Nach einer Durststrecke von drei Niederlagen in Folge haben sich die Mitteldeutschen Oberliga-Männer des SV Oebisfelde am Sonnabend zum Saisonabschluss in eigener Halle gegen die HSG Gotha/Goldbach, auch GoGo-Hornets (Hornissen) genannt, erfolgreich zurückgemeldet.

Oebisfelde l Die Allerstädter um ihren Trainer Hendrik Tuschy konnten sich von ihrem Publikum standesgemäß verabschieden. Knapp mit 30:29 (12:16) setzten sich die Gastgeber gegen den Aufsteiger aus Thüringen, der das Hinspiel noch mit 29:27 für sich entschieden hatte, durch.

Die Oebisfelder verabschiedeten sich am Sonnabend nicht nur aus der Saison, sondern auch zwei Akteure aus ihren Reihen. Nach drei Jahren beim SVO quittierten Torwart Alexander Naumann und Lukas Götz, der vornehmlich auf der Mitte zum Einsatz kam, ihren Dienst. "Aus rein beruflichen Gründen", wie SVO-Teammanager Detlef Miegel betonte. Pech für Naumann: Im letzten Saisonspiel musste er 60 Minuten auf der Bank ausharren. Eine Verletzung verhinderte die Abschlussvorstellung des sympathischen Sportmanns.

Als zweiter Tormann neben Stammkeeper Tobias Stefani sprang dafür Torsten Wagner von der Verbandsliga-Sieben des SVO II ein. Der noch 34-Jährige, der in der vergangenen Saison bereits seinen Abschied genommen hatte, erwies sich indes nicht als Notlösung, sondern als ein ganz starker Rückhalt. Grund: Stefani bekam gegen die Hornets nicht so richtig die "Hand an den Ball", wie Tuschy formulierte. Wagner, der noch im ersten Durchgang eingewechselt wurde, schon. Mit einigen sehenswerten Paraden bereitete er der GoGo-Offensivabteilung erhebliche Kopfschmerzen.

"Torsten hat mit seinen Torhütertaten großen Anteil daran, dass wir im zweiten Abschnitt zurückgekommen sind und noch gewonnen haben", lobte Übungsleiter Tuschy. Nicht nur die Steigerung auf der Torhüterposition, sondern auf allen Positionen war nach der schwachen ersten Hälfte aus SVO-Sicht zwingend notwendig.

Die Gastgeber starteten zwar noch gut - Kapitän Florian Seiler besorgte in der elften Minute per Siebenmeter den 6:6-Ausgleich - doch kurze Zeit später fand die Mannschaft nur noch wenig Zugang zur Partie. Auch weil die rechte SVO-Seite, dort wird Christian Herrmann (Kreuzbandriss) schmerzlich vermisst, trotz aller Umstellungen kaum Gefahr ausstrahlte. Alle bemühten sich zwar, doch der Abschluss wurde oft zu überhastet gesucht. Zudem mangelte es an der nötigen Präzision.

Als Knackpunkt für das immer lauter werdende Summen der Hornissen erwies sich jedoch die zu laxe Einstellung der Oebisfelder in der Abwehr. Insbesondere mit den GoGo-Rückraummännern Christian Lämmerhirt und Christopher Stölzner hatten die Tuschy-Schützlinge erhebliche Probleme.

Sie sorgten dafür, dass die Oebisfelder Siegaussichten zehn Minuten vor dem Pausenpfiff einen erheblichen Dämpfer erhielten. Nach dem SVO-Kreisläufer Nico Bischoff auf 8:10 verkürzt hatte, erhöhten Lämmerhirt und Stölzner (2 Tore) auf 13:8 (22.). Der Fünf-Tore-Rückstand rief Tuschy auf den Plan. Er zückte die grüne Auszeitkarte. Richtig Besserung brachte die kurze Pause jedoch nicht. Zwar warfen Seiler und Thomas Thiele ihre Farben auf 11:14 heran, aber kurz vor dem Wechsel lagen die Thüringer weiter mit fünf Treffern (16:11) vorn. Für den 12:16-Pausenstand zeichnete schließlich Nico Bischoff mit seinem dritten Treffer verantwortlich.

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich zwar kein offener Schlagabtausch, aber eine bis in die Schlussminute hinein sehr spannende Begegnung. Die Oebisfelder fanden dabei über den Kampf zurück.

Bis zur 50. Minute blieben die Gäste zwar in der Vorhand (26:23), doch nach einem SVO-Hattrick durch Thiele (2) und Oliver Meinel zum 26:26 (52.) sowie einer anschließenden Auszeit der GoGo-Sieben begann die Partie wieder von vorn. Diesmal aber mit einem verbesserten SVO und einem nervenstarken Oliver Meinel. Ihm gelang per Doppelschlag die 28:27-Führung und nach dem 28:28 das 29:28.

Nervenstark zeigte sich aber auch Nico Bischoff am Kreis. Die Hornissen konnten noch einmal ausgleichen, Christopher Kaufmann traf zum 29:29, dann trat Kreismann "Bischi" in Aktion und versenkte das Leder 15 Sekunden vor Ultimo zum 30:29 in die GoGo-Tormaschen. Der anschließende Angriff der Gäste, auch gestoppt durch einen Wechselfehler, brachte nichts mehr ein. Der SVO, vorbildlich angetrieben von Cheftrommler Olaf Preuße, konnte jubeln und zusammen mit seinen Gästen feiern.

SV Oebisfelde: Stefani, Wagner - Bischoff (6), Koitek, Meichsner (2), Thiele (8), Meinel (4), Vogel (3), Kalupke (1), Seiler (5/3), Götz (1).

Siebenmeter: 3/3;Zeitstrafen: 2.

HSG Gotha/Goldbach: Schneegaß, Luckert - Lämmerhirt (8), Voigtritter, Kaufmann (1), A. Alaj, Behling (3), Motaschke, Juhnke (5), Winter (2), Q. Alaj (2), Stölzner (8/3).

Siebenmeter: 3/3;Zeitstrafen: 3.

Schiedsrichter: Karsten Schmidt/Tino Franke (HSG Köthen/Anhalt Bernburg).

Zuschauer: 400.

 

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