Er ist eines der größten Nachwuchstalente im Altmarkkreis Salzwedel, technisch versiert und zudem pfeilschnell. Kein Wunder also, dass sich der erst 15-jährige Christopher Katzer bereits über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Er ist Teil der Deutschen Nationalmannschaft ID (Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung) und wäre um ein Haar bei der Weltmeisterschaft in Brasilien dabei gewesen.

Langenapel l Viel Freude am jungen Wirbelwind haben auch die B-Junioren der SG Diesdorf/Langenapel, für die Christopher Katzer aktuell in der Landesliga auf Torejagd geht. Das erst 15-jährige Talent träumt nach wie vor von einer Profikarriere und gibt Tag für Tag alles dafür.

Früh entdeckte Katzer seine Liebe zum runden Leder, denn bereits im zarten Alter von vier Jahren schnürte der in Oschatz geborene Kicker zum ersten Mal seine Schuhe in der sogenannten Pampers-Liga. "Meine Mutter hat gesagt, ich soll dort einfach mal ein Probetraining machen. Man wollte mich dort dann auch gleich behalten, weil ich einen guten Eindruck hinterlassen habe", verrät der Fußballenthusiast. Der 15-Jährige kann sich heute nicht einmal mehr genau erinnern, wie der Verein aus seiner Heimat Sachsen hieß. Schließlich war er dort auch nur eine Saison aktiv, ehe sich die Truppe wieder auflöste. Nach einem Jahr Pause wollte Christopher, der zu Beginn seiner Laufbahn noch als Verteidiger zum Einsatz kam, sportlich unbedingt wieder angreifen. Er schloss sich der Düshorner F-Jugend an, bei diesem Klub war er ganze vier Jahre bis hin zur C-Jugend aktiv. Anschließend war Katzer noch kurzzeitig in Zernien am Ball.

Bei Diesdorf/Langenapel ins Mittelfeld beordert

Nach dem Umzug ins beschauliche Langenapel in die Westaltmark schloss sich Christopher Katzer sofort den C-Junioren der SG Diesdorf/Langenapel, wo Mario Gebert als Trainer das Sagen hatte, an. Gebert funktionierte Katzer zum Mittelfeldspieler um. Dort ist er aufgrund seiner Schnelligkeit und Technik auch besser aufgehoben, dachte sich wohl auch sein damaliger Coach. Mittlerweile hat der 15-Jährige in der Landesliga-B-Jugend der Spielgemeinschaft zwischen dem Diesdorfer SV und dem SV Langenapel seinen festen Platz im Angriff gefunden. "Ich habe irgendwann mal im Sturm gespielt und wollte das dann auch für immer", erklärt Christopher. In seiner aktuellen Vereinsmannschaft, die seit kurzem von Daniel Müller trainiert wird, fühlt sich der Youngster pudelwohl. "Wir sind eine richtig starke Truppe mit enormem Teamgeist. Ich denke, wir können auf Dauer noch mehr erreichen", schätzt Katzer, der mit der SG erst kürzlich Kreispokalsieger wurde, selbst ein.

Seit 2012 ist Christopher Katzer übrigens auch Teil der Mannschaft des BSV Salzwedel und der Landesauswahl. Trainer Steffen Winkelmann sichtete den jungen Kicker, der seinerzeit die LB-Schule in Salzwedel besuchte, bei einem Schulturnier und nahm ihn kurz darauf in seine Mannschaften auf. "Nach nur einem Jahr sagte er mir, dass ich auch höher spielen kann", erklärt der 15-Jährige. Er empfahl den Langenapeler Nationaltrainer Jörg Dittwar weiter. Dittwar konnte sich schon zuvor bei einem Hallenturnier mit der Landesauswahl ein Bild von Katzer machen. Der ehemalige Bundesligaprofi und jetzige Nationalcoach nutzte vor fast genau einem Jahr die Möglichkeit, nach Salzwedel ins Werner-Seelenbinder-Stadion zu reisen und sich dort die Landesmeisterschaft anzusehen. Dort siegte Christopher Katzer dann auch noch mit der ersten Vertretung des BSV Salzwedel. Jörg Dittwar zeigte sich begeistert vom trickreichen Youngster und lud ihn schriftlich zu seinem ersten Trainingslager mit der Nationalmannschaft ID Ende des vergangenen Jahres in Wetzlar ein.

Es war ein absoluter Höhepunkt für den jungen Goalgetter. Nach der Anreise am Freitag, der Anmeldung bei Co-Trainer Armin Schmidt und dem angeordneten Mittagsschlaf ging es dann auch schon in die Vollen. Nach dem gemeinsamen Abendessen fand das erste Training unter Flutlicht statt, wobei verschiedene mannschaftsspezifische Spiele angeboten wurden. Um 23 Uhr war die Nachtruhe angesetzt, denn schon am darauffolgenden Morgen ging es früh weiter für Katzer und seine Nationalmannschaftskollegen. Nach dem Aufstehen um 7 Uhr und dem Frühstück um 7.30 Uhr stand bereits um 9 Uhr das erste Training auf dem Programm. Unterbrochen vom Mittag- und Abendessen wurden noch zwei weitere Einheiten absolviert. Am Abschlusstag (Sonntag) stand ein weiteres Training auf dem Programm, ehe die Kicker nach drei kraftaufreibenden Tagen die Heimreise antreten durften.

Bisher zwei Einsätze für die Dittwar-Auswahl

Ein weiteres Trainingslager mit der Nationalmannschaft absolvierte Christopher Katzer im Juni dieses Jahres in Saarbrücken. Dort wurde viel im Bereich Ausdauer getestet. Neben vier Trainingseinheiten mit der deutschen Auswahl bestritt Katzer auch noch drei Partien mit der Landesauswahl. Es war der letzte Test für die Nationalspieler vor der Abreise nach Brasilien zur Weltmeisterschaft. Dort lief es für die deutsche Mannschaft um die beiden Altmärker John-Pierre Friedrichs und Günter Ahlfeld alles andere als optimal, belegte die Dittwar-Truppe, mit der der junge Langenapeler in regelmäßigem Kontakt stand, doch den letzten Platz in Südamerika. Christopher Katzer durfte übrigens nicht dabei sein, weil er noch keine 16 Jahre alt war. 2016 bei der Europameisterschaft in Frankreich möchte der noch 15-Jährige unbedingt dabei sein und errechnet sich auch gute Chancen. Bis dahin wird er sich noch des Öfteren das Nationalmannschaftstrikot überstreifen. Bisher war er zweimal für die Dittwar-Auswahl aktiv, es sollen und werden aber noch weitere Einsätze für den Wahl-Westaltmärker hinzukommen.

"Durch die Nationalmannschaft erhoffe ich mir auch größere Chancen, irgendwann vielleicht mal als Profi in der Bundesliga zu spielen", erklärt der selbstbewusste 15-Jährige. "Mit der deutschen Mannschaft und auch der Landesauswahl will ich aber auch noch einiges reißen", fügt der erfolgshungrige Youngster an. Mit der B-Jugend der SG Diesdorf/Langenapel visiert Katzer einen Platz unter den ersten Drei in der Landesliga an. Christopher Katzer weiß schließlich: Ohne Ziele, Träume und viel Fleiß kommt man im Fußballleben nicht weiter.

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