Der RC Lostau blickt auf eine erfolgreiche Saison 2009 zurück. Die Radrennsportler fuhren bei Nachwuchs-Meisterschaften auf regionaler und nationaler Ebene zahlreiche vordere Platzierungen ein. Damit hält der Verein als Landesleistungsstützpunkt neben den starken Clubs aus Genthin, Osterweddingen und Wernigerode die Fahnen des Radrennsports in Sachsen-Anhalt nach oben.

Lostau. Der Amateur-Rad-Sport hat es in Deutschland derzeit nicht leicht. Die Jahre, als Jan Ullrich die Tour de France beherrschte und damit einen Boom unter Freizeit- und Nachwuchsrennfahrern auslöste, sind längst vorbei. Das Thema Doping im Profiradsport ist allgegenwärtig und wirft einen langen Schatten auf die gesamte Szene. " Natürlich leiden auch die kleinen Vereine an der Basis unter diesem Image ", sagt Frank Witte, Vorsitzender des Radclubs Lostau.

Witte hat sich längst mit den Umständen arrangiert. Im beschaulichen Lostau baute er einen Radclub auf, dessen 56 Mitglieder mittlerweile landesweit eine führende Rolle spielen. " Wir fahren, um Spaß zu haben ", sagt Witte, wenngleich die Nachwuchsförderung zentrale Aufgabe seiner Vereinsarbeit ist. Derzeit trainieren im Landesleistungsstützpunkt des RC Lostau zwölf junge Radrennsportler zwischen 6 und 16 Jahren. Laut Witte könnten es auch mehr sein. " Oftmals schicken die Eltern ihre Kinder zuerst zum Fußball. Wenn sie dort keinen Spaß mehr haben, kommen sie halt zu uns ", sagt Witte.

Dass sich die Talentförderung auszahlt, beweisen seine beiden Söhne. Reinhard ( 13 ) und Wolfgang ( 16 ) erzielten in diesem Jahr bei Rennen in und außerhalb von Sachsen-Anhalt zahlreiche vordere Platzierungen. Reinhard gewann den Nachwuchs-Cup des Landesverbandes ( 13 Wettkämpfe ) in der Alterklasse U 15, wurde Landesmeister im Einzelzeitfahren und fuhr auch bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften auf der Straße im Vorderfeld mit. Sein Bruder Wolfgang errang bei den Deutschen Meisterschaften im Mannschaftszeitfahren in Genthin mit dem Team Sachsen-Anhalt einen hervorragenden 14. Platz. Und auch bei den zahleichen Straßenrennen, Kriterien, Sichtungsveranstaltungen und Athletikwettkämpfen haben die Lostauer Radrenner 2009 erfolgreich abgeschnitten.

" Wir sind pro Jahr eigentlich jedes Wochenende unterwegs, sogar bis Bayern ", sagt Frank Witte, der seine Schützlinge selbst jetzt im Herbst für die Landesmeisterschaften im Radcross gemeldet hat. Hinzu kommen drei Trainingseinheiten pro Woche, die Sonntagsrunde des Vereins und natürlich die Organisation des Roland-Pokals in Burg, dem eigentlichen Höhepunkt des Jahres. " Wir planen für 2010 schon die vierte Auflage des Kriteriums und hoffen dabei natürlich wieder auf die finanzielle Unterstützung der Stadt Burg ", sagt Witte.

Tatsächlich stellt die Finanzierung der kostenintensiven Sportart den RC Lostau Jahr für Jahr vor hohe Herausforderungen, zumal für den Erfolg gerade in Sachsen-Anhalt ein langer Atem nötig ist. Ein Sportschul-Fördersystem im Land existiert nicht, genauso wenig wie ein Bundesliga-, geschweige denn ein Profiradteam. Und auch für Winter-Wettkämpfe auf der Bahn muss der Verein mangels Sportstätten bis nach Berlin oder Frankfurt / Oder reisen. " Vielleicht bekommen wir Wolfgang nächstes Jahr bei einem U 19 Bundesliga-Team in Sachsen unter ", hofft Witte. Der Amateur-Radpsort hat es eben nicht leicht.