Burg ( okr ). Als " BJF ", Bernd-Jürgen Fischer, am Sonnabend seinen fotografischen Streifzug durch die Vergangenheit der SG Fortschritt Burg beendet hatte, zollten die 100 Besucher dem " Urgestein " Applaus. Ob jüngere Spieler, Trainer, Funktionäre, Sponsoren oder Aktive früherer Tage, allen Anwesenden im Saal des BBC-Vereinsheims wurde bei der Jubiläumsveranstaltung klar : Der Burger Handballverein kann mit Stolz auf 60 bewegte Jahre zurückblicken.

" Ich kann mich noch erinnern, wie ich als Fünfjähriger die Zaunlatten zum ‚ Holländer ‘ geschleppt habe, um ihn einzuzäunen ", sagte Fischer. Der " Holländer " war seit Gründung der BSG Fortschritt Burg am 20. März 1950 die erste Heimstätte des Vereins. Auf dem offiziell als Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz firmierenden Gelände trugen die Handballer ihre ersten Spiele aus, zunächst auf Groß-, später auf Kleinfeld. " Die Handbälle sahen aus wie Kanonenkugeln,

und waren auch so schwer ", witzelte Fischer. Die Anfangsjahre, die eng mit den Namen Werner Kleinhans und Gerhard Lichtenberg verbunden sind, waren nicht einfach. Eine Halle existierte in Burg noch nicht. Stattdessen wichen die Handballer auf eine " Scheune " in Biederitz aus. " Auf dem Betonboden haben wir uns die Knie kaputt gemacht ", sagte Fischer. Erst mit dem Bau der Sporthalle am Schützenplatz 1972 erhielt Fortschritt seine " zweite Heimat ".

Mit ihr fassten in der Betriebssportgemeinschaft auch andere Sportarten Fuß. Leichtathleten, Boxer, Judoka, Kegler und vor allem Badmintonsportler feierten unter dem Dach der SG Fortschritt zahlreiche Erfolge. " Aber wir haben uns schon über Handball definiert ", sagte Fischer, auch, weil der Verein als Trainingszentrum ( TZ ) zunehmend Talente für Kreis- und Bezirksauswahlen hervorbrachte. Und auch den politischen Umbruch 1990 haben die Burger Handballer sportlich bewältigt. Die Frauenmannschaft spielte in den 90 er Jahren in der Oberliga, die Männer in der Verbandsliga und auch die Nachwuchsarbeit wurde fortgesetzt. " Unvergessen sind die Pokalsiege und der freundschaftliche Vergleich mit dem SC Magdeburg ", spannte Bernd-Jürgen Fischer den Bogen in die Gegenwart.

Mittlerweile haben andere Verantwortung übernommen : Udo Strohbach, Marion Wöhe, Frank Schulze, Gerald Thiem, alles ehemalige Spieler, engagieren sich als Trainer und Vorstandsmitglieder. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurden sie vom Handball Verband Sachsen-Anhalt mit Ehrennadeln ausgezeichnet. Zudem erhielt der Verein den E. ON Avacon-Förderpreis für gute Jugendarbeit. Glückwünsche überbrachte auch der befreundete Möckeraner TV. In diesem Moment muss auch " BJF " stolz gewesen sein.