Radis ( hkl ). Handball-Oberligist Güsener HC blieb am Sonnabend auch im neunten Saisonspiel ohne Erfolgserlebnis. Beim stark gestarteten Aufsteiger TuS Radis unterlag die Mannschaft von Peter Arndt mit 24 : 30 ( 10 : 16 ) und bleibt Schlusslicht der Liga. Christian Haßbargen war mit elf Treffern erneut bester Torschütze der Gäste.

Dass beim GHC die Stimmung im Keller ist, kann jeder verstehen, auch wenn man nicht mit der Materie Handball vertraut ist. Jedes Wochenende als Punktelieferant von der Platte zu gehen, ist für die Güsener Spieler derzeit traurige Realität in der bisherigen Oberligasaison. Dabei ist der Kampfgeist im Kern der Mannschaft ungebrochen.

Ohne große Illusionen, aber mit der festen Überzeugung, sich so teuer wie möglich zu verkaufen, fuhren die Güsener mit einem Kader von zehn Spielern zum dritten Auswärtsspiel in Folge, diesmal nach Gräfenhainichen. Gastgeber war das Team von TuSRadis, Aufsteiger aus der Verbandsliga Süd und derzeit Tabellendritter.

Nach einer kurzen Abtastphase übernahmen die Hausherren sofort das Zepter und hatten keine Mühe, die offene Deckung der Güsener zu durchbrechen und gnadenlos Tore zu erzielen. Nach 20 Spielminuten führte der Gastgeber bereits mit 14 : 4.

Vielleicht brauchten die Güsener diese Klatsche, um aufzuwachen. Nachdem die Gäste ihre Deckung umstellten, war der Tor-Run von Radis erst einmal unterbrochen. Auch im Spielaufbau des GHC zog mehr Sicherheit ein, so dass die Gäste zunächst auf 8 : 14 und bis zur Halbzeitpause auf 16 : 10 verkürzen konnten.

Dass sich die Güsener nicht ihrem Schicksal ergaben und nur auf Schadensbegrenzung aus waren, war in der zweiten Halbzeit zu erleben. Die Mannschaft kämpfte aufopferungsvoll und verkürzte den Rückstand Tor um Tor. Selbst das euphorische, aber stets faire Radiser Publikum traute seinen Augen nicht, denn in der 46. Spielminute war Güsener bis auf zwei Tore am Kontrahenten dran ( 20 : 22 ).

Die Auszeit von Radis kam dann zum rechten Zeitpunkt, um sich neu zu formieren. Schmerzlich mussten die Güsener erneut in den Schlussminuten erfahren, dass jeder Fehler und verworfene Ball mit einem Gegentor bestraft wird. Radis blieb nicht nur in Führung, sonder baute den Vorsprung noch zu einem ungefährdeten 30 : 24-Erfolg aus.

GHC-Betreuer Heinz Klewe zum Spiel : " Die Mannschaft hat heute gekämpft und Spaß am Spiel gehabt. Darauf können wir aufbauen. Natürlich liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor der Mannschaft und den Trainer, die sich irgendwann auch auszahlen wird. Keiner von uns geht zum Handball, um zu verlieren. Wir sind in der Oberliga und da muss auch man neidlos anerkennen, dass andere Mannschaften spielerisch einfach besser sind. Dies soll nicht heißen, dass sie unbesiegbar sind. "

Bleibt zu hoffen, dass die Güsener mit dem Erfolgsdruck, den sie sich selbst aufbauen und der natürlich auch von außen herein getragen wird, klar kommen. Wenn es am kommenden Sonnabend gegen den Regionalliga-Absteiger HV Rot-Weiß Staßfurt geht, wird es jedenfalls dem Team an der nötigen Motivation im eigenen " Wohnzimmer " garantiert nicht fehlen.