Güsen ( hkl / dhü ). Ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert für das Schiedsrichtergespann Benecke und Behrendt von der HG Köthen sowie minutenlanger Beifall für die Akteure beider Mannschaften : So unterschiedlich war die Belohnung des Publikums nach dem Punktspiel der Handball-Oberliga zwischen dem Güsener HC und TuS Radis. Trotz einer hervorragenden Mannschaftsmoral des Gastgebers legte am Sonnabend Radis den besseren Endspurt hin und gewann mit 35 : 30 ( 18 : 14 ).

Das Konzept der Güsener, keinem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, ging nur bis zur zehnten Minute und einem 5 : 5 auf. Fortan nahmen die technischen Fehler zu, die von den Gästen dankend angenommen wurden. Radis lieferte eindrucksvoll den Nachweis für den zweiten Platz, spielte sich regelrecht in einen Rausch und zog bis zur 16. Minute zum 6 : 12 davon. Dann zog GHC-Trainer Peter Arndt endlich die Notbremse, das sollte Wirkung zeigen. In der 24. Minute war der Vorsprung von Radis egalisiert ( 12 : 12 ). Dennoch überzeugten die Gäste mit gelungenen Kombinationen, spielten locker auf und gingen mit einem Vier-Tore-Vorsprung ( 14 : 18 ) in die Pause.

Die Messen waren aber längst nicht gesungen : Zwar hielt TuS auch zu Beginn der zweiten Halbzeit die Führung ( 17 : 21 ), musste aber bis zur 39. Minute einen Run des GHC über sich ergehen lassen. Nach den Toren von Arne Buchheister zum 21 : 22-Anschluss und 22 : 22-Ausgleich stand das Publikum Kopf – und es lag eine handfeste Überraschung in der Luft. Daran änderte sich vorerst auch nichts mit der Auszeit, die der Trainer Thomas Eckleben für Radis nahm. Zwei Tore von Robert Klewe in der 52. und 53. Minute brachten den GHC sogar mit 27 : 25 in Führung. Radis blieb dran und glich postwendend zum 27 : 27 aus. Dann sorgten ab der 54. Minute die Unparteiischen, die im gesamten Spielverlauf eine mehr als bescheidene Leistung auf beiden Seiten boten, für die Höhepunkte auf der Platte. Bei Zeitstrafen gegen Carsten Beyer und Jörg Salomon vom GHC sowie Christian Schmidt von TuS Radis ließen sie jegliches Fingerspitzengefühl in solch einem brisanten Spiel vermissen und sorgten dafür, dass nicht nur das Publikum seinen Unmut darüber kundtat. Dafür sah auch Güsens Kevin Haßbargen die Rote Karte. In dreifacher Unterzahl half selbst der größte Kampfgeist nichts mehr, Radis holte sich den Sieg im Endspurt.

" Diese Niederlage mache ich nicht an den Schiedsrichtern fest. Wir waren vorgewarnt vom Pokalspiel in Calbe, wo diese Sportsfreunde analog gepfiffen haben. Zum Glück gab es heute genug Offizielle vom HVSA, die sich selbst ein Bild machen konnten, und unsere Wertung kommt mit der Vereinsbeobachtung für dieses Schiedsrichtergespann. Leider ist es uns nicht gelungen, beim 27 : 25 noch einen draufzulegen, trotzdem bin ich stolz auf meine Mannschaft, an Kampfgeist hat es nicht gefehlt ", sagte Trainer Peter Arndt nach dem Spiel.

Güsen : C. Bretschneider / T. Beyer – K. Haßbargen ( 5 ), Schwab, S. Bretschneider, Buchheister ( 2 ), Hoffman ( 4 ), C. Beyer ( 1 ), C. Haßbargen ( 4 ), Müller ( 5 ), Klewe ( 6 ), Geue, Salomon, Steindorf ( 3 )