Nach der Pokalpause wird der Spielbetrieb in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, mit dem neunten Spieltag fortgesetzt. In diesen geht der SV Blau-Gelb Goldbeck als souveräner Tabellenführer mit fünf Zählern Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger FSV Heide Letzlingen.

Salzwedel l Als neunte Mannschaft versucht der MTV Beetzendorf morgen ab 15 Uhr, dem Klassenprimus aus Goldbeck ein Bein zu stellen. Den Aufsteiger erwartet in der Ostaltmark allerdings eine immens schwere Aufgabe. Nicht weniger einfach wird es für den FSV Heide Letzlingen, der seine Visitenkarte beim Möringer SV abgibt, und den SSV 80 Gardelegen, der beim FSV Havelberg gastiert. Der SV Grün-Weiß Potzehne ist im Duell zweier momentan kriselnder Teams beim SV Medizin Uchtspringe zu Gast. Vor Heimaufgaben stehen der SV Liesten 22 (SV Viktoria Uenglingen) und der SV Eintracht Salzwedel (SV Germania Tangerhütte).

SV Liesten 22 - SV Viktoria Uenglingen (SR: Rolf Vorsprach). Zuletzt beim 4:1 gegen Uchtspringe tankten die Liestener reichlich Selbstvertrauen. Doch ob dieses auch ausreicht, um endlich mal zwei Spiele in Folge zu gewinnen, wird sich zeigen. Gegen das Schlusslicht, das nach wie vor bei den drei Zählern durch den 5:4-Sieg gegen Beetzendorf steht, ist die Mannschaft um Spielertrainer Lucas Bresch jedenfalls klar favorisiert. Alles andere als ein SVL-Sieg wäre somit eine große Überraschung. Doch Liesten ist gewarnt, denn angeschlagene Boxer sind gefährlich. Und die Uenglinger, die bereits 46 Gegentreffer kassiert haben, brauchen dringend Zähler, um den Anschluss nicht gänzlich zu verlieren. Somit muss sich das Bresch-Team auf harte Gegenwehr einstellen. Doch die Platzherren werden selbst natürlich auch alles daran setzen, die drei Zähler auf eigenem Geläuf zu behalten, um noch weiter ins Mittelfeld vorzustoßen.

SV Eintracht Salzwedel 09 - SV Germania Tangerhütte (SR: Matthias Pagen). Es geht aufwärts bei der Salzwedeler Eintracht. Die Mannschaft von Trainer Burghardt Schulze gewann zuletzt zweimal in Folge (2:1 Uchtspringe, 4:3 Potzehne) und darf nun erst einmal leicht aufatmen. "Natürlich wollen wir unseren Aufwärtstrend fortsetzen und dieses Spiel gewinnen", redet Schulze nicht lange um den heißen Brei herum. "Kämpferisch und vom Willen her müssen wir an das Spiel in Potzehne und die zweite Halbzeit gegen Uchtspringe anknüpfen", fügt Salzwedels Coach an. Die Germanen haben nur drei Zähler mehr auf dem Konto als die Kreisstädter, so dass diese mit einem Dreier an den Ostaltmärkern vorbeiziehen könnten. "Sie haben einen neuen Trainer, weshalb ich sie nur schwer einschätzen kann. Doch die Spiele in der Vergangenheit waren fast immer eng", weiß Burghardt Schulze. Planen muss er im Heimspiel ohne die beiden langzeitverletzten Christian Minkus und Benjamin Wagner.

