Fußball ist seine Welt - oder, wie er selbst sagt, "mein Lebenselixier". Als Staffelleiter, Schiedsrichter und Trainer hat sich der 53-jährige Kalbenser Lutz Schwochow im Altmarkkreis Salzwedel längst einen Namen gemacht. Ohne das runde Leder würde dem gebürtigen Jeggelebener etwas fehlen - soviel steht fest.

Kalbe/Milde l 1970 schaute sich der junge Lutz Schwochow im Fernsehen interessiert das Finale der Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Italien an - und kam dabei auf den Geschmack. "Dieses Spiel hat mich beeindruckt", gibt der 53-Jährige zu. In mittlerweile 40 Jahren hat Schwochow viel durchgemacht und erlebt. Und noch immer bekommt der Mildestädter nicht genug. Als Staffelleiter der 1. Kreisklasse der Männer, Schiedsrichter und Co-Trainer der C-Junioren des VfL Kalbe/Milde ist der Sportenthusiast noch immer mittendrin statt nur dabei. "Als Schiedsrichter rede ich viel mit den Spielern und zücke nicht gleich eine Karte. Als Trainer bin ich eher ein ruhiger Vertreter, müsste aber manchmal auch ein bisschen härter sein", charakterisiert sich der 53-Jährige, der in Kalbe auch als Abteilungsleiter Fußball fungiert, selbst.

Karriere im Jahr des WM-Titels begonnen

1974 - in dem Jahr, in dem Deutschland Weltmeister wurde - absolvierte Lutz Schwochow sein erstes Pflichtspiel für die Jugend des SV Winterfeld unter der Leitung von Hans-Joachim Schernikau. Zumeist kam er als Libero, gelegentlich auch im Mittelfeld zum Einsatz. Nach der Hochzeit verschlug es Schwochow 1984 nach Kalbe. Nun lag es nahe, dem ortsbeheimateten VfL beizutreten. Das tat der Fußballer mit Leib und Seele 1987.

Nur ein Jahr später hatte er als Spieler und Trainer der zweiten Kalbenser Männermannschaft sogar eine Doppelfunktion inne. Doch das machte Schwochow wenig aus, den VfL hatte er schließlich längst in sein Herz geschlossen. "Wir hatten damals so viele Leute, dass wir eine Zweitvertretung gemeldet haben", erinnert sich der 53-Jährige zurück. Anfang der 1990er Jahre war es dem Mildestädter zwar vergönnt, das Pokalhalbfinale zu erreichen, doch darüber hinaus kam er nicht. Heute ist Lutz Schwochow, der kurz vor seinem Karriereende im Jahr 2002 noch eine Saison für die Altliga-Vertretung des SV Engersen aktiv war, für den VfL Kalbe/Milde noch immer "mit Herzblut dabei".

Nachdem er seine Töppen an den Nagel gehängt hatte, wollte Schwochow dem Fußball allerdings weiterhin in aktiver Form erhalten bleiben. So lag es nahe, eine Karriere als Schiedsrichter zu starten. "Das hat sich einfach angeboten. So kann man sich noch etwas bewegen", sieht der 53-Jährige die Vorteile. Seit mittlerweile 18 Jahren bereist Lutz Schwochow die Sportplätze der Region als Unparteiischer. Doch damit hat der Kalbenser noch immer nicht genug. Seit 2008 ist er im Besitz eines Trainerscheins und übernahm noch im gleichen Jahr die F-Jugend des VfL Kalbe/Milde, in der auch sein jüngster Sohn Pascal aktiv war. Noch immer begleitet Schwochow seinen Sprössling. Zusammen mit Burkhard Kramp und Jens Lemke trainiert er heute die C-Junioren des VfL, die ab sofort in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Brunau 06 an den Start gehen, in der Kreisliga. "Ich halte mich allerdings eher im Hintergrund auf", erklärt der Fußballbegeisterte, der Aufgaben wie beispielsweise das Ausfüllen des Spielprotokolls übernimmt.

Zehn bis 15 Stunden pro Woche für das Hobby

Seit 2009 fungiert Lutz Schwochow übrigens auch noch als Staffelleiter. Damals übernahm er die 2. Kreisklasse Süd der Herren. Burkhard Kramp und Thomas Kölle überredeten Schwochow seinerzeit, den Posten zu übernehmen. "Die Arbeit im Kreisfachverband gehörte für mich einfach dazu", sagte der 53-Jährige ohne lange Überlegungszeit zu. Zehn bis 15 Stunden in der Woche ist der Kalbenser, der beruflich als Schlosser tätig und mittlerweile für die 1. Herren-Kreisklasse verantwortlich ist, für seine große Leidenschaft unterwegs. Dabei steht ihm dafür meist nur das Wochenende zur Verfügung, da er sich unter der Woche oft auf Montage befindet. "Die Familie schimpft sicherlich manchmal, hat sich aber mittlerweile damit abgefunden", erklärt Schwochow. Seine beiden Söhne Sebastian und Pascal jagen schließlich selbst dem runden Leder hinterher und sind ähnlich "verrückt" wie der Vater.

Lutz Schwochow hat sich für die Zukunft auch noch einige Ziele gesetzt. "Schiedsrichtern möchte ich möglichst, bis ich 60 bin. Als Staffelleiter habe ich mir kein Limit gesetzt", verrät der Mildestädter. Für den VfL Kalbe/Milde würde sich der 53-Jährige wünschen, dass er bald wieder in ruhigeren Fahrwässern rudert. "Ich hoffe, dass wieder mehr Spielkultur hereinkommt. Doch ich glaube, dass es für die Herren in den nächsten Jahren schwer wird, wieder in die Landesklasse aufzusteigen", vermutet der Anhänger von Borussia Dortmund. Zudem würde er sich freuen, wenn sich die Nachwuchsarbeit in der Mildestadt wieder etwas verbessern würde. Nur dann, glaubt Lutz Schwochow, kann es beim VfL Kalbe/Milde auch wieder bergauf gehen.