Als Mario Förster 1970 das Licht der Welt erblickte, stand eigentlich schon fest, was aus ihm später einmal werden sollte - nämlich aktiver Fußballer und Trainer. Schließlich stammt der Klötzer aus einer reinen Fußballerfamilie. Ob sein Vater Dieter, sein Bruder René oder auch sein Sohn Christian - sie alle haben sich im Altmarkkreis Salzwedel auf dieser Ebene einen Namen gemacht.

Klötze l Mario Förster setzt sich momentan für die jüngeren Kicker in der Westaltmark ein. Als Trainer im DFB-Stützpunkt in seiner Heimatstadt Klötze hat der 44-Jährige enormen Anteil am momentanen Erfolg der D-Junioren-Talenteligaauswahl des SV Eintracht Salzwedel. Die buntgemischte Mannschaft trainiert montags und mittwochs unter Försters Regie an der Purnitz. Seine eigenen Schuhe hat Mario Förster allerdings auch noch nicht an den Nagel gehängt und hat dies auch in nächster Zukunft nicht vor. Erfolgreich jagt er für die Altherren des VfB Klötze 07 in der Kreisliga dem runden Leder hinterher.

1976 - da war Förster gerade mal sechs Jahre jung - schloss sich der Westaltmärker der BSG Traktor Klötze im Jugendbereich an. Seine ersten Trainer hießen Ernst Kretschmer und Manfred Gerke. "Natürlich hatte das familiäre Gründe. Ich habe die Laufbahn meines Vaters genau verfolgt", verrät der Klötzer. Sein erstes Spiel im Männerbereich absolvierte Mario Förster 1988, als er unter der Regie von Peter Mücke für die Klötzer Zweitvertretung auf Punktejagd ging. Wenig später durfte er sogar die Kreismeisterschaft bejubeln. Nach der Umbenennung war der heute 44-Jährige 1990 offiziell Mitglied beim VfB Klötze 07. Von 1993 bis 97 arbeitete Mario Förster zusammen mit Ralf Ronneburg als Trainer der E- und D-Junioren des VfB, ehe es den Fußballenthusiasten als Übungsleiter in den Erwachsenenbereich zog.

Mit 29 Jahren jüngster Trainer in der Landesliga

Unter seinem Vater Dieter und Rolf Krüger arbeitete er ab 1997 als Assistenztrainer der ersten Klötzer Männermannschaft, mit der er unter anderem 1999 den Gewinn des Hallenmaster-Titels bejubeln durfte. Und wie es der Zufall wollte, hatte Förster nur drei Jahre später das alleinige Sagen bei den Purnitzstädtern in der Landesliga. Vater Dieter zog es zum SV Eintracht Salzwedel, Rolf Krüger stellte sein Amt zur Verfügung. Am 13. Januar 2000 konnte sich daher Mario Förster als jüngster Landesliga-Trainer mit gerade mal 29 Jahren bezeichnen. "Ich war ja vorher schon zwei Jahre Assistent und habe mir das daher auch zugetraut, weil ich die Voraussetzungen erworben hatte", erklärt der 44-Jährige. 2002 räumte Förster den Posten und schloss sich dem Trainerteam im Klötzer DFB-Stützpunkt an. Zusammen mit Vater Dieter und Peter Böse kümmerte sich Mario Förster fortan um die Talente im Kreis. Übrigens mit großem Erfolg, denn 2007 freute er sich mit der damaligen D-Jugend (Jahrgang 1996) über den Gewinn des Verbandsjugendpokals in Staßfurt. 2009 kam dann auch noch Jürgen Brandt als Coach im Stützpunkt dazu und bereicherte das Team.

Da das Trainerleben für den Klötzer ("Ich bin eher ruhig und sachlich, werde nur selten mal etwas lauter") schon immer Vorrang hatte, begnügte er sich als Aktiver mit dem zweiten Herrenteam. "Ganz aufhören wollte ich auch nicht", sagt Mario Förster. Ab seinem 32. Lebensjahr durfte Förster dann für die Klötzer Altherren auflaufen, mit denen er auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken kann. "Unsere Erfolgsgeschichte ist groß, wir haben viele Kreismeistertitel errungen", freut sich der 44-Jährige. "Wir haben ein super Team, es macht richtig Spaß. Allerdings könnte die Spielerdecke durchaus etwas größer sein", fügt Förster an. Solange es die Gesundheit zulässt, möchte er auch weiterhin für die VfB-Oldies am Ball bleiben. "Es ist so etwas wie ein Ausgleich für mich", erklärt der Fußballbegeisterte, der vor vier Jahren auf eigenem Platz mit der Ü40 des VfB die Landesmeisterschaft bejubeln durfte.

Die Augen richtet Mario Förster vorwiegend auf seine Aufgabe als Trainer. Bereits 1997 erwarb der Purnitzstädter in seiner Heimatstadt die F-Lizenz, im März 2000 war er dann sogar Inhaber der B-Lizenz nach zweiwöchigem Lehrgang in Stendal. Später wurde er auf die C-Lizenz zurückgestuft und musste 2010 erneut die B-Lizenz in Bad Blankenburg an der Sportschule erwerben. Gerade im taktischen Bereich ist der 44-Jährige voll auf der Höhe. "Für mich ist der Stützpunkt einfach sehr wichtig. Wenn ich sehe, welche Spieler wir dort schon hatten und wo sie jetzt spielen - Wahnsinn", denkt Förster nur an Isabelle Knipp (Herforder SV/1. Frauen-Bundesliga), Tino Schulze (VfB Germania Halberstadt/Regionalliga), Martin Gille, Patrick Baudis (beide Nachwuchs beim 1. FC Magdeburg) oder Michel Niemeyer (RB Leipzig).

Zusammen mit Uwe Pape als Ausbilder tätig

Montags und mittwochs leitet Mario Förster aktuell das Training im Stützpunkt, am Dienstag wird mit den Klötzer Altherren in der Halle geprobt. Nachdem zumeist sonnabends Partien mit den VfB-Oldies anstehen, sieht sich Förster fast jeden Sonntag die Partien der Talenteliga-D-Jugendvertretung des SV Eintracht Salzwedel, die von dessen aktuellen Stützpunkt-Trainerkollegen Jürgen Brandt und Marko Trostmann trainiert wird, vor Ort an. "Ich habe die Truppe ja zweimal in der Woche im Training, deshalb ist es mir wichtig, auch dabei zu sein", erklärt der Klötzer, der übrigens einmal im Jahr auch zusammen mit Uwe Pape eine Trainerausbildung (C-Breitenlizenz) durchführt. "Da bin ich für den praktischen Teil zuständig, was mir auch sehr wichtig ist. Im März hatten wir immerhin 19 Trainer dabei", erinnert sich der 44-Jährige zurück.

Zumindest donnerstags und freitags kann Mario Förster mal abschalten und sich Zeit für seine Familie nehmen. "Die steht voll dahinter und unterstützt mich zu einhundert Prozent", freut sich Förster über die Rückendeckung. Sein Sohn Christian spielt selbst für Landesklasse-Vertreter SV Liesten 22, Vater Dieter ist Trainer bei dessen Ligakonkurrenten FSV Heide Letzlingen. Der 44-Jährige selbst möchte möglichst immer für die jungen Talente im Stützpunkt da sein. "Wir wollen auch in Zukunft auf die Vereine zugehen und die Jungs fördern", erklärt er. Und vorausgesetzt, der Trend setzt sich fort, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann der nächste Schützling von Mario Förster den Sprung zu einem großen Verein schafft.