Das Tabellenbild vor dem dritten Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel I, könnte aus westaltmärkischer Sicht zwar besser, aber durchaus auch schlechter aussehen. Während der SV Grün-Weiß Potzehne das Klassement anführt, belegt der FSV Heide Letzlingen - ebenfalls noch mit weißer Weste - Rang drei. Dagegen warten der SV Liesten 22, der MTV Beetzendorf, der SV Eintracht Salzwedel und der SSV 80 Gardelegen noch auf die ersten Zähler.

Salzwedel l Liesten, Beetzendorf, Salzwedel und Gardelegen streben morgen im Rahmen der dritten Spielrunde natürlich die ersten Punktgewinne an, während Potzehne und Letzlingen unbesiegt bleiben wollen. Die Heide-Mannen reisen zum Derby nach Liesten, während auch auf die Grün-Weißen beim FSV Havelberg ein echtes Spitzenspiel wartet. Mit dem SV Preußen Dobberkau begrüßen die Gardelegener einen Aufsteiger auf heimischer Rieselwiese. Vor schweren Auswärtsaufgaben stehen die Salzwedeler Eintracht (Möringer SV) und der Neuling aus Beetzendorf (SSV Havelwinkel Warnau). Alle acht Partien werden morgen übrigens um 15 Uhr angepfiffen.

SV Liesten 22 - FSV Heide Letzlingen (SR: Rolf Vorsprach). Während die einen (Liesten) noch auf ihre ersten Punkte warten, sind die anderen (Letzlingen) optimal in die Spielzeit gestartet. Psychologisch sind die morgigen Gäste zwar sicherlich leicht im Vorteil, doch diese beiden Teams lieferten sich in jüngster Vergangenheit einige brisante Partien, was Spannung im Waldstadion verspricht. "Es besteht eine gewisse Rivalität. Letzlingen ist gut gestartet, was natürlich Selbstbewusstsein bringt. Unsere Niederlage in Goldbeck (1:2/Anm. der Redaktion) hat natürlich am Selbstvertrauen gekratzt", erklärt Liestens Mannschaftsleiter Dietrich Timm. Nichtsdestotrotz will der SVL dem Gegner im Pokalendspiel 2013 einen heißen Kampf liefern. "Zumindest einen Punkt wollen wir holen, auch wenn wir sicherlich als Außenseiter ins Spiel gehen", weiß Timm. Auf die Leistung zum Auftakt in Goldbeck kann der Herbstmeister der Vorsaison durchaus aufbauen, wie der Mannschaftsleiter verrät. "Die Viererkette hat gut funktioniert. Einen Punkt hätten wir uns mindestens verdient gehabt. Es muss nun natürlich schnellstmöglich ein Erfolgserlebnis her", weiß Dietrich Timm. Nicht dabei sind Kapitän und Spielertrainer Lucas Bresch und Matthias Wiese, die sich im Urlaub befinden, sowie die allesamt verletzten Christian Förster, Sven Komnick und Martin Todte.

Ihre weiße Weste wahren wollen die Letzlinger, die sich oben im Tableau natürlich sehr wohl fühlen. Bisher wurden mit Dobberkau (4:2) und Beetzendorf (3:2) zwei Aufsteiger in die Knie gezwungen. "Auch die muss man erst einmal besiegen. Aus Liesten möchten wir ebenso etwas mitnehmen, und sei es nur ein Punkt", so die Kampfansage von Co-Trainer Michael Friedrichs, der anstelle des erkrankten Dieter Förster unter der Woche auch das Training leitete. Sehr zufrieden kann Friedrichs nach aktuellem Stand mit der Offensive sein, die bereits sieben Treffer erzielt hat. Zu verbessern wäre noch die Defensivarbeit. "Wir haben am Umkehrspiel gearbeitet, doch leisten wir uns momentan einfach noch zu viele Fehler, die zu Gegentoren führen", weiß der Assistenzcoach. Vier an der Zahl sind es bisher für den FSV Heide. Vor dem morgigen Gegner aus Liesten haben die Letzlinger erwartungsgemäß großen Respekt. "Das ist eine Mannschaft mit viel Qualität, die sicherlich im oberen Mittelfeld mitspielen wird", erklärt Michael Friedrichs. Der muss morgen ohne den verletzten Matthias Reps und den privat verhinderten Torhüter Thomas Lübke planen, während der Einsatz von Stefan Saluck, der sich zuletzt in starker Form präsentierte, noch mit einem Fragezeichen versehen ist.

SSV 80 Gardelegen - SV Preußen Dobberkau (SR: Norbert Möllmann). "Nun gibt es keine Ausreden mehr, für uns zählen morgen nur drei Punkte", ist sich SSV-Trainer Norbert Scheinert der Bedeutung dieser Partie bewusst. Die Rolandstädter haben ihre ersten beiden Partien gegen Potzehne (0:2) sowie in Tangerhütte (2:4) verloren und dabei nicht ihr wahres Gesicht zeigen können. "Die Stimmung in der Mannschaft ist top, im Training ziehen alle mit, doch wir müssen uns einfach mal belohnen", erklärt Scheinert. Belohnt hat sich der SSV zumindest im Kreispokal - mit einem deutlichen 11:0-Erfolg beim TSV Jeggau, der allerdings auch kein echter Maßstab war. "Dobberkau wird eine schwierige Aufgabe. Das ist eine erfahrene Truppe. Doch wir müssen versuchen, unser Spiel aufzuziehen und aus einer kompakten Abwehr heraus schnell nach vorne zu spielen", gibt der Gardelegener Coach Einblick in das taktische Konzept. Der ist erfreut, dass sich das Lazarett immer mehr lichtet. Lediglich die beiden verletzten Andy Stottmeister und Michael Hille sowie Hannes Malek (Urlaub) fehlen gegen den ostaltmärkischen Liga-Neuling, der zuletzt mit einem 2:2 gegen Warnau für Aufsehen sorgte.

