Jetzt erst recht - nach diesem Prinzip handelte der SV Grün-Weiß Potzehne am Sonnabend in der Fußball-Landesklasse, Staffel I. Im Duell zweier Tabellennachbarn beendeten die Mannen um den scheidenden Trainer Nico Bremse durch ein 2:1 (0:1) beim SV Eintracht Salzwedel ihre Negativserie.

Salzwedel l Was war in den letzten Tagen nicht alles aus Potzehne zu hören. Trainer Nico Bremse nach Saisonende weg: Das steht schon einmal fest. Mehrere Spieler weg: Auch das wurde gemunkelt. Doch das interessierte die Grün-Weißen am Sonnabend in Salzwedel zunächst einmal überhaupt nicht. Dank einer klaren Steigerung nach dem Seitenwechsel nahm die Bremse-Elf die Punkte verdient mit nach Hause und überholte zudem den direkten Kontrahenten im Klassement.

Die Geschichte der ersten Hälfte ist schnell erzählt. Viele lange Bälle auf beiden Seiten kennzeichneten die Szenerie, wobei auf der einen Seite Gregor Roth und Philip Müller (Salzwedel) und auf der anderen zumeist Fabian Kretzschmann (Potzehne) für die wenigen Gefahrenmomente sorgten. Müller zog nach nicht einmal einer Minute ab, doch Patrick Schmidt tauchte ab und hatte das Leder sicher. Die Gäste tauten nach etwa zehn Minuten auf und hätten ebenfalls in Führung gehen können. Mario Stolle (11.) und Robert Klement (21.) setzten das Leder allerdings am Gehäuse von Dennis Röhl vorbei. Nach schönem Zusammenspiel mit Müller zog Roth ab, doch Klement klärte (25.). Bei einem Freistoß von Philip Müller zeigte Schmidt seine ganze Klasse (27.). Noch vor Ende einer ausgeglichenen ersten Hälfte ging die Eintracht doch noch in Führung. Nach schöner Einzelleistung zog Gregor Roth in den Strafraum und hämmerte die Kugel humorlos in die Maschen - 1:0 (41.).

Auf einer soliden Defensive aufbauend, hatten sich die Gäste nach Wiederanpfiff scheinbar noch mal etwas vorgenommen. Gerade Fabian Kretzschmann und Nico Wehrmeister beschäftigten die nun nicht mehr sattelfeste Salzwedeler Abwehr gehörig. Gegen Kretzschmann hatte Keeper Röhl zwar noch keine Probleme (48.), doch der Druck der Grün-Weißen wurde von Minute zu Minute größer. Die Platzherren schafften es hingegen nur selten, für Entlastung zu sorgen.

Nach knapp einer Stunde brannte es wieder lichterloh im SVE-Strafraum. Zunächst scheiterte Mario Stolle an Röhl, Kretzschmann konnte im Nachsetzen ebenfalls nicht ausgleichen (58.). Ein Versuch des schnellen Klement flog am Kasten vorbei (60.). In Minute 67 dann die einzige echte Salzwedeler Chance nach Wiederbeginn. Stefan Schmidt bediente Kapitän Roth, der Schmidt der Kopf überlupfte. Stephan Niebuhr hatte allerdings aufgepasst und klärte vor der Linie.

Den bis dahin verdienten Gäste-Ausgleich besorgte der starke Kretzschmann. Nach Flanke von Wehrmeister brauchte er am langen Pfosten nur noch den Fuß hinzuhalten (76.). Doch die Grün-Weißen wollten nun auch noch den Sieg. Gegen Klement (77.) und Stolle (79.) konnte Röhl das Unheil noch verhindern, doch wieder nur drei Minuten später war er machtlos. Niebuhr gab die Kugel von der rechten Seite flach hinein, Wehrmeister schloss - mit viel Freiraum ausgestattet - überlegt zur 2:1-Führung (82.) des Bremse-Teams ab, die mittlerweile auch vollkommen in Ordnung ging. Ein wirkliches Salzwedeler Aufbäumen blieb aus, stattdessen hätte Potzehne durch Kretzschmann (87.) fast noch auf 3:1 erhöht.

"Das war eine hundertprozentige Steigerung gegenüber der Vorwoche. Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt, hatte das Spiel in Hälfte zwei super im Griff und hätte am Ende noch höher gewinnen können", erklärte ein zufriedener Grün-Weiß-Coach Bremse. Sein Gegenüber, Burghardt Schulze, war sichtlich angefressen: "Nach der Pause haben wir dermaßen nachgelassen, da haben Einstellung und Laufbereitschaft gefehlt. Die Niederlage ist verdient." Und für die Eintracht zudem auch noch bitter.

Torfolge: 1:0 Gregor Roth (41.), 1:1 Fabian Kretzschmann (76.), 1:2 Nico Wehrmeister (82.).SR: Rolf Vorsprach (Mieste).