Ordnung ist das erste Gebot von Ralf Schwotzer. Der 53-Jährige packt Woche für Woche kräftig mit an, damit der Spielbetrieb in der Sparte Fußball des MTV Beetzendorf reibungsfrei über die Bühne gehen kann.

Beetzendorf l Ralf Schwotzer ist nicht nur Jugendwart und stellvertretender Sektionsleiter beim MTV, sondern zusammen mit Klaus Jahn auch noch Trainer der Altmark-Wendland-Liga-Frauen der SG Beetzendorf/Immekath. Zudem kümmert er sich um viele organisatorische Dinge im Verein, bei dem er bereits als Kassenwart oder auch Sektionsleiter zuständig war. "Ich mag Ordnung und könnte mich ärgern, wenn diese nicht eingehalten wird", verrät der 53-Jährige, der bereits seit 1982 im MTV-Vorstand ist.

Schwotzer ist gebürtiger Beetzendorfer und stieg 1978, nachdem ihn Schulfreunde dazu überredeten, beim MTV Beetzendorf ein. Seit 1979 war er bei den MTV-Herren unter der Leitung von Trainer Wolfgang Draegert aktiv, spielte dabei unter anderem auch in der Bezirksklasse. "Zu Hause" war der heute 53-Jährige schon immer im Tor. "Als Keeper habe ich immer die Schläge eingesteckt", verrät Ralf Schwotzer mit einem ironischen Grinsen. Mittlerweile hat Schwotzer seine Schuhe allerdings an den Nagel gehängt. Sein letztes Spiel für die Altherren seines Heimatvereins bestritt er 2011. "Die Gesundheit hat einfach nicht mehr mitgemacht", verrät der sympathische Fußballliebhaber.

Vom Sportlehrer zur Bereitschaft als Nachwuchstrainer gebeten

Der stieg bereits 1982 - also mit gerade einmal 22 Jahren - ins Trainergeschäft ein. Dort übernahm er die Kindermannschaft des MTV. Er war zu diesem Zeitpunkt Hausmeister in der Beetzendorfer Schule und wurde von Sportlehrer Karl-Heinz Schulz gebeten, die jungen Kicker zu coachen, was dieser dann auch in die Tat umsetzte. Als Trainer hat Schwotzer bis heute tolle Erfolge aufzuweisen - die meisten davon mit der A-Jugend, die er von 1998 bis 2008 unter seinen Fittichen hatte. Mit der Truppe um Gordon Bock schaffte der heute 53-Jährige unter anderem dreimal in Folge die Vizelandesmeisterschaft, viermal in Serie die Hallenlandesmeisterschaft, eine Kreismeisterschaft, einen Kreispokalsieg sowie 2004 den Aufstieg in die Landesliga, wo das MTV-Team immerhin zwei Jahre lang unterwegs war.

Doch warum hatte er ausgerechnet mit dieser Mannschaft so viel Erfolg? "Da hat Mayk Zürcher (mit Zürcher war Schwotzer 2005 bereits für die D-Jugend verantwortlich/Anm. der Redaktion) in den früheren Jahrgängen gute Vorarbeit geleistet. Die Jungs waren immer beim Training, es hat einfach Spaß gemacht", erzählt Ralf Schwotzer. In den Anfangszeiten wurde Schwotzer an der Seitenlinie ab und an etwas lauter. "Meine Spieler mussten mich im Nachwuchs siezen - darauf habe ich bestanden. Dennoch war ich immer ein Kumpeltyp", verrät der Beetzendorfer. "Ich bin sehr ehrgeizig. Allerdings heißt das nicht, dass meine Mannschaft immer gewinnen muss. Wenn Kampf und Einstellung stimmen, bin ich zufrieden", fügt der 53-Jährige hinzu.

Von 1982 bis 1984 war Ralf Schwotzer nebenbei auch noch als Spielertrainer der zweiten Beetzendorfer Männermannschaft tätig. "Es hatte sich damals niemand gefunden. Wir wollten einfach nur spielen und dabei Spaß haben", erklärt Schwotzer. Erst im Jahr 2000 wurde in Beetzendorf wieder eine zweite Herrenvertretung aufgebaut. Für diese war Ralf Schwotzer bis zu ihrem, der schweren Personalsituation geschuldeten Rückzug 2010 - zu dieser Saison ist der MTV II in den Spielbetrieb zurückgekehrt - verantwortlich. Seine Ehefrau Simone fungierte als Assistentin. "Sie stand und steht noch immer voll dahinter - auch wenn nicht immer mit Begeisterung", verrät der Familienvater, dessen Kinder Angelina und Normen ebenfalls Gefallen am Fußball gefunden haben und selbst aktiv waren.

2008 sollte Ralf Schwotzer in Abwesenheit vom geplanten Trainer Philipp Wißwedel nur eine Trainingseinheit bei der neugegründeten Frauenvertretung des MTV Beetzendorf leiten. Doch der 53-Jährige blieb bis heute dabei. Seit der Saison 2011/2012 befindet sich der MTV in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Eintracht Immekath, die in der Altmark-Wendland-Liga unter der Regie von Schwotzer und Klaus Jahn erfolgreich unterwegs ist. "Die Frauen sind natürlich etwas zickiger und teilweise sehr nachtragend, doch dafür ist bei ihnen der Ehrgeiz einen Tick größer und sie sind dankbar für alles, was man ihnen beibringt", vergleicht Ralf Schwotzer Herren- und Frauenfußball. Bereits Anfang der 90er Jahre wurde in Beetzendorf eine Frauenmannschaft in den Spielbetrieb geschickt, die aber schnell wieder zurückgezogen wurde. Personell ist die SG Beetzendorf/Immekath derzeit relativ gut aufgestellt, so dass die Hoffnung groß ist, dass der Spielbetrieb noch länger aufrecht erhalten bleibt.

Anfang der 90er Jahre Angebot aus Brome abgelehnt

Rund zwölf Stunden pro Woche geht Ralf Schwotzer momentan - früher waren es noch mehr - seinem großen Hobby nach. "Es muss eben solche positiv Bekloppten geben", so der 53-Jährige mit einem Schmunzeln. Nach der Arbeit sitzt der Beetzendorfer fast jeden Tag am Rechner oder erledigt schriftliche Dinge im Sinne des Vereins. "Die Technik ist eigentlich mein Ding", so der Versicherungsfachmann, der bereits seit 20 Jahren selbständig ist. Sein erster Co-Trainer war 2005 übrigens Rainer Serowy bei den A-Junioren. "Ich glaube, ich würde alle Spieler wiedererkennen, die ich jemals trainiert habe", verrät Schwotzer. Der möchte sich in maximal zwei Jahren vermutlich zurückziehen - zumindest aus dem Vorstand. "Ich brauche diese Auszeit einfach", verrät der 53-Jährige, der dann aber trotzdem noch regelmäßig auf dem Beetzendorfer Sportplatz anzutreffen sein wird. "Das ist mein Verein. Ich bin mit Herz dabei und würde hier nie weggehen", schwört Ralf Schwotzer dem MTV die Treue. Anfang der 90er Jahre lag ihm ein Angebot als A-Jugend-Trainer aus Brome vor, das er jedoch ablehnte.

Für die Zukunft würde sich Schwotzer wünschen, dass die erste Beetzendorfer Männermannschaft wieder in die Landesklasse aufsteigt ("Ich glaube, das hätten sie sich verdient") und die Frauenvertretung noch möglichst lange existiert - dafür würde sich Ralf Schwotzer über jede neue Spielerin freuen.