnen hatte, war klar, dass die Burger sich nicht mehr in der Tabelle verbessern konnten. Und genauso spielte Fortschritt, ohne Biss und ohne Bewegung. Dabei traf man auf einen Gegner, der nun wirklich nicht stark war, aber von den Burgern durch mehr als 20 haarsträubende Ballverluste immer wieder aufgebaut wurde.

Die Anfangsphase ging an den BSV, der bis zum 7:5 in der 15. Minute meist vorlegte. Danach schaffte Fortschritt mit fünf Toren in Folge die Wende – 7:10. Die Gastgeber nahmen eine Auszeit und kämpften sich im Verlauf heran. Selbst ein 10:12 kurz vor der Pause konnte Burg nicht halten, Magdeburg schaffte noch den 12:12-Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel blieb die Begegnung weiter eng. Nach dem 16:15 (40.) für den BSV wendete Fortschritt das Spiel innerhalb von vier Minuten zum 16:18, Sicherheit kam dennoch nicht ins Spiel. Katastrophale Fehlpässe luden die Olvenstädter zum Kontern ein, und so lag der BSV in der 50. Minute mit 22:20 vorn. Fortschritt gab sich aber noch nicht geschlagen und glich wenig später zum 23:23 aus. Als die SG in der 59. Minute mit 26:25 in Führung ging, schien ein Punktgewinn zum Greifen nah. Doch ein schlechtes Rückzugsverhalten lud den BSV zum Torewerfen ein – so auch 20 Sekunden vor Schluss, als Norman Brückner das 27:27 erzielte, dann aber keiner zurücklief, dem BSV deshalb die schnelle Mitte mit drei freien Akteuren und den Siegtreffer zum 28:27 ermöglichte.

Ihren Anteil an der Niederlage hatten auch die Schiedsrichter aus Barleben, die sich vor allem in der Schlussviertelstunde allein fünf krasse Fehlentscheidungen leisteten. Tore wurden trotz Übertretens gegeben, Faustschläge ins Gesicht von Brückner und Teßmann wurden nicht einmal geahndet, so dass der BSV danach im Tempogegenstoß erfolgreich war. Insgesamt aber hatte sich Burg diese unnötige Niederlage selbst zuzuschreiben. Normalform zeigten nur Torhüter Christian Bünger sowie Teßmann, Brückner und Mathias Lange, die insgesamt 22 der 27 Tore erzielten.

Trotzdem muss man dem Team für die abgelaufene Saison ein Riesenkompliment machen. Trotz erheblicher Personalsorgen über die gesamte Spielzeit hinweg und der Hallensituation hat die Mannschaft nach 22:22 Punkten im Vorjahr nun mit 24:16 Punkten einen vor der Saison nicht für möglich gehaltenen fünften Platz erreicht.

Burg: Bünger – Rochow (2), Teßmann (10/2), Wöhe, Brückner (7/2), Wichmann (2), Lange (5), Weigel (1), Schulz