Clemens Meyer ist jemand, der generell neue Herausforderungen sucht. Zumindest als Spieler war das beim heute 44-Jährigen der Fall. Als Trainer hat sich der gebürtige Niedersachse mit dem Image eines "Wandervogels" beim FC Jübar/Bornsen mittlerweile bestens eingelebt.

Jübar/Hanum l Was ist Clemens Meyer bloß rumgekommen als Spieler. Gefühlt war der aus Zasenbeck stammende Fußballenthusiast bei jedem Verein im Kreis Gifhorn in der näheren Umgebung aktiv. "Ich habe immer wieder neue Herausforderungen gesucht", erklärt Meyer, der mittlerweile im beschaulichen Hanum in der Westaltmark wohnt und beim FC Jübar/Bornsen gemeldet ist. Dort spielt er noch immer für die Altherren und trainiert die E-Junioren-Mannschaft.

Vier Jahre lang vom eigenen Vater trainiert

Der Fußballplatz war für Clemens Meyer schon immer wie ein zweites Zuhause. "Die ganze Familie war am Wochenende eigentlich deshalb unterwegs", gibt der Sportfanatiker zu. Gerade mal sechs Jahre jung war Meyer, als er sich seinem Heimatverein SV Radenbeck/Zasenbeck in Niedersachsen anschloss. In den ersten vier Jahren wurde er von seinem Vater Hans-Joachim trainiert. Der beorderte seinen Junior zunächst zwischen die Pfosten. "Doch als Torhüter war ich nicht gut genug", gibt der 44-Jährige heute schmunzelnd zu. Glücklich wurde der gebürtige Zasenbecker als Mittelfeldspieler, da er von Beginn an über eine gute Technik verfügte.

Bis zur A-Jugend blieb Clemens Meyer seinem Heimatverein treu, ehe es ihn zu den A-Junioren des VfL Knesebeck zog. Dort war der Wahl-Westaltmärker in der Bezirksliga aktiv und machte einen weiteren bedeutenden Schritt auf der Karriereleiter. Im Herrenbereich ging es für Meyer aus Verbundenheit vorübergehend nach Radenbeck zurück. Dort war zwei Jahre lang Kreisliga-Fußball angesagt. Ganz zufrieden gab sich der ehrgeizige Kicker damit auf Dauer aber nicht. Drum schloss er sich wiederum für zwei Jahre dem Bezirksklasse-Vertreter TSV Schönewörde an. Von dort ging es erneut für zwei Spielzeiten zurück nach Knesebeck, wo Clemens Meyer ebenfalls auf Bezirksebene aktiv war.

So richtig glücklich wurde Meyer allerdings erst beim VfL Wittingen/Suderwittingen. Für diesen Verein war der Niedersachse sechs Jahre lang aktiv. "Es war eigentlich meine schönste Zeit", beschreibt der 44-Jährige selbst. Mit den Brauereistädtern spielte er in der Bezirksklasse und später auch in der Bezirksliga. Anschließend gönnte sich Clemens Meyer eine kurze Auszeit. Seit 1996 wohnt Meyer mit seiner Familie in Hanum und wollte nun auch in Sachsen-Anhalt Fußball spielen. Somit schloss sich der Sportfanatiker vor acht Jahren dem FC Jübar/Bornsen an. Dort spielt er seitdem für die Altherren, die sich in einer Spielgemeinschaft mit dem Diesdorfer SV befinden. "Die Arbeit im Verein gefällt mir sehr gut. Gerade im Jugendbereich arbeiten wir gut zusammen", erklärt der 44-Jährige. Die fußballerischen Unterschiede zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat der Hanumer bereits ausgemacht. "Hier geht es kämpferischer zu, während im Westen sicherlich technisch versierter gespielt wird", erklärt er.

