Der Eichberg, 68 Meter hoch, sein Prädikat : anspruchsvoll. 133 Läuferinnen und Läufer nahmen die Erhebung beim 30. Osterberglauf in Schlagenthin am Sonnabend in Angriff. Die Strecke über den kleinen Berg ist " sehr versandet ", erklärte Egbert Siegert vom veranstaltenden Genthiner RC den zusätzlichen Schwierigkeitsgrad. Yves Löbel aus Niederndodeleben hat ihn über die zwölf Kilometer am schnellsten bewältigt. Nach Rang drei beim 20. Kaisersteinlauf und dem Sieg beim 4. Burger Bismarckturmlauf brachte Löbel zum zweiten Mal die volle Punktzahl in den Elbe-Ohre-Cup.

Schlagenthin. Siegert ist einer der Begründer des Osterberglaufes. Und so ganz genau war die Zahl 30 der neuerlichen Auflage nicht zu nehmen. " Es können auch schon zwei Läufe mehr sein ", erklärte der 59-Jährige, der die Teilnehmer auf die Zielgerade wies. Früher starteten die Organisatoren ja selbst beim Lauf, für Sportler wie Siegert wäre es eine zusätzliche Trainingseinheit für die bevorstehende Triathlonsaison, die am 17. April beginnt. " Aber wir laufen jetzt seit Mitte der 1990 er Jahre nicht mehr mit. " Zu groß ist die Arbeit im Hintergrund inzwischen, als dass sich die Verantwortlichen auch noch auf der Laufstrecke messen müssen. Das war vor 30 Jahren noch anders, als sich zwölf Leute von der BSG Traktor Schlagenthin an einem Karfreitag im Forsthaus trafen, damals ging es noch über die acht und 15 Kilometer langen Strecken. 1981 ist der Wettbewerb dann an die neue Turnhalle ausgezogen – und dort startet er heute noch, inzwischen allerdings am Ostersonnabend, der Karfreitag wurde vom Landesverwaltungsamt verboten, der Ruhestörung wegen. Nur die BSG Traktor gab es nach der Wende nicht mehr, weshalb auch Siegert zum Radsportclub nach Genthin gewechselt war.

Die Siegerehrung am Sonnabend war für 11. 45 Uhr angesetzt worden, sechs Minuten früher als geplant stand Siegert vor dem Starterfeld und leitete die Auszeichnung ein. In Schlagenthin wird es immer schneller – auch Sebastian Anselm vom SC Hellas Burg. Anselm, Jahrgang 1988, lief im vergangenen Jahr nach 48 : 14 Minuten hinter Teamgefährte Ingo Starke durchs Ziel, auch bei der 30. Auflage wurde er Zweiter hinter Yves Löbel, aber diesmal war der Burger zweieinhalb Minuten schneller. Marie Weinmann vom Genthiner RC, Jahrgang 1997, gewann im vergangenen Jahr die Gesamtwertung der Frauen in 28 : 15 Minuten, in diesem Jahr steigerte sie sich auf Asphalt, Waldboden, crossähnlichen Bedingungen eben, flach und bergig, auf 26 : 14 Minuten.

Der Applaus während der Zeremonie zum Abschluss unterstrich auch die Tradition der Veranstaltung. Im kurzen Plausch wurden noch einige Erfahrungen ausgetauscht. Dann löste sich eine große Gemeinschaft ins Osterwochenende auf. Und der Eichberg wird warten bis zur 31. Auflage.