Niegripp/Haldensleben (jwu). Die Landesklasse-Partie gegen den Tabellennachbarn Haldensleber SC II stand am Sonnabend für die SG Niegripp unter keinem guten Stern. Erst musste das Team kurzfristig auf den ungeliebten Kunstrasen im Waldstadion ausweichen. Dann standen die Blau-Weißen bei fünf Grad und peitschendem Dauerregen in der ersten halben Stunde völlig neben sich. Ein Wunder, dass am Ende doch noch ein 4:4-Unentschieden für die SG heraussprang.

Die Gäste spielten zu Beginn wie ein Absteiger. Ohne Selbstvertrauen, Spielsicherheit und mit katastrophalen Fehlern in der Defensive agierend, war es kein Zufall, dass die Gastgeber bis zur 30. Minute schon 3:0 führten. Sie rissen spielerisch auch keine Bäume aus, nutzten aber die Fehler der Niegripper konsequent aus.

Bereits in der vierten Minute köpfte Reiner Jacobs, nicht gerade ein Riese, nach einer Ecke unbedrängt zur 1:0-Führung der Platzherren ein. In der 20. Minute war er wiederum zur Stelle. Als sich zwei Niegripper Verteidiger nicht einig waren, wer den Ball klärt, nahm Jocobs das Geschenk an und vollendete per Solo zum 2:0. In der 28. Minute gelang den Haldenslebern sogar das 3:0 durch Mathias Ranzinger. Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl auch nicht der treueste Fan an eine Niegripper Auferstehung geglaubt. Aber im letzten Drittel der ersten Halbzeit fingen sich die Gäste und der Anschlusstreffer in der 41. Minute durch Sebastian Küßner schien ein positives Signal für die zweite Hälfte zu sein.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff verkürzten die Blau-Weißen auf 2:3, als Martin Prost einen Kopfball in die lange Ecke versenkte. Jetzt keimte nicht nur Hoffnung auf Niegripper Seite, sondern es waren auch spielerische Elemente im Spiel zu beobachten. Aber in der 62. Spielminute schien alle Hoffnung zerstört. Haldenslebens Jacobs nutzte einen Stellungsfehler in der SG-Abwehr und vollendete aus spitzem Winkel mit seinem dritten Treffer zum 4:2.

Alles schien auf eine Auswärtsniederlage hin zu laufen. Aber die Niegripper glaubten noch an eine Wende. Sie spielten mutig nach vorne und wurden in der 68. Minute mit dem 3:4 durch Marcus Schlüter belohnt. Jetzt war auf dem glitschigen Kunstrasen alles möglich. Beide Teams suchten die Entscheidung. Niegripp löste in den letzten Minuten die Liberoposition auf und drängte auf den Ausgleich. Dabei bekamen die Gastgeber in der 86. und 90. Minute noch zwei klare Kontermöglichkeiten, die sie vergaben. Dagegen nutzte Niegripp mit dem letzten Angriff in der Nachspielzeit die Chance zum 4:4. Der eingewechselte Falko Komin umkurvte Gäste-Keeper Christian Wulf und schob zum umjubelten Ausgleich ein.

Es war ein Spiel, dass die Niegripper so schnell nicht vergessen werden. "Es zeigte, dass man an sich glauben muss, um die entscheidenden Wochen der Saison positiv zu gestalten", sagte Trainer Jürgen Wust.

BW Niegripp: Rateike – Böttcher, Morak, Schumann, Schlüter, Philipp, Mlynek, Küßner, Müller (80. Komin), Prost, Neumann