Mieste l Eigentlich hätte die Tagesordnung der turnusmäßigen Mitgliederversammlung des HV Solpke/Mieste mit dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes über das Sportjahr 2013, mit der satzungsgemäßen Neuwahl des erweiterten Vorstandes sowie der seit mehr als einem Monat schwelende Konflikt zwischen Vorstandsmitgliedern und ihrem 1. Vorsitzenden Bernd Wießel mit dem Vorschlag seiner Abwahl, ja sogar dem avisierten Vereinsausschluss mehr als nur 19 der fast 150 Vereinsmitglieder mobilisieren müssen. Dem war aber nicht so, was eigentlich ein tiefgreifendes Nachdenken im Verein verlangt.

Der am 25. Mai auf einer Mitgliederversammlung diskutierte Misstrauensantrag und die Abstimmung darüber gegen den Vereinschef, der damals nicht satzungsgerecht und damit ungültig war, stellte Versammlungsleiter Tino Hesse diesmal in den Tagesordnungspunkten vier und fünf mit Anträgen zur Abwahl von Bernd Wießel als Vorsitzenden sowie seinen Vereinsausschluss den anwesenden Mitgliedern zur Entscheidung anheim.

Die Abwahl wurde mit Stimmenmehrheit bestätigt. Bernd Wießel bat danach ums Wort. Er sei enttäuscht über diese Entscheidung und nach wie vor bereit zur Mitarbeit im Verein. Die ihm vorgeworfenen Verletzungen der Vereinssatzung seien nach seiner Meinung nicht haltbar und vereinsschädigend habe er niemals gehandelt.

Bernd Wießel stellt sich zu Vorwürfen

Zu den Vorwürfen, dass er seit dem 8. Januar nicht mehr an Vorstandssitzungen teilgenommen und auch auf Telefonanrufe sowie SMS nicht reagiert habe, begründete er mit seinem Krankenstand sowie mit seinen Arbeitsbelastungen zu den Europa- und Kommunalwahlen. Wießel bedauerte es, nicht rechtzeitig auf die schriftliche Aufforderung des Vorstandes zu dem Misstrauensantrag Stellung zu nehmen, reagiert zu haben. Danach folgten seinerseits weitere Erklärungen zu Vorwürfen gegen ihn. In Zwischenrufen und Stellungnahmen von Vorstandsmitgliedern auf seine Worte wurde jedoch deutlich, dass sich eine tiefe Vertrauenskrise zwischen dem 1. Vorsitzenden und dem übrigen Vorstand aufgetan hat, die letztlich in der Abwahl endete.

Den Vorstandsvorschlag des Vereinsausschlusses von Bernd Wießel schmetterte die Mitgliederversammlung danach mit deutlicher Mehrheit ab.

Deutlich entspannter nahm die Versammlung dann den Rechenschafts- und Finanzbericht über das Sportjahr 2013 auf, den Tino Hesse als stellvertretender Vorsitzender und Bettina Weis als Schatzmeisterin den Mitgliedern vorlegen konnten. Sportlich sei der lange wacklige Klassenerhalt der 1. Männermannschaft in der Verbandsliga am Ende noch mit Platz neun gut gemeistert worden, die 2. und 3. Männer-Teams sicherten sich die erwarteten Plätze in der 2. Nordliga und Kreisliga. Die Damen-Mannschaft habe sich in der Nordliga wacker geschlagen. Viel Freude hat die D-Jugend verbreitet, die Staffelbester der Nordliga wurde. Auch die E-Jugend und die Minis lassen den Verein ebenso für die Zukunft hoffen wie der Schnuppertag mit Schule und Kindergarten, was zu zwei Mannschaftsbildungen führte. Ein Weihnachtsturnier sowie ein Sponsorentreff verliefen ebenso erfolgreich ab.

Ein überaus positives Saldo in der Vereinskasse, durch Schatzmeisterin Bettina Weis erklärt, sowie die Bestätigung durch die Kassenprüfer, endete mit der Entlastung des Vorstandes durch das Mitgliedervotum.

Danach stand die Wahl zum erweiterten Vorstand auf der Tagesordnung. Jürgen Kroschke wurde mit überwältigender Mehrheit der Stimmen im Amt des Sportwartes bestätigt. Christin Wichert wurde zur Marketingbeauftragten des Vereins gewählt, Marco Weis zum Jugendwart und zum Lehr- und Schiedsrichterwart Paula Hertel. Für die Vorstandfunktion des Schriftführers gab es keinen Wahlkandidaten. Zum stellvertretenden Vereinsvorsitzenden wählten die Mitglieder Patrick Müller-Wichert. Für die nach der Abwahl von Bernd Wießel vakante Funktion des Vereinsvorsitzenden wurde Tino Hesse durch die Mitglieder gewählt.

In seinem Schlusswort dankte Tino Hesse für das ausgesprochene Vertrauen, forderte angesichts doch einiger Arbeitsschwerpunkte im Verein sowie Vorstand, um mehr initiativreiche Mitarbeit aller Mitglieder und vor allem Geschlossenheit an.