Die 16. Kreis-Kinder- und Jugendspiele in der Leichtathletik brechen Rekorde. Waren am Mittwoch zum ersten Teil der Veranstaltung des Kreissportbundes Jerichower Land 268 Mädchen und Jungen im Alter von zwölf bis 17 Jahren und aus 14 Schulen und Vereinen in den Burger Flickschupark gekommen, haben für den zweiten Teil am 2. Juni 22 Institutionen 353 Kinder zwischen sieben und elf Jahren gemeldet. "So viele gab es noch nie", staunt auch Schulsportkoordinator Steffen Hartwig.

Burg. Mit dem Bauchwälzer erreicht man heute keine neuen Rekorde mehr, der Letzte, der mit dieser Hochsprung-Technik die Welt in Atem hielt, hieß Christian Schenk. 1988 holte der Zehnkämpfer für die damalige DDR im südkoreanischen Seoul olympisches Gold, auf 2,27 Meter hatte er es gebracht, eine solche Höhe ist in einem Zehnkampf vorher und nachher nicht übersprungen worden. Der Bauchwälzer, fachdeutsch eigentlich Parallel- oder Tauchwälzer, war damals längst aus dem Bild der Leichtathletik verschwunden, nur in den Schulen ist er offensichtlich immer noch ein Standard, zumindest nutzten einige Schülerinnen und Schüler am Mittwoch diese Technik, um ihre Höhen zu bezwingen. Justin Schaffrath tat das nicht. Der Schützling des Europagymnsiums Gommern beeindruckte in der AK 15 mit hervorragenden 1,71 Meter in einer sehr starken Konkurrenz.

Der erfolgreichste Starter an diesem Tag kam ebenfalls aus Gommern, er heißt Marvin Brandt, trainert beim SV Eintracht unter Steffen Hartwig, und er wird im August ans Sportgymnasium in Magdeburg wechseln. Marvin errang vier Siege in der M 14 und kam im Kugelstoßen und Hochsprung jeweils auf Rang drei. "Das Weitspringen ist seine Schokoladendisziplin", sagt Hartwig, auch im Sprint könnte ihm die Zukunft gehören. Einen Ansporn hat er jedenfalls vom Coach bereits erhalten. "Ich habe ihm gesagt: Wenn du eines Tages unter 11,34 Sekunden über 100 Meter bleibst, dann gehen wir mal ein Bier trinken." 11,34 Sekunden: Das ist die Bestzeit des ehemaligen Mehrkämpfers Hartwig.

Der Organisator der Spiele hat in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen gesammelt, aber die neuen und positiven Umstände machten und machen es nötig, den eng gestrickten Zeitplan weiter zusammenzuschieben. So gibt es in Disziplinen mit mehr als 18 Teilnehmern keine Vorkämpfe nach internationalen Format, vielmehr hat jeder Starter vier Versuche, in denen er das Beste aus sich herausholen kann. In Zusammenarbeit mit Reinhard Dannat vom KSB konnte Hartwig vor allem für den kommenden Mittwoch so viele Schulen und Sportler akquirieren, dass der Zeitplan aus allen Nähten zu platzen droht. Aber das bereitet Hartwig keine Sorge, sondern vielmehr Freude. Diese Resonanz zeigt nämlich auch, dass das Zusammenwirken zwischen den Arbeitsgemeinschaften Sport in den Schulen und den Vereinen wirklich funktioniert. Die Vereine, ob Genthin, Gommern, Burg, Möser oder auch Leitzkau, gestalten ihre Nachwuchsarbeit so attraktiv, dass die Kinder ihre Lust an der Leichtathletik nicht verlieren. Im Gegensatz zum Jerichower Land zeichnen andere Kreise von den Kinder-und Jugendspielen dagegen ein sehr trauriges Bild.

Wozu die Kinder dann in der Lage sind, bewies nicht nur Marvin Brandt. Lisa Ladwig vom PSV Burg errang in der AK 14 dreimal den ersten und einmal den zweiten Platz. Teresa Zenker (AK 12) vom Bismark-Gymnasium Genthin wurde dreimal Erste und zweimal Zweite. Bei den Jungen triumphierte Chris Giesecke (AK 12) vom SV Chemie Genthin dreimal. Beeindruckend waren nicht nur die 10,26 Sekunden der Sophie Sandkuhl von der TSG Möser über die 75 Meter in der AK 13, auch die 2:40,82 Minuten über 800 Meter sind für ihre Zukunft vielversprechend. Die Sekundarschule Möser wurde zudem vom Landessportbund für den zweiten Platz im Sportabzeichenwettbewerb geehrt, die Sekundarschule "F. Heicke" aus Gommern erreichte dabei den dritten Rang.

Lothar Finzelberg, 1. Vorsitzende des KSB und Landrat, konnte am Mittwoch bereits für die zweite Veranstaltung proben: So viele Hände hatte er gemeinsam mit Matthias Frickel, Vorsitzender des Kultur- und Bildungsausschusses im Kreistag, bei der Siegerehrung zu schütteln. Steffen Hartwigs Dank geht an den Leiter der Sekundarschule "Carl von Clausewitz", Jürgen Scholz. Seine Institution stellte wie schon seit Jahren die Kampfrichter. Sein Dank geht außerdem an den Burger BC für die perfekt vorbereitete Anlage und die Pausenversorgung. Und sein Dank für die Unterstützung geht an QSG Genthin und das KSB-Team.

 

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