So dicht dran, und doch wieder verloren : Der Güsener HC ist in dieser Handball-Oberligasaison wahrlich nicht zu beneiden. Trotz einer überaus couragierten Leistung unterlag das Team am Sonnabend der SG Wittenberg-Piesteritz mit 32 : 33 ( 17 : 19 ). Kevin Haßbargen vergab mit einem Wurf an den Innenpfosten in der Schlusssekunde den greifbar nahen Ausgleich.

Güsen ( hkl / okr ). Trotz der Niederlage wartete das Güsener Publikum mit stehenenden Ovationen für sein Team auf. Der ehrlich gezollte Beifall war Anerkennung für den unbeschreiblichen Kampfgeist, den das gesamte Truppe zeigte, der jedoch erneut nicht mit Pluspunkten belohnt wurde.

Dabei sah es für den GHC von Beginn an gar nicht gut aus, da die ersatzgeschwächten Gäste sofort das Zepter übernahmen und sich kontinuierlich absetzten. In dieser Anfangsphase stimmte die Abstimmung in der Güsener Abwehr überhaupt nicht, so dass der Wittenberger Christian Peschek fast ungehindert mit Hüftwürfen Tor für Tor erzielte. Wenn es einen Handballgott geben würde, dann stand er zu diesem Zeitpunkt nur hinter den Gästen. Denen gelang alles, so dass sie ihre Führung über 13 : 7 ( 14. ) bis auf 16 : 9 ( 20. ) ausbauten.

Erst als Rene Eichner den Wittenberger Torjäger in Manndeckung nahm und in der Güsener Deckung beherzter zugegriffen wurde, wendete sich das Blatt zusehends und es begann die Aufholjagd des GHC. Mit klasse Toren von Carsten Beyer und Robert Klewe verringerte sich der Rückstand zur Halbzeit auf zwei Tore ( 17 : 19 ).

Deutlich waren die Bemühungen der Wittenberger zu Beginn der zweiten Halbzeit zu spüren, den knappen Vorsprung wieder auszubauen. Dass dieses Vorhaben nicht gelang, war in erster Linie Tobias Beyer im Tor der Güsener zu verdanken. Mit sehenswerten Paraden zog er seinen Kontrahenten regelrecht den Nerv. Als Arne Buchheister in der 39. Minute zum 23 : 23-Ausgleich einwarf, stand die Halle Kopf. Nach einer Zeitstrafe gegen Rene Eichner in der 42. Minute nutzte Wittenberg seine Chancen im Überzahlspiel und warf wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung heraus, der aber auf sehr wackligen Beinen stand. Auch nach der Auszeit des Wittenberger Trainers Krzysztof Zubrzak blieb das Spiel weiter völlig offen – auch in der 54. Minute beim Stand von 31 : 28 für Wittenberg.

Die Güsener gaben nicht auf. Robert Klewe und Kevin Haßbargen sorgten mit ihren " Kampftoren " für den Anschlusstreffer zum 32 : 33 ( 58. ). Nach einer gelungenen Parade von Tobias Beyer lag das Unentschieden in der Luft. Als das Schiedsrichtergespann Gülzow / Stockfisch in der 59. Minute ein eindeutiges Foul an Martin Müller nur mit einer gelben Karte, anstatt mit einem Strafwurf ahndete, war auch der Schiedsrichtergott ausgewandert. Wittenberg ließ unterdessen clever die Sekunden herunter ticken, so dass Kevin Haßbargen nur noch ein Wurf blieb – vergebens.

" Ich hätte Kevin so sehr das Tor gegönnt. Das hätte sich mein Team und unser tolles Publikum verdient gehabt. Zu den Schiedsrichtern kann ich nicht viel sagen. Da gibt es einen Beobachtungsbericht, vielleicht wird er beim HVSA auch gelesen ", so das erste emotionale Fazit von GHC-Trainer Peter Arndt nach dem Spiel.

Dass die beiden Unparteiischen in den letzten zehn Minuten dem Spiel hinterherliefen und eine Reihe zweifelhafter Entscheidungen auf beiden Seiten fällten, brachte ihnen nicht viel Sympathie ein. Sie sollten mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen.

Güsener HC : C. Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen ( 7 ), Schwab ( 2 ), C. Beyer ( 4 ), C. Haßbargen ( 3 ), Müller ( 2 ), Klewe ( 8 ), Salomon ( 2 ), Lehnau, Buchheister ( 3 ), Steindorf, Eichner ( 1 )