Als Aktiver gönnt sich Clemens Meyer momentan gerade eine Pause. "Sicherlich kribbelt es immer wieder und ich fühle mich generell auch noch fit, doch ich möchte momentan einfach mal kürzer treten", verrät Meyer, der sich vielmehr auf den diesjährigen Crosslauf in Hermannsburg vorbereitet. Generell fühlt sich der Hanumer, der seine Stärken selbst in der Technik und der Ausdauer sieht, allerdings pudelwohl in der Altherren-Truppe der SG Jübar/Diesdorf in der Kreisliga. "Die Zusammenarbeit mit Diesdorf klappt sehr gut", erzählt der Wahl-Westaltmärker.

Der arbeitet seit 2010 übrigens auch noch als Nachwuchstrainer beim FC. Seinerzeit übernahm er die G-Jugend, in der sich auch sein Sohn Richard befand. Mittlerweile hat er die jungen Kicker bis in die E-Jugend geführt. "Die Jungs haben sich gut entwickelt. In der Truppe steckt viel Potenzial", verrät der 44-Jährige, der seit zwei Jahren von Felix Starck tatkräftig unterstützt wird. Doch an vorderster Stelle steht beim Coach nicht immer nur der sportliche Erfolg: "Mir ist wichtig, dass die Spieler Spaß haben." Deshalb bleibt Meyer zumeist auch sehr sachlich. "Wenn irgendwas mal nicht klappt, versuchen wir, das zu verbessern. Zumeist bleibe ich dann aber ruhig", verrät der gebürtige Niedersachse. Sein neunjähriger Filius Richard ist glücklich, von seinem Vater trainiert zu werden. "Ich habe viele Freunde in der Mannschaft. Mein Ziel ist es, irgendwann höherklassig zu spielen", sagt der Youngster.

Ziel: Youngster bis in den Männerbereich führen

Clemens Meyer hat sich zum Ziel gesetzt, seine jungen Schützlinge möglichst bis in den Männerbereich zu begleiten. "Das wäre schon eine tolle Sache. Ich würde gern im Nachwuchs bleiben, denn mir macht es einfach Spaß, mein Wissen den Kindern zu vermitteln", erklärt der 44-Jährige. Der bekennende Fan des Rekordmeisters und frischgebackenen Champions FC Bayern München würde sich wünschen, dass beim FC Jübar/Bornsen von der G- bis zur A-Jugend in nächster Zukunft alle Truppen vertreten sind. Aktuell stellt der FC lediglich Vertretungen von den G- bis zu den D-Junioren. "Daher wird dieses Unternehmen sicherlich schwierig", vermutet Meyer, der mit seiner Mannschaft in dieser Saison sogar den Sprung in die E-Jugend-Meisterrunde geschafft hat. Noch besser läuft es für die D-Junioren, die in ihrer Staffel um die Kreismeisterschaft mitspielen.

Als Werbung für interessierte Nachwuchskicker könnte da beispielsweise die Sportwoche in Jübar dienen. Diese wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal durchgeführt und soll zur festen Tradition werden. Zudem sind die E-Junioren des FC Jübar/Bornsen am 17. Mai auf eigenem Geläuf auch noch Gastgeber beim vom VfL Wolfsburg organisierten "Wölfi-Cup". "Auch das finde ich sehr gut", freut sich Clemens Meyer bereits auf das Ereignis in wenigen Wochen. Was seine aktive Laufbahn angeht, hat sich Meyer schon noch einige Ziele gesetzt. "Natürlich möchte ich so lange am Ball bleiben, wie die Knochen halten", verrät der 44-Jährige. Allerdings nur für die Altherren. Schließlich wurde der Routinier auch schon vom Trainer der Kreisoberliga-Herrenmannschaft, Gerald Schulz, zur Aushilfe gebeten. Clemens Meyer lehnte in diesem Fall dankend ab. Sein Fokus richtet sich auch in Zukunft auf die Ausbildung und Weiterentwicklung seiner jungen Talente. Das könnte schon ein weiterer Baustein sein, um den FC Jübar/Bornsen weiter voran zu bringen.