Am Sonntag fanden in Berlin die Nordostdeutschen Meisterschaften im Volleyball der Altersklasse U13 statt. Qualifiziert hierfür waren die drei Erstplatzierten der Landesmeisterschaften aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Gardelegen l Nachdem der VC Angermünde kurzfristig abgesagt hatte, musste der Veranstalter den kompletten Spielplan umgestalten. Statt der geplanten drei Staffeln wurden nun zwei Staffeln zu je vier Teams gelost. Der SSV 80 Gardelegen als Landesmeister von Sachsen-Anhalt hatte das Pech, mit dem VC Potsdam Waldstadt (Landesmeister und Turnierfavorit) in eine Gruppe gelost zu werden. Dazu kamen mit den SCC-Juniors I und II die Zweit- und Drittplatzierten aus Berlin.

Gleich im Auftaktmatch kam es zum Duell der beiden Landesmeister. Die Mildestädter hielten im ersten Satz erstaunlich gut mit und brachten die Potsdamer durch klug gelegte Bälle immer wieder in Verlegenheit. Die Potsdamer Trainerin musste beide Auszeiten in Anspruch nehmen, trotzdem lag beim Spielstand von 23:23 sogar eine kleine Sensation in der Luft, ehe der mehrfache German-Kids-Masters-Sieger den Satz dann mit 25:23 für sich entscheiden konnte. Trainer Müller lobte seine Jungen beim Seitenwechsel für ihre kluge Spielweise und stellte einen möglichen Satzgewinn in Aussicht, aber im zweiten Satz war die Überlegenheit des Favoriten doch zu deutlich (25:18). Gegen den SCC II war der SSV 80 nie zu gefährden. Sicher spielten die Berger, Friedrichs und Dahm beide Sätze herunter, ehe der 2:0-Sieg feststand. Gegen den SCC I sah das schon etwas anders aus. Trotzdem konnten sich die Jungen um Kapitän Jannek Berger erfolgreich durchsetzen und Platz zwei in der Staffel belegen.

Im Überkreuzvergleich mit dem Staffelsieger der zweiten Staffel, dem Berliner TSC (Berliner Meister), sah anfangs alles nach einem klaren Sieg der Hauptstädter aus. Die Jungen von Trainer Müller konnten nicht an das Niveau der Auftaktbegegnung anknüpfen und vergaben oft beste Punktmöglichkeiten. Zudem ließ wohl auch die Konzentration im nunmehr vierten Spiel etwas nach. Der engen Personaldecke geschuldet konnte das SSV-Team nicht einmal auswechseln, da sie als einziges Team mit nur drei Spielern angereist waren. Nach gewonnenem ersten Satz und einer deutlichen 23:12-Führung im zweiten Satz, wechselte der TSC im Vorgefühl des sicheren Sieges zwei Spieler aus. In der Folge machte Gardelegen drei Punkte, doch beim 24:15 schienen alle Messen gelesen, denn der Gegner hatte nun zehn Matchbälle. Doch was dann kam, war an Dramatik kaum noch zu überbieten. Die drei Gardelegener holten Punkt um Punkt und konnten beim 24:24 erstmals ausgleichen.

Dann ging der TSC wieder mit 25:24 in Führung, doch die SSV-Spieler konterten noch dreimal, ehe der 27:25-Erfolg feststand. Im dritten Satz stand Berlin von Anfang an mit seinem Stammteam auf dem Parkett, doch Gardelegen konnte immer gut mithalten und den Gegner immer wieder in Verlegenheit bringen, ehe am Ende ein 15:12-Satzgewinn für den krassen Außenseiter feststand. Nun kannte die Freude bei Spielern und Trainern keine Grenzen. Ausgelassen sprangen sie auf dem Feld herum und skandierten immer wieder: "Finale oho, Finale ohohoho".

Damit stand für den SSV die erste Finalteilnahme bei den Nordostdeutschen Meisterschaften fest. Das hatte auch die Supertruppe um Philipp Lenz damals nicht geschafft, die sich mehrmals mit Bronze begnügen musste. Im Finale kam es dann zu einer Neuauflage der Auftaktbegegnung, die auch ähnlich verlief. Gardelegen hielt im ersten Satz wieder gut mit, konnte aber nur ein 21:25 erspielen, ehe sich im zweiten Satz die körperliche Übermacht der Potsdamer beim 15:25 deutlicher im Resultat widerspiegelte.

Trotz der Finalniederlage waren die SSV-Spieler und Trainer Gerhard Müller mit dem Turnierverlauf hoch zufrieden und freuten sich bei der anschließenden Siegerehrung über die unverhoffte Silbermedaille. Den Saisonabschluss bildet die Mitteldeutsche Meisterschaft am 28. Juni in Leipzig, wo der SSV im Jahre 2008 schon einmal eine Silbermedaille durch den Stamm der heutigen Landesligisten erspielen konnte.

Endergebnis: 1. Platz:VC Potsdam Waldstadt 2. Platz:SSV 80 Gardelegen 3. Platz:Netzhoppers Königswusterhausen 4. Platz:Berliner TSC 5. Platz:SCC JUNIORS 1 6. Platz:SV Dessau 96 7. Platz:VC Bitterfeld-Wolfen 8. Platz:SCC JUNIORS 2