Der Burger Volleyball-Club ist einen weiteren Schritt zur gezielten Nachwuchsförderung gegangen. Der Verein richtete in der vergangenen Woche erstmals einen großen Projekttag für die Kinder der Grundschule Burg-Süd und der örtlichen Lindenschule aus. "Es soll ihnen heute einfach Spaß machen", sagte BVC-Organisator Rolf Gädke. Und ihren Spaß hatten die rund 120 jungen Besucher auch gehabt.

Burg. Als Schulleiterin Gundula Lind vor ihre Klassen trat, kehrte Ruhe unter den Schülern ein. "Stillgestanden", rief sie ihren Schützlingen entgegen. Die standen plötzlich ganz stramm und antworteten mit einem lauten "Sport frei". Die etwas strenge Begrüßungsformel aus früheren Zeiten zeigte, dass die Grundschule Burg-Süd fordert, aber auch fördert, gerade im Sport.

"Wir bieten unseren Schülern jeden Tag zwei verschiedene Sport-Arbeitsgemeinschaften an. Dazu gehören Handball, Fußball, Volleyball, Tischtennis und allgemeine Spiele", zählte Lind auf. Dabei arbeitet die Schule eng mit den Burger Sportvereinen zusammen. Auch mit dem BVC besteht seit einiger Zeit ein Kooperationsvertrag. "Aber so einen Projekttag wie heute hat noch kein Verein veranstaltet", schwärmte die Schulleiterin.

Tatsächlich hat der BVC einen weiteren Meilenstein bei der Nachwuchsförderung und -gewinnung in der Stadt Burg gesetzt. "Unter dem Motto ¿Volleyballer bewegen Grundschüler‘ soll das Zusammenspiel von Sport, Verein und Schule auf eine höhere Ebene gestellt werden", erklärte der verantwortliche Cheftrainer Rolf Gädke den Hintergrund des Aktionstages. Ähnlich wie bei den Kita-Sportfesten und den bestehenden AG‘s Volleyball und Sportspiele soll der Nachwuchs nicht nur frühzeitig in den Verein gelockt, sondern generell für den Spaß an der Bewegung begeistert werden.

Und dass die Kinder ihren Spaß hatten, war beim Aktionstag zu sehen. Nachdem sich die kleinen Sportler mit einem Bewegungslied aufgewärmt hatten, starteten sie unter Mithilfe der Übungsleiter und Spieler des Burger VC zu einem großen Staffelwettbewerb. Mit Begeisterung waren die Akteure dabei, die Rolle vorwärts auszuführen, den Slalomlauf hinter sich zu bringen, über eine Bank sich zu ziehen, durch einen Tunnel zu kriechen, einen Hocker zu berühren und mit schnellem Lauf ihre Mitstreiter wieder auf die Strecke zu schicken. "Natürlich muss auch immer ein wenig der Wettbewerb eine Rolle spielen. Dazu ist die Staffel gut geeignet", sagte Gädke.

Im Anschluss zeigten die Grundschul-Gruppen der Trainer Alexander Behr und Rolf Gädke, was sie im Volleyball alles schon erlernt haben. Der bunte Reigen wurde mit Übungen an den Schwungtüchern weitergeführt. Hierbei zeigte sich die Vielfalt dieses Übungsgeräts. Den Abschluss des Projekttages bildeten die Turniere im Zweifelderball und Ball über die Schnur für die dritten und vierten Klassen.

Natürlich erhielten die Schüler für ihre Leistungen auch kleine Preise. Zudem zeichneten die Ehrengäste des Projektes, darunter Kultur- und Bürgeramtsleiter Reinbern Erben und Landtagsabgeordneter Marcus Kurze, einen Großteil der Grundschüler mit dem Sportabzeichen in Bronze aus. "Man merkt, die Kinder sind insgesamt offener für Sport geworden. Das wirkt sich auch auf ihre Zensuren aus", sagte Lind.

Und noch ein Fakt machte den Projekttag beim Burger VC besonders: Durch die Teilnahme der Lindenschule wurden auch geistig behinderte Schüler einbezogen. "Das baut Berührungsängste ab und trägt zur Integration bei", sagte Gädke. KSB-Geschäftsführer Bernd Mittelstädt fügte treffend an: "Man sieht, was alles möglich ist, wenn sich Vereine richtig bemühen."

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