Die Wörmlitzer Pferdewoche hat sich zu einem Anziehungspunkt für Reiter jeglicher Coleur entwickelt. Ob bei Amateuren oder Halbprofis, Nachwuchsreitern oder Freizeitsportlern, das zweitgrößte Reitsportturnier Sachsen-Anhalts genießt über Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf. "Wir sind offen für alle Reiter", sagte der Abteilungsleiter des Wörmlitzer SV, Eckhard Klüsener. Hinter ihm, seinen Helfern, Sportlern und Zuschauern lagen fünf auf- regende Tage, die auch nicht vom Regen getrübt wurden.

Wörmlitz. Als sich Ross und Reiter am Sonntag bei einer Springprüfung der Klasse S* mal wieder nicht ganz einig waren und in ein Hindernis schlitterten, fragte Eckhard Klüsener wieder in die Runde: "Stange kaputt?" "Nein", antwortete das Kampfgericht im Chor. Das Frage-Anwort-Spiel hatte sich schon zum "Gassenhauer" auf dem Wettkampfturm entwickelt. "Wir sind hier schon ein eingespieltes Team", sagte Klüsener. Kein Wunder, haben doch die rund 50 Helfer fünf Tage lang von morgens sieben Uhr bis tief in die Nacht auf dem Reitplatz in Wörmlitz zugebracht. Ob Vereinsvorsitzender Friedmut Rudolph, Moderator Claus Schridde, der eigens aus Niedersachsen anreiste, die Parcoursbauer oder die netten Damen vom Ergebnisdienst – in Wörmlitz griffen mal wieder die Rädchen ineinander. "Das Ganze ist mit Hilfe der Mitglieder des Wörmlitzer SV allein nicht mehr zu schaffen. Da packen noch viel mehr Leute aus der Umgebung und auch die Jungs der Freiwilligen Feuerwehr mit an", sagte Klüsener.

Nur so waren die 1840 Nennungen (Klüsener: "Das ist Teilnehmerrekord der letzten Jahre") aus sechs Bundesländern zu bewältigen. Und auch die Bandbreite der 36 Wettbewerbe war groß. Angefangen bei den Springprüfungen der Klasse A, E, L und M über die Dressur- und Reitpferdeprüfungen bis hin zu den Höhepunkten, den schweren S-Springen, kamen Reiter und Zuschauer voll auf ihre Kosten. "Bei uns können sich junge Reiter ausprobieren. Aber auch die gestandenen Aktiven bis hin zu den Halbprofis werden hier gefordert", sagte Klüsener. Beleg für seine Aussage: In diesem Jahr wurde erstmals eine S-Dressur mit Kür ausgerichtet, bei der die Starter, ähnlich dem Eiskunstlaufen, nach Musik ein Programm präsentieren müssen. Und auch die insgesamt acht Spring-Prüfungen der schweren Kategorie hatten es in sich.

Ein Höhepunkt war das traditonelle Barierre-S-Springen, das am Sonnabend trotz der anhaltenden Regenschauern unter Flutlicht stattfinden konnte. Klüsener: "Der Platz hat gehalten. Nur die Zuschauer sind wegen das Wetters abends zu Hause geblieben." Dabei musste sich Lokalmatador Oliver Klüsener knapp dem Flessauer Steffen Rossau geschlagen geben. Ähnlich erging es Steffen Buchheim (RV Ihleburg), der beim Zwei-Sterne-S-Springen am Sonntag mit seinem Lavingon nur Heinrich Bormann (RV Hardenberg) den Vortritt lassen musste. Beide Spitzenreiter aus dem Kreis "trösteten" sich mit zahlreichen Siegen und Podestplätzen in anderen Klassen.

Aber auch die anderen Starter aus dem Jerichower Land waren gewohnt weit vorne in den Ergebnislisten zu finden. Hendrik Ernst vom RV Königsborn gewann auf Argus eine Springprüfung der Klasse M* und auf Lone Star eine Prüfung der Klasse M**. Dirk Holländer (RV Ihleburg) entschied am Sonntag das S-Springen junger Pferde im Stechen für sich.

Anna Schlöffel (Wörmlitzer SV) und Carolin Wolter (RV Königsborn) machten die Reiterwettbewerbe unter sich aus. Vereinskameradin Kristin Windisch verpasste dagegen mit Cosimo einen Podestplatz. In der Dressur glänzten Anna Schlöffel (erster Platz Klasse E), Sabine Kriesche (Dritter Rang Klasse A) und Dr. Sabine Müller (Zweite Klasse M**, beide Königsborn).

Und auch die Fahrer kamen bei der Wörmlitzer Pferdewoche noch auf ihre Kosten. Hartmut Petschmann (RFV "von Bredow" Lostau) gewann das Hindernisfahren der Zweispänner.

 

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