Morgen starten die Mitteldeutschen Oberliga-Männer des SV Oebisfelde in die Rückrunde. Kontrahent in heimischer Halle wird TuS Radis sein. In der Hinrunde enttäuschte der letztjährige Tabellendritte. Mit 5:21 Punkten liegt der SVO auf dem letzten Rang und befindet sich in akuter Abstiegsgefahr. Jens Pickert sprach mit Trainer Hendrik Tuschy.

Volksstimme: Herr Tuschy, gelingt dem SVO noch der Klassenerhalt?

Hendrik Tuschy: Nach aktuellem Stand sind wir abgestiegen. Somit kann es nur noch besser werden. Es spielt daher keine Rolle mehr, ob der Gegner Tabellenführer Glauchau/Meerane oder ein Aufsteiger ist. Die gesamten Ergebnisse spiegeln wider, dass in der Mitteldeutschen Oberliga jeder jeden schlagen kann.

Wie möchte die Mannschaft und Sie als Trainer das Unternehmen Klassenerhalt umsetzen?

Es ist es von enormer Wichtigkeit, dass wieder eine gewisse Leichtigkeit, vor allem Spielfreude und Spaß eintritt. Dazu braucht die Mannschaft in dieser prekären Situation jede Hilfe und jegliche Unterstützung. Auch wenn ein gewisser nachvollziehbarer Unmut unter den Fans vorhanden ist, so brauchen wir eine volle Hans-Pickert-Halle, Unterstützung von den Rängen. Auch bei Fehlern. Alle, die ein Herz für den Oebisfelder Handball haben, sollten, müssen jetzt zusammenhalten. Druck aufzubauen wäre derzeit falsch!

In der vergangenen Saison belegte der SVO den dritten Platz, spielte sogar um den Aufstieg in die dritte Liga mit. Wie ist der Absturz zu erklären?

Die Vorsaison als Maßstab zu nehmen, ist zu hoch gegriffen. Die vergangene Saison lief ausgesprochen gut und wir spielten auf überdurchschnittlichem Niveau. Das erweckte im Umfeld auch erhöhte Ansprüche, sind diese ja nichts anderes, als die Anerkennung des Geleisteten. Gedacht zu haben, es würde in dieser Saison ähnlich weiter gut laufen, ist leider utopisch und war innerhalb der Mannschaft klar. Festzuhalten ist natürlich, dass die gezeigten Leistungen nicht an die der letzten Saison heranreichen. Das eine Leistungssteigerung machbar sein muss, ist der Mannschaft klar.

Ist die derzeitige Situation auch dem schmalen Kader geschuldet?

Das spielt natürlich auch eine Rolle. Da wären die langwierigen Verletzungen von Christian Herrmann und Nico Bischoff, den Abgängen von Alexander Naumann und Lukas Götz, die Farce mit Nick Blume und den zeitweise langen Ausfällen von Michael Meichsner und Oliver Meinel. Darunter hat bereits die Vorbereitung zur Saison und letztlich vermehrt die wöchentliche Trainingsarbeit gelitten. Dass Routiniers wie Andreas Kalupke, Thomas Thiele und der reaktivierte David Eckert das Rückgrat bilden müssen, sagt alles. Von den jungen Spielern darf man in einer solchen Situation nicht erwarten, dass sie es richten können oder gar sollen.

Außerdem ließen die geringen finanziellen Möglichkeiten des Vereins spürbare Einschnitte folgen, die sicherlich einige andere mehr betroffen hat, als die Männermannschaft in der Mitteldeutschen Oberliga. Das dadurch der Kader nicht wie gewünscht verstärkt werden konnte, ist demnach so hinzunehmen. Teammanager Detlef Miegel und ich mussten bei den Versuchen feststellen, dass wir uns regional gesehen in einer schlechten Lage befinden. Neue Spieler mit der nötigen Qualität nach Oebisfelde zu bekommen, wäre im vergangenen Sommer nur über finanzielle Mittel möglich gewesen. Andere Vereine in der Liga haben ganz andere Möglichkeiten, wie auch diese Saison erneut festzustellen ist.

Herr Tuschy, vielen Dank für das Gespräch und vor allem viel Glück für die noch anstehenden Begegnungen.