Parey ( okr ). Wenn sich Bodo Lamprecht an seine Fußballlaufbahn erinnert, kommt er ins Schwärmen. " Ich habe zwischen 1972 und 1975 bei der BSG Lok Stendal in der DDRLiga gespielt. Damals gehörten Jürgen Meißner und Manfred Garlipp zu meinen Mitspielern ", sagte der 54-Jährige. Jetzt sah er seine ehemaligen Mannschaftskameraden wieder, wenngleich Lamprecht für Parey auflief und die anderen beiden für die Oldies aus der Altmark nochmals die Fußball-Schuhe schnürten.

Wie in jedem Jahr standen sich am Mittwoch die ehemaligen Spieler der BSG Traktor / Motor Parey und der BSG Lok Stendal in einem freundschaftlichen Vergleich gegenüber. " Diesmal jedoch erstmals unter dem Hallendach ", sagte Lamprecht, der aus verschiedenen Gründen diesmal nicht alle alten Pareyer Haudegen für das Traditionsduell reaktivieren konnte.

Wolfgang Bauersack und Klaus Wolf sagten dagegen sofort zu. Die Spieler gingen in den 60 er Jahren ebenfalls für die Altmärker auf Torejagd, wechselten wie Lamprecht in den 70 er Jahren nach Parey und hielten den " Dorfverein " lange Zeit in der Bezirksliga, der damals höchsten Spielklasse im Bezirk Magdeburg. " Wir waren alle fertige Spieler, die natürlich ein gewisses fußballerisches Niveau mitbrachten ", sagte Lamprecht. Hintergrund war das örtliche Stahlbauwerk, mit dem nicht nur Arbeitskräfte aus allen Himmelsrichtungen, sondern eben auch gute Fußballer in die Elb-Gemeinde gelockt wurden. Ein Blick in die Vereinschronik des Vereins bestätigt diese Aussage. Darin heißt es : " 1976 / 77 wurden zwei Wohnblocks errichtet, was zu einer weiteren Steigerung der Mitgliederzahl führte. Vor allem talentierte Hand- und Fußballer wurden bei der Wohnungsvergabe bevorzugt. "

Heute spielen diese Anekdoten keine Rolle mehr. Nur der sportliche Ehrgeiz von damals ist geblieben. Natürlich übernahm beim Hallenkick Wolfgang Seguin als früherer FCMSpieler das Kommando und scheuchte seine Lok-Oldies übers Parkett. Und natürlich wurmte es die Pareyer Fußballer, dass sie diesmal mit 3 : 8 unterlagen, hatten sie doch beim letzten Großfeldspiel noch ein 3 : 3 erkämpft. " Wir waren ersatzgeschwächt. Dann musste auch noch Lutz Haneberg verletzt raus. Da fehlte uns am Ende einfach die Kraft ", sagte Lamprecht, der sich mittlerweile dem Fußball im benachbarten Güsen verschrieben hat.

Bei der obligatorischen " dritten Halbzeit " vereinbarten beide Traditionsmannschaften im Anschluss ein Rückspiel am 10. Februar 2010 in der Stendaler Sporthalle Haferbreite. Dann ist auch Bodo Lamprecht wieder für Parey am Ball.

Parey : Wolfgang Bauersack – Lutz Haneberg, Klaus Wolf, Mohammed Benziane, Wolfgang Bathe, Mario Walter, Bodo Lamprecht, Heiko Ziemann

Stendal : Jürgen Simon – Wolfgang Seguin, Norbert Wetzel, Lutz Berg, Manfred Garlipp, Wolfgang Stock, Jürgen Meißner, Rudi Jahn

Tore : 0 : 1 Jahn ( 2. ), 1 : 1 Walter ( 7. ), 1 : 2 Meißner ( 27. ), 2 : 2 Bathe ( 28. ), 2 : 3 Jahn ( 36. ), 2 : 4 Meißner ( 40. ), 2 : 5 Garlipp ( 42. ), 2 : 6 Seguin ( 46. ), 2 : 7 Jahn ( 52. ), 2 : 8 Seguin ( 54. ), 3 : 8 Ziemann ( 60. )

Schiedsrichter : Dirk Hoffmann