Möringer SV - FSV Heide Letzlingen (SR: Christopher Bethke). Hat sich der Trainerwechsel in Möringen von Rico Matschkus zu Olaf Harfenmeister bereits jetzt ausgezahlt? Gut möglich, denn in seinem ersten Spiel führte Harfenmeister den MSV zu einem 1:0-Sieg gegen Potzehne. Zeuge dieser Partie war auch Letzlingens Co-Trainer Michael Friedrichs. "Wir stellen uns auf ein Kampfspiel ein. Allerdings werden wir auch versuchen, vernünftig Fußball zu spielen", sagt Friedrichs im Vorfeld. "Die Pause hat uns gut getan, denn hätten wir letzte Woche gespielt, hätten wir Probleme bekommen", erklärt der FSV-Assistenzcoach. Schließlich waren einige Spieler krank. Ein Fragezeichen steht morgen lediglich noch hinter dem erkrankten Detlef Märtens. "Wichtig wird es sein, dass wir den Kampf annehmen. Es wird sicherlich eine schwere Aufgabe", betont Friedrichs vor dem Duell mit dem Rangzwölften (sieben Punkte).

FSV Havelberg - SSV 80 Gardelegen (SR: Karsten Fettback). Beide Teams trennen im Klassement nur magere zwei Zähler. Havelberg ist Dritter (18 Punkte), Gardelegen Fünfter (16). Von der Papierform her ist es also ein Spitzenduell, in dem sich die Gardelegener, die seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen sind, einiges vorgenommen haben. "Natürlich wollen wir unsere Serie fortsetzen, doch ich wäre schon mit einem Punkt zufrieden. Havelberg ist eine spielstarke Mannschaft mit einem schnellen Umkehrspiel", weiß SSV-Trainer Norbert Scheinert, dessen Mannschaft sich aber nicht zu verstecken braucht. "Wir müssen über eine kompakte Abwehr schnell nach vorne spielen. Die Stimmung in der Mannschaft ist momentan top. Die Jungs sind trainingsfleißig und heiß", erklärt Scheinert. Der muss definitiv auf den gesperrten Hannes Malek und den studienbedingt verhinderten Daniel Leberecht verzichten, bangt indes noch um die Einsätze von Torhüter Rafael Gritzner und Tobias Thielitz.

SV Medizin Uchtspringe - SV Grün-Weiß Potzehne (SR: Rüdiger Meier). Die Grün-Weißen aus Potzehne verloren die letzten vier Begegnungen allesamt und sind dadurch ins Mittelfeld - genauer gesagt auf Platz sieben - abgerutscht. Nachdem man aus den ersten vier Partien zehn Zähler sammelte, kamen zuletzt keine weiteren hinzu. Nicht anders ergeht es den Medizinern, die sich ebenfalls in einer schlechten Phase befinden. Auch Uchtspringe steht bei zehn Punkten, weist aber im Vergleich zu den Potzehnern das schlechtere Torverhältnis auf. Die Grün-Weißen wurden zuletzt für einfache Konzentrationsfehler bestraft. "Die Mannschaft ist intakt, nur wir machen momentan einfach zu viele Fehler", hatte Trainer Nico Bremse zuletzt häufig betont. Besserung verspricht er sich nun gegen Uchtspringe, denn der Landesliga-Absteiger möchte den Bock schnellstmöglich umstoßen.

SV Blau-Gelb Goldbeck - MTV 1880 Beetzendorf (SR: David Hoja). Wenn der Spitzenreiter (Goldbeck) auf den Rangvorletzten (Beetzendorf) trifft, sind die Rollen normalerweise klar verteilt. Die Blau-Gelben gehen, nachdem sie aus den ersten acht Partien acht Siege einfuhren, als klarer Favorit in das Duell gegen den Aufsteiger. Doch die Beetzendorfer bezwangen zuletzt Möringen mit 3:0 und tankten dadurch eine Menge Selbstvertrauen. Das wollen sie nutzen, um die Partie beim Ligaprimus möglichst lange offen zu halten. Vielleicht gelingt es dem Team von Trainer Mayk Zürcher, das zuletzt über Konter und im Umschaltspiel ihre Stärken offenbarte, als erste Mannschaft, den Goldbeckern etwas abzutrotzen. Doch Fakt ist auch: Dafür muss auf Seiten der Beetzendorfer schon alles passen.