Redekin l Die Gladauer Fans waren bestens gewappnet für ihr persönliches Vereinshighlight. Einstudierte Fangesänge, unzählige Fahnen, die die Vereinsfarben repräsentierten und Trommeln untermalten den Support in unmittelbarer Nähe zum Spielfeld. Mit zunehmender Dauer flogen auch einige Toilettenpapierrollen auf den Platz. Das Ansinnen war klar: Der rot-schwarze Anhang wollte die eigene Elf bei zwischenzeitlichem Rückstand wachrütteln.

Doch die schien damit irgendwie nichts anfangen zu können. Im Gegenteil. Gladau wirkte verunsichert und ging im Abschluss viel zu nervös zur Sache. „Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs etwas eingeschüchtert waren“, kommentierte DSG-Trainer Kai Weber. Der Funke sollte trotz aller Bemühungen nicht so wirklich überspringen. Auch dann nicht, als Gladau einen knapp halbstündigen Matchball besaß und nach Gelb-Roter Karte gegen Sebastian Kaluza einen Mann mehr auf dem Feld hatte, bevor eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit auch Erik Bergholz vorzeitig mit Gelb-Rot vom Feld musste.

Komfortable Ausgangslage

„Ich hätte mir in manchen Situationen einfach mehr Biss gewünscht. Besonders wenn man einen Elfmeter hält und damit neues Selbstbewusstsein schöpft, darf dann nicht gleich das 1:1 fallen.“ Tom Sindermann glich nach einem Pass in die Tiefe aus. Zwei Abwehrfehler führten dann noch in der ersten Halbzeit zu den Gegentoren zwei und drei. Gommern hatte sich nun für die folgenden 45 Minuten eine komfortable Ausgangssituation geschaffen, um den Sieg sicher nach Hause bringen zu können.

Gladau versuchte zwar alles, um die drohende Niederlage noch abwenden zu können. Doch standen sie sich dabei häufig selbst im Weg. Auffällig waren die vielen Abseitssituationen, die das Offenssivspiel der DSG verpuffen ließ, bevor es überhaupt zu einer echten Chance kam. War der Weg in Richtung Max Bellach dann doch einmal frei, scheiterten die Schwarz-Roten an ihren unpräzisen Abschlüssen.

Zuschauerwert getoppt

Besser lief es für die Weber-Elf in Sachen Unterstützung. Auch wenn sich dieses Jahr „nur“ zwei Kreisoberligsten gegenüberstanden, war der Zuspruch dennoch sehr groß. Die kürzere Entfernung zum Spielort Redekin, verschaffte den Gladauern dabei einen gewissen Vorteil. Doch auch viele Gommeraner ließen es sich nicht nehmen, ihr Team auf dem Weg zum „Double“ zu begleiten.

Insgesamt 345 zahlende Zuschauer verfolgten die Partie und übertrumpften damit die Statistiken der beiden zurückliegenden Jahre. „Das hat mich schon sehr überrascht“, gab Fritz Franke, Spielobmann des Kreisfachverbandes Jerichower Land, zu verstehen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des SV Eiche Redekin bereitete er den 660-Seelen-Ort auf diesen Saisonhöhepunkt vor. „Da der Verein in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum feiert, empfanden wir es als passend, ihnen das Pokalendspiel zu übertragen. Im Nachhinein sind wir sehr froh darüber, da wir mit der Veranstaltung überaus zufrieden sind.“

Routine zahlt sich aus

Anteil daran hatten eben auch die zwei sehr lebendigen Fanlager aus Gladau und Gommern. Auch fliegendes Klopapier hätte den positiven Eindruck laut Franke nicht geschmälert. „Emotionen gehören dazu, solange die Sicherheit zu 100 Prozent gegeben ist.“ Dafür hatte man im Vorfeld gesorgt. Anders als im Ligabetrieb wurden mit Hilfe von Umzäunungen, Security-Personal, Polizei und einem Krankenwagen entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen. „Aus den Erfahrungen der vergangenen Pokalfinals wussten wir, wie wir das Spiel bestmöglich absichern.“