Möckern ( okr ). Dass der HV Wernigerode zum Titelanwärter der Handball-Verbandsliga zählt, hat sich längst bis Möckern herumgesprochen. Gestern nun konnten die Zuschauer in der Mehrzweckhalle selbst einen Eindruck gewinnen, warum die Harzstädter oberligareif sind. " Sie waren eine Klasse besser ", gestand MTV-Coach Hartmut Loth aus dem Trainergespann mit Wolfgang Säuberlich nach Spielende ein. Seine Mannschaft, immerhin Tabellenfünfter, hatte sich deutlich mit 24 : 33 ( 12 : 18 ) geschlagen geben müssen.

Dabei genügte den Gästen eine durchschnittliche Leistung, um den Gegner über die gesamte Spielzeit in Schach zu halten. " Wir hatten unsere Startschwierigkeiten, aber unsere Geduld hat sich ausgezahlt ", sagte HV-Coach Maik Lange. Nach fünf Minuten, als der MTV letztmalig ausglich ( 2 : 2, 5. ), wirkten sich seine taktischen Maßnahmen aus. Eine offensive 5-1-Abwehr zog den Möckeraner Spielmachern Ronny Binias und Benny Weigel früh den Zahn. Auch Marcel Krotki und Sven Holm hatten gegen die Hünen im Wernigeröder Mittelblock einen schweren Stand.

Daraus resultierten viele Ballverluste, die der HVW vor allem durch Norman Hoffmann, der insgesamt elfmal traf, eiskalt nutzte und über 6 : 3 ( 9. ), 10 : 5 ( 16. ) bis auf 13 : 6 enteilte. Zu diesem frühen Zeitpunkt bahnte sich ein Debakel an. Aber der MTV stemmte sich nach einer Auszeit mit seiner gesamten Kampfkraft dagegen. Mike Ehret und der junge Nico Hennig, der fünf seiner sechs Siebenmeter verwandelte, hielten den Rückstand in Grenzen ( 12 : 18 ).

Nach der Pause blieb alles beim Alten. Möckern packte zwar jetzt hinten besser zu, fand aber im Angriff weiter kein Rezept, um zu Toren zu kommen. Aktionen aus dem Rückraum oder über die Außen blieben selten, meist wollten die Akteure mit dem Kopf durch die Wand. " Hinzu kamen viele Abspiel- und Fangfehler ", bemängelte Loth. Beim 21 : 27 ( 46. ) verkürzte sein Team noch einmal auf sechs Tore, mehr war gegen die technisch versierten und mit hohem Tempo agierenden Gäste nicht drin.

Dass diese längst entschiedene Partie in der Schlussphase emotional wurde, " lag an den wenig umsichtig leitenden Schiedsrichtern ", sagte Maik Lange. Die Rote Karte für seinen Schützling Tobias Poetzsch ( 45. ) war aber auch ein Beleg dafür, dass beim Tabellenführer an diesem Tag nicht alles rund lief. " Es war ein Arbeitssieg ", befand Lange. Und der kann für den HVW auf dem Weg zur Meisterschaft noch ganz wichtig sein.

Möckeraner TV : Schäfer, Hager – Kremser, Hennig ( 5 / 5 ), Binias ( 3 ), Germer, M. Holm ( 2 ), S. Holm ( 5 ), Steffen, Weigel ( 4 ), Ehret ( 1 ), Krotki ( 3 ), Schröder ( 1 )