Für Landesklasse-Vertreter SV Eintracht Salzwedel steht der erste Höhepunkt der Saison bevor. Die Mannschaft von Trainer Burghardt Schulze ist morgen Nachmittag um 14 Uhr im Rahmen der ersten Hauptrunde des Fußball-Landespokals im Seelenbinder-Stadion Gastgeber für Verbandsligist VfB Sangerhausen.

Salzwedel l "Natürlich ist es für uns ein Highlight, so ein Spiel bekommt man schließlich nicht alle Tage", ist sich Eintracht-Coach Burghardt Schulze der Bedeutung dieser Partie bewusst. Allerdings kann er auch die Tatsache nicht außer Acht lassen, dass die Sangerhäuser zwei Spielklassen höher angesiedelt sind als sein Team. "Wir sind natürlich klare Außenseiter. Doch wir haben Heimrecht und der VfB womöglich durch die lange Anreise mit den Strapazen zu kämpfen, wodurch wir uns eine Chance errechnen", so Schulze.

Der Optimismus ist nicht ganz unbegründet. Schließlich kann der Trainer nahezu mit dem kompletten Personal planen. Nicht dabei sind lediglich der langzeitverletzte Christian Minkus und Raik Zipperling, der sich im Urlaub befindet. Selbst Mario Heinicke, der zuletzt lange an einer Verletzung laborierte, wird auf der Bank Platz nehmen und als Ersatztorhüter hinter Dennis Röhl fungieren. Auch von den jungen Neuzugängen aus der A-Jugend möchte Schulze den einen oder anderen einsetzen. "Die Jungs geben richtig Gas. Der Teamgeist ist momentan richtig gut", freut sich der SVE-Coach.

Über die endgültige Aufstellung entscheidet Burghardt Schulze jedoch erst nach dem heutigen Testspiel beim niedersächsischen Bezirksligisten SV Lemgow-Dangenstorf. Die Partie in Schweskau, die zweimal 30 Minuten andauern soll, beginnt um 19 Uhr. Auch das morgige Spiel gegen Sangerhausen dient laut Schulze noch der Vorbereitung auf die Pflichtspielsaison, die eine Woche später mit der Auswärtspartie beim FSV Havelberg beginnt. Es folgen zwei weitere Spiele in der Fremde, weil die Salzwedeler "Flora" aufgrund von Platzarbeiten noch länger gesperrt ist. Am Dienstag trainierten die Hansestädter übrigens zum ersten Mal überhaupt in der Vorbereitung mit dem Ball. "Natürlich gibt es daher spielerisch noch Reserven", weiß Salzwedels Übungsleiter.

Dass es im Seelenbinder-Stadion gegen den Verbandsligisten geht, sei laut Burghardt Schulze "vielleicht sogar ein gutes Omen". Schließlich feierten die Kreisstädter ihren letzten großen Erfolg, den Sieg im Kreispokal, am 14. Juni an gleicher Stelle. Durch das 4:2 gegen Ligakonkurrent SV Liesten 22 ist die Eintracht überhaupt erst berechtigt, am Landespokal teilzunehmen - als einzige westaltmärkische Mannschaft überhaupt.

Über den Kontrahenten hat sich der SVE-Coach im Internet ein wenig schlau gemacht. Dabei ist ihm aufgefallen: "Die Testspiele waren eine reine Berg- und Talfahrt." Dennoch erwartet er eine "verbandsligaerfahrene Mannschaft, die vom Training her schon etwas weiter als wir ist". In der Vorsaison belegte der Ligakonkurrent des 1. FC Lok Stendal mit 30 Punkten den zwölften Tabellenplatz und entging damit nur knapp dem Abstieg.

"Angst haben wir nicht, wir können schließlich nur gewinnen. Ich erwarte von meinen Jungs, dass sie kräftemäßig und kämpferisch bis an ihre Grenzen gehen", so Schulze. Sollte die Eintracht die Sensation schaffen und den Verbandsligisten aus dem Weg räumen, vergrößern sich schließlich auch die Chancen auf einen Hochkaräter wie Drittligist Hallescher FC oder die Regionalligisten 1. FC Magdeburg und VfB Germania Halberstadt. "Das wäre doch eine reizvolle Aufgabe. Schon allein deshalb denke ich, dass alle Spieler motiviert sind", verrät Salzwedels Trainer. Die Partie in der Hansestadt steht unter der Leitung von Schiedsrichter Marco Peters.