Die Mitteldeutschen Oberliga-Männer des SV Oebisfelde konnten sich am Sonnabend nicht selbst bescheren. Denn im letzten Spiel des Jahres setzte es in der heimischen Hans-Pickert-Halle erneut eine bittere Niederlage. Gegen den alten Kontrahenten Rot-Weiß Staßfurt verloren die Allerstädter mit 37:42 (18:21).

Oebisfelde l In der Oebisfelder Sporthalle brennt sprichwörtlich der Weihnachtsbaum. Noch halten sich die Oebisfelder trotz der achten Saisonniederlage mit 5:19 Punkten auf dem drittletzten Rang. Das würde zum Klassenerhalt reichen. Aber nur dann, wenn aus der dritten Liga Ost keine Mannschaft aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen absteigt. Danach sieht es momentan aber nicht aus.

Muss eine Mannschaft aus den drei Ländern in der dritten Liga in den sauren Apfel beißen, würden die Oebisfelder zum jetzigen Zeitpunkt absteigen. Erhöht sich die Anzahl der Drittliga-Absteiger aus den drei Ländern auf zwei, müssen sich vier Mannschaften aus der Mitteldeutschen Liga verabschieden. So ist es zumindest vorgesehen. Ob es nach Saisonende auch praktiziert wird, ist eine andere Frage.

Damit werden sich die Oebisfelder wahrscheinlich noch nicht beschäftigen, sondern vielmehr mit dem Fakt, wie sie aus dem Dilemma herausgekommen. Licht am Ende des Tunnels ist jedenfalls bei aller Sympathie für die Mannschaft aktuell nicht zu sehen. Die Männer von Trainer Hendrik Tuschy bringen es seit geraumer Zeit nicht mehr auf den Punkt. Auch wenn ihnen ihr Übungsleiter gegen Staßfurt ein passables Zeugnis ausstellte: "Die Mannschaft hat gut gearbeitet und eine ansprechende Leistung gezeigt. Leider ist sie dafür nicht belohnt worden. Uns sind aber auch einige technische Fehler unterlaufen, die die Staßfurter sofort ausnutzten. Nicht ganz nachzuvollziehen ist hingegen Tuschys Meinung zur Leistung des Schiedsrichtergespannes aus Thüringen: "Die Unparteiischen haben uns den Sieg nicht ermöglicht. Ihre Vorstellung ist die schlechteste, die ich bislang in der Mitteldeutschen Liga gesehen habe."

Allerdings konnten die Schiris nichts dafür, dass die Oebisfelder nach Anpfiff ihre 2:0-Führung, Alexander Vogel und Thomas Thiele hatten getroffen, nicht weiter ausbauen konnten. Denn Pascal Koitek verballerte den ersten von drei vergebenen Siebenmetern und Kreisläufer David Eckert scheiterte freistehend. Verantwortlich war dafür der gute Staßfurter Torhüter Patrick Tuchen. So war es nicht verwunderlich, dass die Gäste langsam in Schwung kamen und nach sechs Minuten mit 3:2 vorn lagen. Das Wechselspiel der Tore setzte sich bis zum 15:15 fort.

Dann setzten die Gäste im Nachhinein zur Vorentscheidung an. Der SVO agierte im Angriff nicht mehr präzise genug. Im Aufbau schlichen sich Fehler ein. Die Staßfurter, die wieder auf Rückraumkanonier Sebastian Retting zurückgreifen konnten, bestraften das Nachlassen sofort - mit vier Toren am Stück zum 19:15 (26.). Der SVO versuchte zu antworten. Auch mit dem Einsatz des verletzten Christian Herrmann. Allerdings nur vom Siebenmeterpunkt. Er netzte den vierten Strafwurf endlich ein - zum 16:19. Mehr gelang aber nicht. Zur Pause lag Staßfurt weiter mit drei Toren vorn.

Abzusprechen ist den Oebisfeldern allerdings nicht ihre Bereitschaft, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Drauf und dran waren sie im zweiten Abschnitt jedenfalls. So gelang dreimal der Anschluss. Zuletzt beim 27:28 in der 42. Minute. Mehr ging nicht, weil beispielsweise der Staßfurter Rückraum um Retting und Nils Hähnel nicht richtig in den Griff zu bekommen war. Gute Akzente konnten auch die Kreisläufer Tobias Rindert und Oliver Jacobi setzen.

Dem SVO drohte in der Schlussphase daher ein Heimdebakel. Das konnte aber noch halbwegs abgewendet werden.

SV Oebisfelde: Tobies, Wagner - Schliephake, Koitek (5), Herrmann (2/2), Meichsner, Breiteneder, Thiele (11), Meinel, Vogel (8), Kalupke (3), Seiler (3), Eckert (6), Götz.

Siebenmeter: 5/2;Zeitstrafen: 0.

Rot-Weiß Staßfurt: Tuchen, Schliwa, Engelhardt - Dittmar, Ortmann, Retting (12/2), Jacobi (7), Ernst (4), Rach (2), Hähnel (11), Scholz (2/1), Rindert (5), Mennecke, Secara.

Siebenmeter: 5/3;Zeitstrafen: 2.

Schiedsrichter: Frank Meyer/Ralf Petzold (Handballverband Thüringen).

Zuschauer: 300.