In einem wahren Volleyball-Krimi unterlagen am Sonnabend die Landesoberliga-Männer des Burger VC dem USV Halle mit 2 : 3 ( -27, 19, 21, -27, -14 ) -Sätzen. Vor 100 Zuschauern im " Hexenkessel " Burg Süd boten die Kontrahenten alles, was attraktiven Volleyballsport ausmacht: knallharte Angriffsschläge, gekonnte Finten, bedingungslosen Einsatz in der Feldabwehr und starke Blockarbeit.

Burg ( rog ). Bereits mit dem ersten Ballwechsel nahm das Burger Team den Kampf an und hielt die Partie bis zum 16 : 16 offen. Dann ließ es in der Annahme klare Aktionen vermissen, was sich auch auf den Angriffsdruck auswirkte. Die Gäste agierten mit Glück und Abgeklärtheit und gingen mit 21 : 16 in Front. Die Gastgeber kämpften sich aber zum 24 : 24 heran. Der Ausgleich führte nicht zum Erfolg, Burg lief einem Ein-Punkte-Rückstand hinterher und gab den Satz mit 27 : 29 ab. Der Grund : Der BVC spielte zu oft über die Außenpositionen. Dies erkannten die Hallenser und waren mit ihrem Block zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle. Angriffe über die Mitte waren Mangelware, obwohl diese einfache Punkte gebracht hätten.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs schenkten sich beide Teams nichts. Mitte des Satzes schien es, als ob die Hallenser sich lösen könnten. Weit gefehlt. Einen 11 : 15-Rückstand wandelten die Burger in eine 17 : 15-Führung um. Mit zunehmender Spieldauer legte der Gastgeber an spielerischer Sicherheit zu und verbesserte sich auch in der Blockarbeit. So kam Burg zu einem klaren 25 : 19-Satzgewinn.

Auch im dritten Satz blieb Burg am Drücker. Vor allem die Angriffswucht von Alexander Behr brachte den Hallenser Block oft in Verlegenheit. Der Regionalliga-Absteiger fand gegen diese Schläge keine Mittel, so dass auch die Feldabwehr überfordert war. Somit entschied der BVC diesen Durchgang mit 25 : 21 für sich.

Ständig in Führung liegend, konnte sich das Team im vierten Satz beim 24 : 23 einen Matchball erarbeiten. Nun ging das Spiel unter die Haut. Die Zuschauer hielt es längst nicht mehr auf den Bänken, sie standen wie eine Wand hinter dem Burger Team. Doch der erlösende Punkt sollte nicht erzielt werden. Mit großem Einsatz wehrten die Hallenser Volleyballer zwei Matchbälle ab, drehten den Satz noch zu ihren Gunsten ( 29 : 27 ) und retteten sich in den Tiebreak.

In diesem zeigte Burg eine tolle Moral und ging mit 8 : 6 in den letzten Seitenwechsel. Beim Stand von 12 : 12 gab es eine gelbe Karte für die Hausherren. Diese zog einen Punkt für die Gäste nach sich. Doch auch davon ließen sich die Burger nicht beeindrucken und erkämpften ein 14 : 14. Die letzten Angriffe konnte der Aufsteiger nicht erfolgreich abschließen und gab das Match ab.

Nach einem mehr als zweistündigen Kraftakt verließen die Burger Volleyballer mit Schulterzucken das Parkett. " Wir müssen die Konzentration und die geistige Frische über die gesamte Spielzeit halten. Unkonzentriertheiten im Block oder in der Annahme führten zu vermeidbaren Punktverlusten. Dort haben wir eindeutig Reserven ", sagte Trainerin Jessyka Postolla.

Kapitän Dennis Raab : " Das Publikum bewies schon Oberligareife und hat als siebter " Mann " uns den Rücken gestärkt. So knapp standen wir noch nie vor einem Erfolg in der neuen Spielserie. Wir sind dran, müssen nur noch das letzte Quäntchen zulegen. " Und Mittelblocker Michael Nagel fügte an : " Schade, dass meine Voraussage mit dem dritten Satz nicht eingetreten ist. Spielerisch haben wir zugelegt. Das lässt für die Zukunft hoffen. "

Burger VC : Raab, A. Behr, S. Behr, Hagendorf, Nagel, Schulz, Gellert, Martin Lemke, Fischer, Malter