Die Saison in der 2. Bundesliga Süd-Ost der Männer im Bohlekegeln ist Geschichte. Und genau die schrieben die Mannen des SV Binde auch in der Spielzeit. Gleich mehrere Höhepunkte und der sichere Klassenerhalt spielten dabei eine durchaus tragende Rolle.

Arendsee/Binde l Die Binder Bohlekegler absolvierten kurzum eine fantastische Saison. Nachwuchstalent Richard Albrecht wurde zum Beispiel in den Bundeskader berufen und absolvierte ein Länderspiel gegen Dänemark. Günter Henke debütierte mit weit über 70 Jahren in der Bundesligamannschaft und der SVB selbst gab im gesamten Wettbewerb nicht einen einzigen Heimpunkt ab.

"Für mich war unsere mannschaftliche Geschlossenheit der Höhepunkt der Saison. Wir waren sehr ausgeglichen. Und selbst, wenn ein Akteur ausfiel,konnten wir das gut auffangen und kompensieren", so Teamleiter Alf Schernikau.

Die Saisonbilanz der Westaltmärker liest sich also eher wie ein sauberes Arbeitszeugnis, als ein Abenteuerroman. Genau diesen malte man sich vor fünf Jahren aus, als die Binder in diese Liga aufstiegen und das "Abenteuer" angehen wollten. Mittlerweile gelang bereits zum fünften Mal der Klassenerhalt, und das so souverän wie nie zuvor. Der SV Binde um Teamleiter Alf Schernikau hat sich zu einer festen Liga-Größe gemausert, ist spätestens nach dieser Spielzeit als Heimmannschaft - auch von den absoluten Topteams - gefürchtet und hat sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht.

Doch noch kurz vor Saionstart grummelte es in der Magengegend der Altmärker. Gerade so hatte man in der Vorsaison erst am letzten Spieltag den Ligaverbleib gesichert und dabei sicher ordentlich zugesetzt und einige graue Haare mehr dazubekommen. Aufgrund dieser Tatsache waren die Erwartungen für die Spielzeit 2014/2015 auch nicht ganz so hochgeschraubt. Doch es kam anders - ganz anders. "Ich hatte das schon vor dem Saisonstart gesagt. Wenn eine Mannschaft so knapp und auch mit ein bisschen Glück den Klassenerhalt schafft, dann wird das nächste Jahr entspannter. Und so kam es dann auch", freute sich Alf Schernikau.

Von Beginn an waren die Krüger Co. fokussiert, kegelten sehr stabil und ließen vor allem auf der Heimbahn nichts anbrennen. Doch zunächst hieß es zum Start in die Saison, knifflige Auswärtsaufgaben zu lösen. An Spieltag Nummer eins wartete der NKC 72 Berlin auf die Binder. Dort holten sie auch starke 28 Einzelpunkte und hatten den Zusatzpunkt schon vor Augen. "Das ist eine sehr schwierige Bahn. Mir selbst sind dort elf Punkte gelungen, womit ich wirklich nicht gerechnet hatte", so Schernikau. Einen Tag später, bei Aufsteiger SG Sparta/KSG Berlin, klappte es dann gleich. Die Binder holten mit 34 kleinen Zählern den Punkt und lagen damit gleich im ruhigen Liga-Fahrwasser. Damit aber nicht genug. Danach folgten sichere Heimsiege gegen Neuruppin und VKC/FE Spandau und darauffolgend schon wieder ein Zähler in der Fremde bei der SG EBT.

Zwar war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wohin die Reise gehen würde, doch eine Zittersaison wie noch im Vorjahr sollte es wohl nicht werden. "Die Ergebnisse der ersten acht Spieltage haben uns natürlich unheimlich Sicherheit gegeben. Wenn du deine Heimspiele sicher einfährst und auswärts zweimal punktest, gehst du natürlich mit viel Selbstvertrauen und Ruhe in die weiteren Begegnungen. Das war schon stark", erinnert sich der Teamleiter noch genau.

Dennoch spielte die Liga verrückt. Es gab teilweise "komische" Ergebnisse. "Ich weiß auch nicht, aber es hat mich schon überrascht, dass EBT zu Hause nichts auf die Reihe bekommen hat. In den anderen Jahren war diese Mannschaft immer sehr souverän auf der Heimbahn und schaffte auch immer locker den Klassenerhalt. Vorn hatte ich Hertha schon erwartet. Das ist schon eine sehr starke Truppe mit vielen guten Einzelspielern", schätzte Schernikau ein.

Nach Sieg gegen Hertha bleibt die Weste weiß

Zur Halbzeit der Saison schien aber schon klar zu sein, dass es diesmal die SG EBT und auch Aufsteiger SG Sparta/KSG Berlin als Absteiger erwischen würde. Für die Binder stand indes ein ganz anderes Ziel im Fokus - die weiße Heimweste. Und die behielten sie an. Augenmerk wurde dabei noch auf die Partien gegen den Überschungszweiten KSC Ilsenburg und Hertha BSC gelegt. Als die Altmärker dann aber sowohl das Sachsen-Anhalt-Derby gegen Ilsenburg (3:0/51:27) als auch die Matches gegen Hertha (3:0/52:26) und Absteiger EBT (3:0/56:22) am letzten Heimspielwochenende gewinnen konnten, war das große Ziel erreicht. "Das wollten wir unbedingt schaffen, weil uns das in den Jahren in der Bundesliga noch nie gelungen ist. Das war schon ein sehr schöner Erfolg, zu Hause unbezwungen zu bleiben", so eine stolzer Teamleiter Alf Schernikau, der sich schon jetzt auf eine weitere Bundesligasaison freut.

   

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