Zweimal Marco Schönfeld, zweimal Christian Wernecke: Ergibt in der Summe ein leistungsgerechtes 2:2 (1:1) im Nachbarschaftsderby der Fußball-Landesklasse, Staffel I, zwischen dem SSV 80 Gardelegen und dem FSV Heide Letzlingen. Die Gäste sicherten den Zählergewinn erst mit dem Schlusspfiff ab.

Gardelegen l Dieses Derby hatte einfach alles: Emotionen, viele Fouls und Karten und dazu eben auch vier Tore. Dabei waren es die Letzlinger, die spielerisch mehr zu bieten hatten, sich allerdings speziell in Überzahl - SSV-Akteur Hannes Malek sah die Rote Karte (54.) - doch zu sehr von der robusten Gangart der Platzherren beeindrucken ließen. In Unterzahl standen die Rolandstädter kurz vor einem Sieg, den ihnen Wernecke allerdings in Minute 95 noch aus der Hand riss.

Nach verhaltenem Beginn entwickelte sich eine muntere und ansehnliche Partie. Im Mittelfeld hatten die Gäste die Hoheit, der SSV schaltete bei Ballgewinnen schnell um und suchte über seine schnellen Spitzen Marco Schönfeld und Hannes Malek den Erfolg. Schönfeld tauchte bereits in Minute acht zum ersten Mal gefährlich im gegnerischen Strafraum auf, rasselte dabei allerdings mit Keeper Marc Mette zusammen - beide konnten weiterspielen. Dann wurde es auch auf der Gegenseite zweimal brandgefährlich. Zunächst traf Christian Palutke das Außennetz (9.), ehe erneut Palutke zunächst an Rafael Gritzner scheiterte und Christian Wernecke beim Abstauber im Abseits stand (10.). Das erste Tor dieses Derbys gehörte stattdessen dem SSV. Nach herrlicher Vorarbeit von Christian Krziwanie nahm Schönfeld das Leder aus halblinker Position direkt und ließ Mette keine Abwehrchance - 1:0 (13.). Bereits drei Minuten später die Antwort des FSV. Wernecke versenkte einen Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze direkt in den Winkel und besorgte das 1:1 (16.). Vor dem Kabinengang hätte durchaus noch der eine oder andere Treffer fallen können. Während beim SSV den völlig blanken Malek (29.) und Marcel Falk (34.) die Nerven versagten, scheiterten auf der Gegenseite Kay Knackmuß und im Nachschuss Stefan Saluck (20.).

Der zweite Abschnitt begann für die Platzherren denkbar ungünstig, sah doch Malek nach Tätlichkeit gegen Wernecke von Schiedsrichter Benjamin Lanzki die Rote Karte (54.). In Überzahl hatten die Gäste zwar weitaus mehr vom Spiel, machten aber insgesamt zu wenig daraus. Die Gardelegener standen nun natürlich noch tiefer. Die aufkommende Hektik tat dem Spielfluss nicht gut, oft musste Referee Lanzki die Partie wegen vieler Fouls und Verletzungen unterbrechen. Meistens gab es dabei für die Letzlinger "etwas auf die Socken". Bis auf einen Freistoß von Palutke (67.), der dicht am Gritzner-Kasten vorbei flog, kam von den Gästen bis in die Schlussphase hinein nichts.

In Minute 79 startete hingegen der SSV einen Konter, den Schönfeld mit einem Traumtor zum 2:1 abschloss. Der Torschützenkönig der Vorsaison zog energisch in den Strafraum und hämmerte die Kugel unhaltbar für Marc Mette ins lange Eck - 2:1 (79.). Nun war wieder richtig Feuer in einer etwas eingeschlafenen Partie. Letzlingen setzte natürlich noch einmal alles auf eine Karte. Dabei blieben den Schützlingen von Michael Friedrichs gleich zwei Strafstöße verwehrt. Nach einem Handspiel von SSV-Libero Stephan Fraedrich hatte Lanzki bereits auf den Punkt gezeigt, nahm die Entscheidung dann aber später doch zurück (87.). Ebenfalls keinen Strafstoß gab es, als Palutke zu Fall gebracht wurde (88.). Pech hatte zudem Wernecke per Kopf (89./Gritzner lenkt an die Latte).

Alles deutete auf den dritten Gardelegener Saisonsieg gegen den Spitzenreiter hin. Doch in der 95. Minute segelte noch ein Freistoß von Felix Belling in den Strafraum der Gastgeber, den Wernecke zum umjubelten 2:2 einköpfte und damit den Schlusspunkt hinter ein unterhaltsames Derby setzte.

Torfolge: 1:0 Marco Schönfeld (13.), 1:1 Christian Wernecke (16.), 2:1 Marco Schönfeld (79.), 2:2 Christian Wernecke (90.+5).

SR: Benjamin Lanzki (Oschersleben).

Vorkommnis: Rote Karte gegen Hannes Malek (54./SSV 80 Gardelegen).

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