Die Gesichter nach der Partie sprachen Bände. Enttäuscht gratulierten die Spieler des Handball-Oberligisten Güsener HC nach ihrer 27 : 28 ( 13 : 11 ) - Niederlage im Achtelfinale des HVSA-Pokals dem Bezirksligisten TSG Calbe II. Unzufrieden waren die Gäste wohl vor allem mit der Art und Weise der Niederlage.

Calbe. Das Team von Trainer Peter Arndt wirkte nicht richtig motiviert. Die Partie am Mittwoch kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da die Studenten und Arbeitnehmer in Niedersachen nicht frei hatten. Hinzu kamen die Ausfälle von René Eichner und Christian Haßbarten ( beide Rückenprobleme ). Bis zum Dienstagabend war nicht klar, wie viele Spieler überhaupt mitfahren konnten. Schließlich waren es zwölf, weil zum Beispiel Bernd Brettschneider aus der Zweiten aushalf.

So richtig kam Güsen nicht in Tritt, konnte sein gewohnt schnelles Spiel nicht aufziehen, weil Calbe immer wieder das Tempo aus der Partie nahm, den Positionsangriff suchte. Und im Eins-gegen-Eins verkaufte sich der Bezirkligist durchaus achtbar. Die 5 : 1-Deckung der Gäste nahm zwar den torgefährlichsten Rückraumschützen Thomas Weder weitgehend aus dem Spiel, wies aber immer wieder Lücken in den Nahtstellen auf, da sie zu langsam verschoben wurde. Gegen den quirligen Aufbauspieler Marco Käselitz, der immer wieder seine Mitspieler geschickt einsetzte, fand der GHC kaum ein Mittel. Auch KeeperChristopherBretschneider hatte so einen schweren Stand.

Auf der anderen Seite wusste Calbe um die Stärken des Kevin Haßbargen, nahm ihn teilweise in einer 5-0-1-Abwehr aus dem Spiel. Normalerweise ist er mit seinem Bruder Christian ja für mehr als 20 Tore im Spiel gut. Am Mittwoch erzielte er vier. Carsten Beyer hielt zumindest in der Anfangsphase aus dem Rückraum dagegen und war viermal erfolgreich. Er musste sich aber nach seiner zweiten Zeitstrafe ( 42 : 46 Minuten ) vorsehen, nicht die rote Karte zu bekommen. Auch Kevin Haßbargen musste sich nach 46 : 31 Minuten etwas zurücknehmen. Bis zum 24 : 26 hatte Güsen sich dennoch eine Führung herausgearbeitet, weil Keeper Tobias Beyer, der nach etwa zwölf Minuten kam, seiner Mannschaft mit insgesamt 15 Paraden einen sicheren Rückhalt bot. Doch Ballverluste – insgesamt waren es 16 im Spiel –, die doppelte Zeitstrafe gegen Martin Müller ( Rot wegen Meckerns ) und die damit verbundene Unterzahl bis zum Spielende begünstigten die Gastgeber, die die Führung zum 27 : 26 übernahmen und am Ende mit 28 : 27 gewannen.

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass Güsen aus dem Pokal ausgeschieden ist. " Jetzt können wir uns voll auf die Liga konzentrieren ", sagte Coach Arndt gestern. Schließlich geht es " jetzt in die heiße Phase ". Eine erste Ansprache gab es bereits im Training am Donnerstag. Die Partie am Sonntag beim BSV 93 Magdeburg fällt aufgrund der Unwetterwarnung aus. Auch das kommt dem GHC womöglich zugute, denn so können sich die Verletzten in Ruhe auskurieren und in der nächsten Partie wieder mitwirken. Die Gesichter können wieder fröhlicher werden.

Calbe II : Weiss – Herzig ( 3 ), Käselitz ( 6 / 1 ), Tischler ( 1 ), Weder ( 8 ), Sauerzweig, Ebel ( 5 / 2 ), Sens ( 5 / 2 ), Höppner

Güsen : C. Bretschneider / T .. Beyer – K. Haßbargen ( 4 / 2 ), Schwab ( 5 ), B. Bretschneider ( 1 ), Buchheister ( 1 ), St. Bretschneider ( 1 ), C. Beyer, Müller ( 3 / 2 ), Klewe ( 5 ), Geue, Salomon ( 3 ).

Siebenmeter : Calbe 7 / 5 – Güsen 5 / 4 ; Zeitstrafen : Calbe 5 – Güsen 7.