FSV Havelberg - SV Grün-Weiß Potzehne (SR: Mario Lach). Der Start für den Landesliga-Absteiger aus Potzehne hätte genau genommen nicht besser verlaufen können. Den sicheren Ligasiegen in Gardelegen (2:0) und gegen Uenglingen (10:2) ließ der Spitzenreiter in der Vorwoche einen 2:0-Pokalsieg bei Kreisoberligist VfB Klötze 07 folgen. Nun steht für die Südaltmärker das erste Spitzenspiel der noch jungen Spielzeit an. Die Havelberger zählen zu den Titelfavoriten und sind mit immerhin vier Punkten in die Saison gestartet (2:1 Salzwedel; 2:2 Uchtspringe). "Wir werden den Gegner ganz sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen und das Spiel ähnlich wie die bisherigen angehen. Wichtig ist mir, dass wir eine gute Partie abliefern, unsere Taktik durchziehen und uns als Mannschaft weiterentwickeln. Dann werden wir sehen, was herauskommt", erklärt Trainer Nico Bremse. Der erwartet ein "schweres Spiel gegen einen starken Gegner". Dennoch ist sich Bremse sicher: "Auch dort dürfte für uns etwas zu holen sein." Mindestens einen Zähler visieren die Grün-Weißen in der Ostaltmark an. Personell wird sich im Vergleich zu den Vorwochen nichts verändern, weiterhin fehlen die langzeitverletzten Jan Küllmei, Nico Wehrmeister, Enrico Bierstedt und Matthias Wagner, deren Ausfälle nur schwer zu kompensieren sind.

SSV Havelwinkel Warnau - MTV 1880 Beetzendorf (SR: Rüdiger Meier). Durch den 3:0-Erfolg vor genau einer Woche im Supercupspiel gegen den SV Eintracht Salzwedel dürften die Beetzendorfer ihr Selbstvertrauen deutlich gestärkt haben. Sie spielten 90 Minuten lang diszipliniert und standen defensiv sicher. Genau an diese Leistung will der Aufsteiger morgen anknüpfen. "Es wird unheimlich schwer, Warnau ist natürlich eine starke Truppe, die guten Fußball spielt", ist sich MTV-Trainer Mayk Zürcher der Schwere der Aufgabe bewusst. Froh ist er, dass Kapitän Nico Schulz und Neuzugang Tim Stapel in den Kader zurückkehren. Dafür fehlen jedoch mit Gordon Bock, Holger Fritsche und Sebastian Eder drei andere Leistungsträger. "Wir werden natürlich unseren Fokus auf die Abwehrarbeit legen und auf Konter setzen", verrät Zürcher. Wichtig sei es, "gut in die Partie zu finden", fügt Beetzendorfs Coach, der auch beim 2:3 im Auftaktspiel gegen Letzlingen gute Ansätze sah, an. Der MTV wird übrigens einen Fanbus einsetzen, der um 11.45 Uhr von der Sekundarschule in Beetzendorf abfährt. Für einen Unkostenbeitrag von sieben Euro können die Anhänger die Mannschaft zum Tabellensechsten (vier Punkte), der Tangerhütte mit 2:0 bezwang und in Dobberkau ein 2:2 holte, begleiten.

Möringer SV - SV Eintracht Salzwedel 09 (SR: Steffen Wozny). Vor zwei Jahren gab es diese Partie noch in der Landesliga. Mittlerweile finden sich die beiden Mannschaften punkt- und torgleich auf Rang 13 des Klassements wieder und möchten den Bock schnellstmöglich umstoßen. Deshalb zählt für beide eigentlich nur ein voller Erfolg. "Wir brauchen schleunigst ein Erfolgserlebnis", sagte Salzwedels Trainer Burghardt Schulze bereits in der Vorwoche nach der 0:3-Niederlage in Beetzendorf im Rahmen des Supercups. "Beide Teams sind schlecht gestartet, so dass es auch für beide ein schweres Spiel wird. Allerdings setzen wir uns intern nicht unter Druck, denn wir wissen, woran es liegt. Wir befinden uns noch in der Testphase und probieren mit jungen Spielern etwas für die Zukunft aus", erklärt der SVE-Coach, der auf Julian Seehausen (Urlaub) und Benjamin Wagner (Verletzung) verzichten muss. In der Liga unterlagen die Hansestädter bisher jeweils auswärts dem FSV Havelberg (1:2) und Aufsteiger SV Krüden/Groß Garz (0:1). Im dritten Anlauf soll es nun endlich mit den ersten Zählern klappen, doch dafür müssen - das hatte Schulze in jüngster Vergangenheit immer wieder gefordert - die Mannen um Kapitän Gregor Roth die Zweikämpfe von der ersten Minute an annehmen und eine konzentrierte Leistung über die volle Spielzeit abliefern. Schließlich steht auch Möringen mit dem Rücken zur Wand. Der Landesliga-Absteiger musste sich bisher Goldbeck (0:1) und Arneburg (1:2) geschlagen geben und hat sich ebenso das erste Erfolgserlebnis auf die Fahnen geschrieben. Eine umkämpfte Partie ist in der Ostaltmark allenfalls zu erwarten.