Die Frauen des SV Oebisfelde sorgen in der Sachsen-Anhalt-Liga weiter für Furore. Denn am Sonnabend bezwangen sie in heimischer Hans-Pickert-Halle den Tabellenführer HSV Magdeburg mit 28:26 (15:9).

Oebisfelde l "Ich verfolge den Weg der Mannschaft seit Jahren. Wie sie sich gegen den HSV präsentiert hat, ist einfach phänomenal. Das habe ich ihr in dieser Form nicht zugetraut. Eine ganz feine Vorstellung", freute sich am Sonnabend nach Abpfiff Lutz Pieper, SVO-Anhänger und auch Sponsor der Frauen-Sieben.

Die SVO-Frauen, in der vergangenen Saison lange im Abstiegskampf verwickelt, kämpfen wenige Monate später mit dem gleichen Personal momentan um den Titel mit. Eine personelle Änderung gab es indes. Karsten Luhmann hat den verdienstvollen Uwe Dietz auf der Trainerbank abgelöst. Dessen Handschrift wird nun immer deutlicher. Er hat der Mannschaft neues Selbstvertrauen eingeimpft, kitzelt ihre Stärken heraus und versucht die Schwächen, die er vor allem in der mangelnden Konstanz und in der hin und wieder aufkommenden Hektik sieht, einzudämmen.

Mit mangelnder Konstanz oder Hektik hatten die Oebisfelderinnen gegen die jungen Spitzenreiterinnen aus der Landeshauptstadt am Sonnabend indes nichts am Hut. Die Mannschaft ging konzentriert in die Begegnung und hielt die Konzentration auch bis zum Schlusspfiff hoch.

Das war auch nötig. Grund: In der Schlussphase kamen die HSV-Mädchen noch einmal gefährlich auf. Nach einer starken ersten Hälfte, wobei Beatrice Franke (2), Lena Witzke und Juliane Thiele mit vier Toren am Stück die 15:9-Pausenführung perfekt machten, lag der SVO zehn Minuten vor dem Schlusspfiff mit vier Treffern vorn (23:19). Die HSV-Bank sah ihre Felle davonschwimmen und nahm die Auszeit. Die brachte zunächst nicht sehr viel ein, weil die Gastgeberinnen in der 54. Minute, Josefin Meyer hatte zum 26:22 getroffen, immer noch mit vier Toren in Führung lagen. Doch dann stellte der HSV-Trainer um, ließ die auf den halben Positionen gefährlich agierenden Lena Witzke und Franziska Dietz eng markieren und schien damit der Partie doch noch eine Wende geben zu können. Schließlich konnte der HSV in der 57. Minute zum 25:26-Anschluss einwerfen. Der SVO orientierte sich jedoch schnell um, kompensierte die Pressdeckung gegen Witzke und Dietz hervorragend und behielt, was vor allem wichtig war, beim Abschluss die Übersicht. So erhöhte Josefin Meyer auf 27:25 und Anika Brosig machte nach dem erneuten Anschluss des HSV mit dem 28:26 alles klar. Danach war Jubel angesagt. Auch weil Torhüterin Lena Reinecke das letzte Aufbäumen des HSV entschärfte.

SV Oebisfelde: Hübe, Reinecke - Franke (4), Dietz (7), Thiele (6), Witzke (7/3), Brosig (1), Meyer (3), Stottmeister, Stöter.

Siebenmeter: 5/3;Zeitstrafen: 1.