Gerwisch ( dhü / hpl ). Thomas Sauer ist vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit auf eine große Runde mit Einzelgesprächen gegangen. Nicht alles hatte dem Abwehrchef der Gerwischer gefallen, mit 0 : 1 lag das Team auf heimischem Rasen gegen den VfB Ottersleben zurück. Kurz nach dem Ende der Partie in der Fußball-Landesliga am Sonnabend stand er wieder in der Runde der Teamgefährten. " Männer, alles in Ordnung. Wir hätten gewinnen, aber auch verlieren können ", erklärte der 40-Jährige. Geendet hat das Duell mit einem 1 : 1 ( 0 : 1 ). " Die Jungs wollten beweisen, dass sie unter ihrem neuen Trainer besser geworden sind ", sagte Gerwischs Trainer Rolf Döbbelin zum VfB, den er selbst neun Jahre trainiert hatte. " Vom Spielverlauf her geht das Unentschieden aber in Ordnung. "

Gestern hatte Döbbelin weitaus mehr Gründe zur Freude. Genau drei nämlich, und alle hatte Philipp Baumgartl geliefert. Beim 3 : 1 ( 2 : 1 ) -Erfolg auf heimischem Platz gegen TuS Schwarz-Weiß Bismark markierte der 22-Jährige alle drei Tore, das erste in der 26 ., das zweite in der 31. und das dritte in der 88. Minute. " Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt ", resümierte Döbbelin. Allerdings wäre Gerwisch für das Auslassen der beiden Großchancen nach dem 2 : 0 beinahe bestraft worden, denn Bismark verkürzte " zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt " – in der 43. Minute durch Andy Borchert. " Wir hatten dann Mühe, unseren Spielfaden wieder konsequent aufzunehmen ", so der Coach, ehe Baumgartl für die Entscheidung sorgte. Anders wäre die Partie vielleicht gelaufen, wenn nicht das erste Tor des Spiels durch die Gäste wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt worden wäre. Aus gleichem Grund allerdings wurde den Blau-Weißen ein Treffer durch Maik Hoppe in der zweiten Halbzeit verwehrt. Am zwölften Saisonerfolg des nunmehr Tabellendritten hinter SV 09 Staßfurt und Schönebecker SC änderte dies jedoch nichts.

Hatte Gerwisch gestern also erste starke 45 Minuten, benötigte der Gastgeber am Sonnabend schon eine Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel, um gegen den Ottersleben nicht zu verlieren – und wurde prompt für die Bemühungen belohnt. Nach einem Einwurf von Mathias Herms kam der Ball zu André Schacker, der freistehend zum 1 : 1 einschoss. Nur vier Minuten nach der Pause waren absolviert. Die Ottersleber Führung hatte Andreas Griep bereits nach sechs Minuten markiert. Und überhaupt hatte der VfB " gut angefangen und schnell gekontert ", so Döbbelin. In der Folge waren beide Teams um den Erfolg bemüht, aber beide setzten auch auf stabile Abwehrreihen. Baumgartl ( 15. ), André Schacker ( 17. ) und Franz Zimmer ( 23. ) hatten die besten Szenen für den Gastgeber. Auch Sascha Krüger im Tor der Blau-Weißen konnte sich bei einem Schuss von Griep ( 25. ) und einem Freistoß ( 30. ) auszeichnen. Gefahr durch die Gäste kam nach dem Wechsel vor allem auf, wenn sich die drei Offensivkräfte Griep, Marcus Rasche und Oliver Feldheim im Zweikampf durchsetzten, das führte zur größten Chance von Philipp Jakuszeit, der in der 70. Minute den Pfosten traf. Auf der Gegenseite verpassten Schacker ( 67. ) nach einem Abpraller und Tino Raugust mit einer Großchance sieben Minuten vor dem Ende einen zählbaren Erfolg. Das Unentschieden ärgerte am Ende keinen Gerwischer, der gestrige Sieg erfreute dagegen alle.