Gerwisch / Bergzow. Ein wütender Trainer, angefressene Spieler und ein Streit um eine Spielverlegung : Nach dem Viertelfinalspiel im Fußball-Kreispokal am Sonnabend zwischen der SG Blau-Weiß Gerwisch II und dem SV Grün-Weiß Bergzow ( Endstand 3 : 2 ) herrschte zwischen den Vereinen dicke Luft.

Während das Duell der Kreisoberligisten auf dem Kunstrasenplatz in Heyrothsberge sportlich in geordneten Bahnen verlief und Bergzow die Niederlage akzeptierte, übte der Verein im Nachgang an den Rahmenbedingungen heftige Kritik : " Uns stört die Art und Weise dieser Spielverlegung. Das ist kein anständiger Umgang miteinander. Ich bin überzeugt, dass sich das andere Mannschaften nicht gefallen lassen hätten ", sagte Bergzows Trainer Jörg Heinemann.

Hintergrund : Am Donnerstagabend fragte Gastgeber Blau-Weiß Gerwisch II beim Gegner an, das Pokalspiel nach Heyrothsberge zu verlegen. " Unser Rasenplatz hat durch den anhaltenen Regen gelitten und hätte zwei Spiele an einem Tag nicht verkraftet. Da das Spiel der ersten Mannschaft gegen Staßfurt Vorrang hatte, schlugen wir eine örtliche Verlegung der Pokalpartie vor ", sagte Gerwischs Abteilungsleiter Manfred Schaaf. Nach Abtimmung mit dem Pokalverantwortlichen des KFV, Horst Wichmann, stimmten die Bergzower zähneknirschend der Anfrage zu. " Für meine Spieler ist der Kunstrasen im Gegensatz zu den Gerwischern unbekanntes Terrain. Beispielsweise mussten sie sich noch entsprechendes Schuhwerk besorgen ", sagte Heinemann, der angesichts der kurzfristigen zeitlichen und örtlichen Verlegung von " Wettbewerbsverzerrung " sprach.

Manfred Schaaf wies die Kritik energisch zurück : " Ich verstehe die Aufregung nicht. Wir werden vom Verband stets angehalten, die angesetzten Spiele auszutragen. Deshalb haben wir Bergzow diese Alternative vorgeschlagen. Ein Spielausfall hätte beiden Seiten nicht geholfen, da 2010 kaum Nachholetermine zur Verfügung stehen ", so Schaaf. Ihm pflichtete Horst Wichmann bei : " Laut Spielordnung ist die platzbauende Mannschaft dazu verpflichtet, sich einen Ausweichplatz zu suchen. Das hat Gerwisch getan. Bergzow hätte dies ja ablehnen können. "

Unabhängig davon stieß den Gästen noch eine andere Tatsache sauer auf : Sie mussten zunächst nach Gerwisch fahren, sich dort umziehen und sind dann mit Transportern nach Heyrothsberge chauffiert worden. Heinemann : " Ich habe mit Siegfried Völckel vom SV Union gesprochen. Der hat mir erklärt, dass er auch erst am Spieltag von der Verlegung erfahren habe und die Union-Umkleideräume zur Verfügung gestellt hätte, wenn aus Gerwisch eine entsprechende Anfrage gekommen wäre. "

Tatsächlich konnten sich die Bergzower Spieler in der Halbzeitpause im Vereinsheim des SV Union aufwärmen. " Auch der An- und Abtransport der Spieler hat schnell und problemlos geklappt ", sagte Manfred Schaaf. Und Horst Wichmann ergänzte : " Ich habe sogar zusätzlich den Bus vom Jugendklub aus Möser zur Verfügung gestellt. Mehr hätten wir nicht tun können. "