Die Verbandsligahandballer des SV Eiche 05 Biederitz haben sich, wenn auch nur im Pokal, mit einer beeindruckenden Leistung beim stark aufgerüsteten Ligarivalen SG Eintracht Glinde II zurückgemeldet. Nach dem hart umkämpften 30 : 29 ( 12 : 16 ) empfangen die Ehlehandballer nun am 6. Januar um 16. 30 Uhr in Runde drei den Oberligisten GW Wittenberg / Piesteritz.

Biederitz ( ihe ). Der Blick auf das Spielprotokoll vor Anpfiff ließ die Favoritenrolle der Gäste schnell vergessen. Zum einen, da die Gäste zahlreiche Ausfälle ( Enke, Klack, Hesse und Dickfeld ) zu beklagen hatten und zum anderen, weil die Hausherren Unterstützung aus dem Regionalligakader erfuhren. So tummelten sich Enrico Sonntag, Dominik Langoff, Andreas Bäuerle, Christoph Frank, Andreas Steinbrink und Schlussmann Michael Eisenkolb im Glinder Aufgebot und durften fast komplett durchspielen.

Nicht ganz überraschend legte der Gastgeber einen Blitzstart hin ( 4 : 1 ). Zwei verworfene Strafwürfe der Einheimischen verhinderten einen höheren Vorsprung. Der Gast verstand es in der Folge, zum 4 : 4 und 6 : 6 auszugleichen. Auch wenn im spielerischen Bereich noch einiges zu wünschen übrig ließ, der Kampfeswille war jedem Biederitzer Akteur aus dem Gesicht zu lesen. Nach der einzigen Führung der SVE-Mannen ( 8 : 7 ) übernahmen die Eintracht-Handballer wieder das Zepter und holten sich beim 10 : 8 die Führung zurück. Das 14 : 9 der Gastgeber bremsten Sven Hebestreit und Matthias Delius, beide waren mit sieben Toren die erfolgreichsten Schützen ihres Teams, zum 11 : 14 ein. Dennoch verstanden es die Hausherren in den verbleibenen Minuten, mit einen ordentlichen Vorsprung den Pausentee zu genießen ( 16 : 12 ).

Dass die Gäste jedoch nicht gewillt waren, die Flinte ins Korn zu werfen, mussten die 50 Zuschauer und vor allem die SG nach dem Wiederanpfiff schnell zur Kenntnis nehmen. Erst trafen Rene Schnetter und Sascha Nowatschek zum 16 : 14. Dann ließen erneut Schnetter sowie Kevin Wilke den 16 : 17-Anschluss folgen. Zwar enteilte der Gastgeber auf 19 : 17, doch die Gäste, die sich auf einen erneut in Höchstform befindlichen Schlussmann Michel Meyer verlassen konnten, waren längst festen Willens. Lohn war kurze Zeit später das 19 : 19 beziehungsweise 20 : 20.

In der 43. Minute war der Führungswechsel nach Toren von Matthias Delius und Sven Hebestreit vollzogen ( 22 : 20 ). Es entwickelte sich ein reines Kampfspiel und auch der Gastgeber ließ sich keineswegs abschütteln und kam über 21 : 24 auf 24 : 25 heran. Doch Biederitz verstand es nun, den knappen Vorsprung ( 26 : 25, 27 : 26 und 28 : 27 ) zu verwalten.

Aber auch das 29 : 27 der Biederitzer war nicht die Vorentscheidung. Die Eintracht glich zum 29 : 29 ( 59. ) aus – das Spiel war längst ein Pokalkrimi. Den folgenden Biederitzer Angriff schloss Matthias Delius zwölf Sekunden vor Schluss zum 30 : 29 ab. Der letzte Versuch der Eintracht, zum Ausgleich zu kommen, verebbte am Abwehrbollwerk der Biederitzer.

Riesengroß war der Jubel bei den zuletzt arg gebeutelten Biederitzern, die eines ihrer besten ( Kampf- ) Spiele in dieser Saison abgeliefert hatten. Durch diesen Erfolg hat sich Eiche selbst belohnt und erwartet nun in Runde drei am 6. Januar ( Anwurf 16. 30 Uhr ) den Oberligisten GW Wittenberg / Piesteritz im eigenen " Wohnzimmer ".

" Dass Namen Schall und Rauch sein können, hat sich heute bewahrheitet. Meine Mannschaft hat im kämpferischen Bereich keine Wünsche offen gelassen. Diesen Schwung wollen wir nun nicht nur im Pokal nutzen, sondern auch für eine bessere Rückrunde ", meinte ein zufriedener Biederitzer Coach Marco Schmidt nach Schlusspfiff.

Eiche Biederitz : Meyer, Platte – Pflug ( 1 ), Wiedon, Wilke ( 4 ), Delius ( 7 ), Schnetter ( 5 / 3 ), Hebestreit ( 7 ), Freistedt, Nowatschek ( 4 ), Thielicke ( 2 )